Untersuchungen über das Verhalten von Schiffschronometern ete, 575
Die ursprünglich in Aussicht genommene Wiederholung der anfänglichen
Bewegungsart (Einfaches Rotieren) am Schluß der Reihe wurde leider dadurch
verhindert, daß ein großer Teil der benutzten Chronometer unmittelbar nach Ab-
schluß der letzten der acht Bewegungsarten zurückgeliefert werden mußte.
Für jede dieser Bewegungsarten wurden an je vier Tagen, und zwar jedes-
mal sechs Stunden lang durch Koppelung des im Keller der Deutschen Seewarte
befindlichen Gasmotors an den Combeschen Apparat Untersuchungsreihen aus-
geführt. Es wurde durch diese Anordnung ermöglicht, für jede Periode eine
Gangbeobachtung von 24 Stunden zu erlangen.
Um nun den Einfluß der einzelnen Bewegungsarten auf den Chronometer-
gang zu ermitteln, erschien es erforderlich, eine Reihe von Ruhetagen in obige
Reihe einzuschalten. Leider war es jedoch nicht ausführbar, diese Ruhetage
gleichmäßig auf die ganze Reihe zu verteilen, da der oben erwähnte Gasmotor
in erster Linie für Zwecke der Druckerei der Deutschen Seewarte Verwendung
findet. Hierdurch erklärt sich auch die ungewöhnlich lange Ausdehnung der
Versuche über einen Zeitraum von drei Monaten. Es muß allerdings hierzu
noch bemerkt werden, daß diese lange Zeitdauer zum Teil auch dadurch ver-
ursacht wurde, daß die zur Ausführung des Stoßes dienende eiserne Stoßstange
dreimal einen Bruch erlitt. Eine Beseitigung dieser Störungen konnte erst
dadurch erreicht werden, daß an die Mitte der Stoßstange zwei schräggestellte
eiserne Verstärkungsleisten angebracht wurden. Wenn hierdurch auch die Stoß-
vorrichtung in ausreichender Weise versteift wurde, so ließ es sich doch nicht ver-
meiden, daß das anfänglich ziemlich starke Federn beim Stoßen vermindert wurde.
Die Untersuchungsreihe war ursprünglich täglich für die Zeit von 9 Uhr
vormittags bis 3 Uhr nachmittags in Aussicht genommen. Da der Gasmotor
jedoch von Anfang Oktober ab infolge eines früheren Beginnes des Druckes der
Wetterberichte der Deutschen Seewarte täglich schon von 1'/4 Uhr mittags ab zur
Verfügung stehen mußte, und es ratsam erschien, einen zeitweilig gemeinsamen
Betrieb von Druckerpresse und Combeschem Apparat zu vermeiden, so wurden
zur Vermeidung von Änderungen in dem Untersuchungsplane die Beobachtungen
an den „Arbeitstagen“ bereits um 7 Uhr begonnen.
Das Aufziehen der Chronometer fand täglich um 1'/4 Uhr statt. Es trat
somit während der Beobachtungsstunden stets derselbe Teil der Zugfederwirkung
in Tätigkeit.
An Instrumenten wurden von den Kaiserlichen Werften in Kiel und
Wilhelmshaven sowie von den Chronometer-Fabrikanten: W. Bröcking und
Th. Knoblich, Inhaber A. Meier zu Hamburg, A. Kittel in Altona und
F. Lidecke in Geestemünde, im ganzen 11 Stück, zur Verfügung gestellt, wofür
die Deutsche Seewarte auch an dieser Stelle ihren Dank ausspricht.
Durch die erwähnte Bereitwilligkeit war es möglich, die Untersuchung
mit folgenden Instrumenten auszuführen:
Bröcking . .. . . 779,
Fletcher . . . . . 3024,
Knoblich 2289, 2362, 2364,
2385, 2430, 2432,
Lidecke .
Schlesicky
Tiede .
„‚. 4... 257,
«2. 3026,
= rnnuur 892
Die zur Untersuchung herangezogenen Instrumente wurden nach An-
bringung in dem Chronometerkasten des Combeschen Apparates täglich zweimal
auf chronographischem Wege mit den drei Normaluhren der Deutschen Seewarte:
Kittel. . 0.0... 55, Straßer & Rohde . . 219
Knoblich. . . . . 2090, |
verglichen. Die Stände der Normaluhren wurden aus den Zeitbestimmungen
abgeleitet, welche durch Abteilung IV am Bambergschen Passage-Instrument
ausgeführt wurden.
Die Rotationsdauer des Apparates hat sich in der ersten Beobachtungs-
hälfte fast konstant gehalten. „Dieselbe betrug (im Mittel):
beim Rotieren. . . . «+.
beim Rotieren und Schlingern .
beim Rotieren und Stampfen. . . . .
beim Rotieren, Schlingern und Stampfen