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Annalen der .Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
Nach Einschaltung der Stoßvorrichtung zeigte dagegen die Rotations-
dauer einige kleinere Abweichungen. Diese Erscheinung findet ihre Erklärung
wohl teils in der bereits erwähnten, durch den Bruch der Stoßstange verursachten
Störung, teils auch in dem Umstande, daß infolge allmählicher Abnutzung des
Gummiringes am Rade der Stoßeinrichtung wiederholt eine Anderung in der
Länge der Stange selbst vorgenommen werden mußte. Die Größe der Reibung
des gummiumlegten Rades am Steinboden mußte hierdurch naturgemäß beeinflußt
werden,
Während der zweiten Hälfte der Untersuchungsreihe wurden folgende
Beträge der Rotationsdauer festgestellt:
beim Rotieren und Stoßen . . .,
beim Rotieren und Stoßen mit Schlingern .
beim Rotieren und Stoßen mit Stampfen . . . ..
’eim Rotieren und Stoßen mit Schlingern und Stampfen
23,5 sek
24,1 ek
22,7 5ek
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Immerhin dürften diese Abweichungen das Endergebnis kaum in einer
bemerkbaren Weise beeinflußt haben.
Die Dauer der einzelnen Bewegungsphase beim Schlingern und Stampfen
betrug im Mittel 9,95%. Diese Phasendauer konnte bei der vorliegenden Reihe
nicht. so konstant wie bei der vorigen gehalten werden. Der Grund hierfür ist
darin zu suchen, daß sich die Transmissionsschnur des Apparates (gedrehte
Lederschnur) nicht nur von Versuch zu Versuch, sondern auch während der
Dauer jedes einzelnen Versuches ungleichmäßig streckte, mithin auch keine
gleichbleibende Arbeitsleistung zu vollbringen vermochte. Die Wiederaufrichtung
des durch die 11 Chronometer so sehr belasteten Kastens aus der Tieflage er-
folgte durch die Schnur wiederholt nur sehr langsam. Hierdurch wurde natur-
gemäß die Phasendauer vergrößert. Trotz dieser kleinen Unregelmäßigkeiten
kann das Arbeiten des Combeschen Apparates auch dieses Mal während der
yanzen Beobachtungszeit als befriedigend bezeichnet werden.
Zur Veranschaulichung der erzielten Beobachtungen wird in der Tabelle I
die gesamte vom 8, September bis 8. Dezember ausgeführte Reihe mitgeteilt.
In dieser Tabelle sind nehen den einzelnen Tagen die beobachteten Stand-
unterschiede der Chronometer angegeben.
Aus diesen Standunterschieden wurden sodann für die „Arbeitstage“ der
sich für 24 Stunden ergebende Gang der einzelnen Instrumente während der
einzelnen Bewegungsarten ermittelt. Im weiteren Verfolg wurde aus den
zwischen den einzelnen „Arbeitstagen“ jeder Periode sowie aus geeigneten
„Ruhetagen“ vor Beginn und nach Schluß jeder Periode. der auf 24 Stunden
reduzierte „tägliche Gang während der Ruhe“ ermittelt.
Der Vergleich beider Größen zeigt dann den Einfluß jeder einzelnen
Bewegungsart, wie aus der Tabelle 1I zu ersehen ist.
Aus den mitgeteilten Zahlenreihen ergibt sich, zunächst bezüglich der
ohne Stoß ausgeführten Bewegungsarten, daß „Schlingern“ und „Stampfen“ den
Gang sämtlicher Chronometer nur sehr wenig beeinflussen, daß dagegen die
vereinigte Wirkung beider Bewegungsarten eine wesentliche Gangbeschleunigung
ervorrulft.
Nicht so gleichmäßig wirkt der Stoß in Verbindun:z mit den verschiedenen
Bewegungsarten auf die einzelnen Instrumente ein. Kunoblich 2362 zeigt z. B.
fast keine Gangänderung bei Schlingern, bei Stampfen oder bei der kombinierten
Bewegungsart, sobald das Instrument. gleichzeitig auch der Stoßwirkung aus-
gesetzt wird. Aber auch das Verhalten der übrigen Chronometer ist in diesem
Falle nicht gleichartig. !)
1) Bröcking 779 und Tiede 392 wurden von der Kaiserlichen Werft in Kiel aus dem
Grunde für die KErschütterungsversuche zur Verfügung gestellt, weil bei diesen Instrumenten auf
Grund von Bordbeobachtungen eine starke Empfindlichkeit gegen Stöße vermutet wurde. Diese
Annahme hat sich jedoch nicht bestätigt.
Bei dem Chronometer Fletcher 3024, welches aus dem gleichen Grunde für die Versuche
bestimmt wurde, ließ sich dagegen eine Empfindlichkeit gegen Stöße feststeilen. Allerdings äußerte
sich diese Empfindlichkeit in Gangänderungen mit verschiedenem Vorzeichen.