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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
gewesen, 8o würde er die tatsächliche Lage, das Herannahen eines zweiten
Taifuns unmittelbar hinter dem ersten, haben erkennen können, In dem Segel-
handbuch der Deutschen Seewarte für den Stillen Ozean S. 246 (letzter Absatz)
wird darauf hingewiesen, daß bisweilen zwei Taifune kurz nacheinander folgen,
Die Zwischenzeit betrug in diesem Falle nach der Skizze zwei Tage.
Bahn des ersten Taifuns vom 15. bis 19. August 1904.
'5. August Mittag
8 x»
- » 5
_* » »
19, ® %
20. r.
Mitte in
23° N-Br., 123° O-Lg.
26° „„. 123° ,„
30° 12314° ,
361° 1251°
421° 13012°
Okhotskisches Meer.
Weg der Mitte in
24 Stunden 1 Stunde.
N 180 Sm 71% Sm.
NzO 245, 10° ,
NNO 400 „ 17 %
NOzN 430 18 =
NOzO
Auf der meteorologischen Station Ishigaki in 24!%4° N-Br. wurde als
niedrigster Luftdruck am 15. 10*N 744,7 mm, am 16. 6" V 744,9 mm beobachtet.
In See und weiter nördlich dürfte der tiefste Luftdruck sehr viel niedriger
vyewesen sein,
Bahn des zweiten Taifuns vom 19. bis 21. August 1904.
Sn Weg der Mitte in
Mitte in 24 Stunden 1 Stande,
19. August Mittag 261/9° N-Br., 1291/%° O-Lg. NzW 450 Sm 19 Sm
20. „ 34» 128 ,» NNO 480 20
21. . 41140° _ 3831 N » 2
Oshima, die der Bahn am 19. nächste Station, meldete als niedrigsten
Luftdruck (von den drei Terminbeobachtungen) 745,8 mm um 2"N, an Bord des
Dampfers „Shantung“ gab das Schreibbarometer etwas nach dem Mittag des 20.
120 mm. Von 10" V bis 0* 25in N fiel es an Bord um 23 mm; von 0% 25min
bis 2" N stieg es um 22'mm. Der Durchmesser des windstillen Raumes betrug
15 Sm.
Nicht so gut wie dem Dampfer „Shantung“ erging es dem japanischen
Dampfer „Akonura Maru“, der, von Karatsu nach Shanghai bestimmt, sich nach
einer späteren Mitteilung des Kapitäns Engelhart etwas südlich vom Dampfer
„Shantung“ befunden haben muß und in dem zweiten Taifun untergegangen ist.
Nur neun Mann der Besatzung wurden gerettet. E. K.
Kleinere Mitteilungen,
1. Beobachtungen von Stromversetzungen an gefährlichen Küstenstrecken.
Das meteorologische Tagebuch der Deutschen Seewarte enthielt in seiner
früheren Form auf der für die Mittagsbeobachtung bestimmten Zeile unter Be-
merkungen den Vordruck: „Strom in den letzten 24 Stunden“. Als diese Ein-
richtung vor drei Jahrzehnten getroffen wurde, lieferten die Segelschiffe die
überwiegende Zahl von Beobachtungen und Tagebüchern; die Beiträge der
Dampfer kamen daneben weniger in Betracht. Inzwischen haben sich die Ver-
hältnisse so sehr geändert, daß die Dampferbeobachtungen von Jahr zu Jahr
mehr überwiegen und auf die Dampferfahrt mehr Rücksicht genommen werden
kann und muß als bisher. Für Segelschiffe, die auf langen Reisen verhältnis-
mäßig wenig in die Nähe des Landes kommen und sich meist auf offener See
befinden, genügt in den meisten Fällen die Angabe der Besteckversetzung nach
Richtung und Stärke einmal in 24 Stunden, ebenso für Dampfer auf hoher See.
Für die Dampferfahrt in der Nähe der Küsten dagegen genügt eine einmalige
Angabe häufig nicht zur weiteren Verwertung und Bearbeitung, und darum ist
in der jetzigen neueren Form des meteorologischen Tagebuches der ‚Seewarte
den Besteckversetzungen viel mehr Platz eingeräumt worden als früher“ nämlich