584 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
D. „Shantung“, Kapt. M. Engelhart, in Moji und von da nach Tsingtau.
Tar
Stunde
Kurs
Wind
1904
Loft el © 1 See-
rück! 2] $ ang
mm | | E gang
Bemerkungen.
August 16.
17.
so 4
bis
757
754
Ankunft in Moji. Sturmsignal gehißt.
1h20minN, Zikawei Telegramm: Taifun SO
von Shanghai, geht nach Norden.
18,
19,
N
N
N
Y
NV,
5 V
1—8V
3 V
915 V |0SO
O0 V
‚050 V|
020 N
025 N
{
753 |
. 756|
0 4
ONO 4
0SO 6
1 sten)
Iu.klar|
| Yon Moji nach Tsingtau.
ci-str. und str. im Süden,
| 4 Sm. v.Kosaki in 34,0°N-Br., 129,2°O0-Lg.
(is Barometer fällt.
O0 7 |Unsichtig. See schnell zunehmend.
[Dampfer drehte von selber bei auf OSO.,
70,
83
ONO 4
NO 4/5
NO 5/6'
ONO 7/8
752
749
101
DNO 9/10; 743 |
ONO 12 )
ONO 5 | |
G 720
d
d
r
1
2
=
‚Wind schnell herunter.
|33,9° N-Br., 127,9° O-Lg. Vollständige
Windstille
| Dampfer drehte von selber auf SW bei. Öst-
liche See geht schnell herunter, NW-See,
]Bei abnehmendem Sturm volle Kraft auf
SzW Kurs.
W 8 |750 Abklarend, kein Regen mehr.
WSW 6 NW 6j5b30minN, Längenbestimmung 127,7°O-Lg.
SW 6[|752 | let. m tar
SW 14[|754 .
*) Zeichenerklärung: d = Staubregen; 5 = Regen; q = böig. Größere Stärke einer
Erscheinung ist durch Striche unter dem Buchstaben bezeichnet.
9
Q
Beobachtungen im Zentrum des Taifuns.
Kapt. M. Engelhart schreibt: „Um 0% 2072 N ging der Wind schnell
herunter, und um 0* 25"in traf vollständige Windstille ein, so daß der Rauch
des Schornsteins beinahe steil in die Höhe zog. Der Anblick der See war um
diese Zeit wahrhaft furchterregend. Die See, meist noch von Ost laufend,
wurde durch Kreuzseen zu hohen spitzen Wasserbergen aufgetürmt, welche sich
mit donnerartigem Getöse überstürzten. Oben schien sich das Gewölk zu teilen,
und die Sonnenscheibe konnte man durch das dünnere Gewölk erkennen.
Tausende von Libellen (von den Seeleuten der chinesischen Küste werden die-
selben Taifunvögel genannt) flogen um das Schiff herum. Auf der Oberfläche
des Wassers lag Nebel, der aber wahrscheinlich von dem herumstäubenden Gischt
gebildet war, aus dem sich nur die sich auftürmenden Wasserberge abhoben.
Nur dem Umstande, daß »Shantung« ein ganz ausgezeichnetes Seeschiff
ist, das, obwohl tief mit Kohlen beladen, wie eine Möwe auf dem Wasser lag,
verdanken wir es, daß keine richtig schwere See übergekommen ist und alles
wegrasiert hat, Wir hatten jedoch so viel Wasser an Deck, daß das Haupt-
deck, die Gänge mittschiffs und die in den Gängen gelegenen Kammern sowie
Salon und Kambüse stets mit Wasser gefüllt waren.
. Während der Stille ließ ich das Schiff mit langsam gehender Maschine
mit Südostkurs auf der See, die noch hauptsächlich von OSO lief, liegen, was
auch gut gelang. 1° 5“inN fing der Wind von NW an einzusetzen und war bis
1 20min schon wieder zu Windstärke 12 angewachsen, die bis 3" anhielt. Die
östliche See ging sehr schnell herunter, um der Nordwestsee Platz zu machen,
und schon um 1° 25min drehte das Schiff von selbst mit südwestlichen Kursen
wieder bei.“
Bei der Ankunft des Dampfers in Moji am 16. August war die rote
Trommel als Sturmsignal aufgehißt, Kin Zikawei-Telegramm vom 17. meldete
einen Taifun südöstlich von Shanghai; der sich nordwärts bewegte. Das Baro-
meter an Bord verhielt sich während der ganzen Zeit in Moji vom 16. bis
19. August ruhig; der Wind hatte sich in den drei Tagen in Richtung und
Stärke beinahe gar nicht geändert. „Ich glaubte daher, daß ein Taifun, der