590 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
ständiges Werk war mit der Herausgabe der sechsten Auflage der Öffentlichkeit überliefert worden.
Für die gute Aufnahme, die das neue Lehrbuch allenthalben gefunden hat, spricht der schnelle
Absatz, der schon vor Vollendung des zweiten Lebensjahres eine weitere Auflage nötig gemacht
hat. Da einschneidende Umgestaltungen nicht getroffen worden sind, so darf wohl auf eine ein-
gehende Würdigung verzichtet werden. Kin Hinweis auf die ausführliche in der „Hansa“ (Jahr-
gang 1902) gegebene Besprechung mag genügen. Die dort gemachten Ausstellungen sind fast alle
berücksichtigt, Die nötigen Verbesserungen sind überall durchgeführt worden. Daß diesmal die
gnomonische Projektion nicht vergessen ist, mag besonders erwähnt werden.
Die bemerkenswertesten Änderungen und Zusätze hat das neunte Kapitel, das vom Kompaß
handelt, erfahren. Von den graphischen Darstellungen der Deviation ist nur die in rechtwinkligen
Koordinaten beibehalten, die Napiersche ist nur beiläufig erwähnt. Dieses Vorgehen kann gebilligt
werden, da das rechtwinklige Diagramm, welches nach Dr. Meldaus Angaben angefertigt und
bei Hauschild erschienen ist, dem Napierschen gegenüber unverkennbare Vorteile aufweist und
deswegen wohl geeignet ist, dieses zu ersetzen. Während in der vorigen Auflage von den kleinen
lateinischen Koeffizienten nur a und e Erwähnung und Verwertung gefunden hatten, ist diesmal eine
Übersicht über alle gegeben worden. Der „Flinderstange“ ist in der neuen Auflage ein größerer
Platz eingeräumt worden. Auf Seite 415 findet man eine Methode auseinandergesetzt und an Bei-
spielen erläutert, wie man durch zwei passende Beobachtungen die beiden Teile des Koeffizienten B
bestimmen kann, die vom festen und vom vertikal induzierten flüchtigen Schiffsmagnetismus herrühren.
Auf Seite 424 ist aus einer kleinen Tafel die Wirkungsweise der Flinderstange am Thomsonkompaß
ersichtlich, Der Praxis ist ferner noch durch Aufnahme einer Tafel (Seite 425) Rechnung getragen,
nach welcher die Quadrantalkugeln am Thomsonkompaß anzubringen sind. Zu erwähnen ist auch
noch, daß über Nadelinduktion und Nadelsysteme einige wichtige Bemerkungen hinzugefügt sind.
In der Vorrede zur sechsten Auflage betonen die Herausgeber den Standpunkt, auf den sie
sich bei Abfassung des Werkes gestellt haben. Sie wollten „kein umfassendes Handbuch der Navi-
gation, sondern ein Lehrbuch schreiben, das dem Unterrichte in den Seefahrtschulen als Grundlage
dienen soll, dabei aber in der Auswahl und Behandlung des Stoffes so weit geht, daß auch der
Schiffsführer sich in ihm für alle Fragen der Navigation Rat holen kann“. Die Herausgeber haben
ihren Plan durchzuführen verstanden und damit den Seefahrtschulen ein echtes Schulbuch geschenkt.
Besondere Anerkennung verdienen sie für die verständige Bearbeitung des Kompaßkapitels, Ich
glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, daß keine der Darstellungen, die wir in Deutsch-
land über den Kompaß besitzen, so umfassend und wissenschaftlich sie auch sein mag, in so vor-
züglicher Weise geeignet ist, den Seemann in diesen wichtigen Zweig der Nautik einzuführen,
Darum wird auch wohl die Veröffentlichung des Kompaßkapitels als Sonderabdruck überall angenehm
empfunden werden, Dr. Wendt.
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seoefahrts- und der Meereskunde,
sowie auf verwandten Gebieten.
Verleihung der Seewarte-Medaille mit Diplom.
In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Mitarbeit auf See an den Auf-
gaben der Deutschen Seewarte haben die nachstehenden Herren die Seewarte-
Medaille mit Diplom erhalten:
Die silberne Medaille:
Herr Kapt. G. Warneke, Bremerhaven. | Herr Kapt. C. H. Meyer, Hamburg.
„ K-Kapt.a. D. Seweloh, Hamburg. |
Herr Kapt.
.
Die bronzene Medaille:
A. Barrelet, Hamburg. |!
‚X, Bruhn, »
m. O0. Büschen, .
I. Fettjuch, Bremen. /
„I. Frerichs, »
Herr Kapt.
H. Krause, Hamburg.
A, Molzen, ”
}, Sauermilch, Bremen.
D. W. Stege, Brake.
J. Traulsen, Hamburg.