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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

582 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904, 
am meisten. häuft, hervor. Dort haben im Verhältnis zur Küstenlänge die 
meisten Unfälle stattgefunden, und dort haben auch die meisten Unfälle zu 
Totalverlusten geführt. An zweiter Stelle, wenn man die Häufigkeit der Unfälle 
im Verhältnis zur Küstenlänge betrachtet, steht die Strecke von der russischen 
Grenze bis Brüsterort. Auch dort endigte fast die Hälfte aller Unfälle mit 
Totalverlust. An den meisten übrigen Küstenstrecken haben die Unfälle etwas 
häufiger als im vorhergegangenen Jahrfünft mit Totalverlust. geendigt. 
Der verhältnismäßig stärkste Verlust von Menschenleben in der Ostsee 
entfällt auf die Strecke von der russischen Grenze bis Brüsterort, die der ganzen 
Wucht der durch westliche Stürme aufgewühlten Wogen ausgesetzt ist. Dort 
yingen allein an der Kurischen Nehrung von 8 von Unfällen betroffenen Schiffen 
7 ganz verloren, wobei 27 Menschen verunglückten. Auch die Halbinsel Hela 
und die Küste von dort bis Rixhöft waren eine Stätte häufiger Strandungen, 
vornehmlich von Fischerfahrzeugen; zwischen 13 dort gestrandeten Fahrzeugen 
haben sich 8 Lachskutter befunden. Recht bedeutend zugenommen hat die Zahl 
der Unfälle mit dem wachsenden Verkehr in der Kieler Bucht und dem Kieler 
Hafen. . Die Unfallziffer ist dort von 84 in den Jahren 1893 bis 1897 auf 985 
in den Jahren 1898 bis 19U2 gestiegen, doch hat dort kein Unfall mit dem 
gänzlichen Verlust eines Schiffes geendet, 
In der Nordsee nehmen, wie nicht anders zu erwarten war, die die Elbe 
and Weser umfassenden Küstenstrecken die ersten Stellen ein. Voran steht 
die Strecke von Nachhörn bis Neuwerk mit dem Unterlauf der Elbe bis Hamburg, 
dann folgt die Strecke von Neuwerk bis Wangeroog mit dem Unterlauf der 
Weser bis Bremen, dann die ostfriesische Küste und endlich die schleswig- 
holsteinsche Küste. In diesem Gebiete hat sich die Unfallziffer. auf der gleichen 
Höhe gehalten, während sie im Elbe-, Weser- und Emsgebiete trotz der starken 
Verkehrszunahme zurückgegangen ist. An der schleswig-holsteinschen Küste 
ging fast die Hälfte aller von einem Unfall betroffenen Schiffe unter, an der 
ostfriesischen fast ein Drittel. Von einzelnen Orten an der Nordsee, die sich 
durch Häufigkeit und besondere Art der Unfälle ausgezeichnet haben, sind 
hervorzuheben: Die Insel Sylt, die Westküste von Amrum und die Eidermündung. 
Aber die meisten Unfälle ereigneten sich im Elbegebiet, wo sich der Verkehr 
30 häuft, daß auf der 78 Sm langen, verhältnismäßig engen Fahrstraße jährlich 
38 000 Seeschiffe verkehren. Hier überwiegen die Zusammenstöße so bedeutend, 
daß unter 611 Unfällen 337 Zusammenstöße waren. 140 Schiffe sind dort 
gestrandet, 5 gekentert, 7 gesunken und 122 von Unfällen verschiedener Art 
betroffen. Bei den Zusammenstößen sind 39 Schiffe und 116 Menschen zugrunde 
gegangen, davon allein 103 bei der bereits erwähnten Primus-Katastrophe. 
Unter den Unfällen verschiedener Art sind 78 durch Leckspringen oder dadurch 
entstanden, daß die Schiffe gegen Hafenwerke, Pfähle, Tonnen oder dergl. 
gerannt haben. KRäumlich verteilen sich die Unfälle auf der Unterelbe 
folgendermaßen: 
Gestr. od. 
an Grund vorlorene 
gek, Gekent. Gsk. versch, Mensch, 
97 
Q 
Kallid. 
Unterelbe bis Cuxhaven . . . 0.00.0000 40040“ 
Reede von Cuxharen, Medem- und Kratzsand . . 
Cuxhaven bis Brunsbüttel . . 0.0. +00. 0 + + 
Brunsbüttel bis Glückstadt (einschließl. des Kaiser 
Wilhelm-Kanals) . . 0. .0.00.0.0000 4 4 
Glückstadt bis Brunshausen. . . 2. + 0.0004 4 
Brunshausen bis Schulau. .. 0... 2.0. +4 
Schulau bis Hamburg-Altonaer Hafengebiet . . . 
Hamburg-Altonaer Hafengebiet. » 1. 2. 0... 
36 
36 
38 
44 
22 
1 
1 
4 
55 
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5? 
56 
‘ 17 3 
8 2 8 1 
19 — 1 8 2 
46 1 1 12 109 
Im ganzen 88 Unfälle, darunter 46 er- 
hebliche, wobei 4 Schiffe u. 2 Menschen- 
leben verloren gingen. 
Im Weser- und Jadegebiet ereignete sich noch nicht der dritte Teil der 
Zahl der Unfälle, die auf der Elbe stattgefunden haben. In der Weser, von der 
Schlüssel-Tonne aufwärts bis Bremen, kamen 83 schwere und 92 leichte Unfälle 
vor, darunter 35 Strandungen; 3 Schiffe sind gekentert, 6 gesunken und 54 von 
verschiedenartigen Unfällen betroffen worden. Vor und in den Häfen von 
Bremerhaven und Geestemünde ereigneten sich 64 Unfälle, bei denen 2 Schiffe 
und 2 Menschenleben verloren gingen,
	        
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