Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
Übereinstimmend zeigt sich in der zweiten Hälfte der Beobachtungsreihe
dagegen auch hier die beschleunigende Wirkung von Schlingern, Stampfen und
Stoßen, wenn diese Bewegungsarten vereint ausgeführt werden.
Durch die Vereinigung der für sämtliche Chronometer gefundenen Resultate
ergaben sich endlich als Mittelwerte folgende Einwirkungen der einzelnen Be-
wegungsarten auf den täglichen Gang:
bei einfachem Rotieren . . . . -
bei Rotieren mit Schlingern. .
bei Rotieren mit Stampfen . . . ..
bei Rotieren mit Schlingern und Stampfen . . .
80
0,165
1- 0,01 sek
— 0,21 0x
— 2,51 sek,
bei Rotieren mit Stoben . . ..0.00.0000 0 + -}- 0,4550,
bei Rotieren mit Schlingern und Stollen . . . . -/- 0,13%,
bei Rotieren mit Stampfen und Stoßen. . . . . ++ 0,O1sek,
bei Rotieren mit Schlingern, Stampfen und Stoßben. — 1,195%
Als schließliches Ergebnis folgt hieraus, daß der tägliche Gang durch
die Schlinger- oder Stampfbewegung allein nur wenig, vorwiegend aber in be-
schleunigendem Sinne, beeinflußt wird, daß dagegen eine auffallende Gang-
heschleunigung eintritt, sobald die Instrumente der kombinierten Bewegunzsart
(Schlingern und Stampfen) ausgesetzt werden.
Dieses Ergebnis befindet sich mit dem aus den früheren Versuchen ab-
geleiteten in völliger Übereinstimmung. Während damals (1886) jedoch der
Gang durch die vereinte Einwirkung von Stößen und der kombinierten Schlinger-
und Stampfbewegung noch mehr beschleunigt wurde, zeigt sich bei der vor-
liegenden Reihe für diesen Fall eine Verlangsamung des Ganges.
Dieses abweichende Verhalten der Chronometer findet vielleicht durch
folgende Umstände seine Erklärung. Bei der im Jahre 1886 ausgeführten Reihe
wurden beim Stoßen drei auf den Radweg äquidistant verteilte schiefe Ebenen
verwandt. Hierdurch wurde nach gleichen Zeitabständen eine Wiederholung
der Stoßbewegung erreicht. Bei den vorliegenden Versuchen wurden dagegen
nur an zwei Tagen drei, späterhin zwei schiefe Ebenen benutzt. Von einer
ıleichmäßigen Verteilung dieser schiefen JKbenen mußte jedoch abgesehen
werden, da sich eine ungleichmäßige Senkung des Steinfußbodens des Licht-
hofes herausgestellt hatte und nur wenige Stellen desselben sich zur Anbringung
der schiefen Ebenen geeignet zeigten.
Das nicht vollständig übereinstimmende Endergebnis über die Stoßwirkung
aus der früheren und der vorliegenden Versuchsreihe dürfte es nun wohl als
gerechtfertigt erscheinen lassen, daß derartige Versuche häufiger ausgeführt
werden, um auf diese Weise zu einem einwandfreien Mittelwert zu kommen.
. Die Schiffsunfälle an der deutschen Küste in den Jahren
1898 bis 1902.
Das Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht unter diesem Titel in
einem Sonderabdrucke aus den „Vierteljahrsheften zur Statistik des
Deutschen Reichs“, Jahrgang 1904, 11I. Heft, eine von einer kartographischen
Darstellung begleitete Zusammenstellung der Schiffsunfälle, die sich in den
Jahren 1898 bis 1902 an den deutschen Küsten in einer Entfernung von nicht
mehr als 20 Sm davon und in den von Sceschiffen befahrenen Binnengewässern
ereignet haben. Danach ist die Gesamtzahl der Schiffsunfälle an den deutschen
Küsten mit 2503 in den Berichtsjahren, gegen 2510 im vorhergegangenen Jahr-
fünft, trotz des starken Verkehrs-Aufschwunges in den deutschen Hafenplätzen
fast. die gleiche geblieben. Sie zeugt damit von der zunehmenden Sicherheit
der Schiffahrt, die nicht zum wenigsten auf die verhesserten Kinrichtungen des
Seezeichenwesens, zum großen Teile auch wohl auf den sich immer mehr voll-