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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1904.
es sofort, sei es, daß es in heimischen oder fremden Fahrwässern auftritt.
Anderseits wird ein Mann, dem es ein oder zweimal begegnet und der früher
nichts davon gehört hat, sehr wahrscheinlich glauben, daß sein Schiff von
Strömen oder Wirbeln oder einer anderen nahe liegenden Ursache beeinflußt
sei. In der Tat wird ja die Manövrierung auch von diesen Ursachen eben in
den Flußmündungen oft erschwert, und es wird wohl manchmal schwierig
sein, die Wirkungen derselben von denen des Totwassers zu unterscheiden. Es
ist wohl zu vermuten, daß wir, wenn die Aufmerksamkeit auf das eigentümliche
Totwasser-Phänomen einmal erweckt ist, allmählich eine vollständigere Kenntnis
desselben und seiner geographischen Verbreitung auf Grundlage der Erfahrung
haben werden.
V. Walfrid Ekman,
Untersuchungen über das Verhalten von Schiffschronometern auf
bewegter Unterlage durch Abteilung IV der Deutschen Seewarte.
Über das Verhalten von Chronometern auf bewegter Unterlage wurden
bereits in den Jahren 1883 und 1886 eingehende Untersuchungen mit Hilfe des
Combeschen Apparates im Lichthofe der Deutschen Seewarte angestellt. Die
Ergebnisse der letzten dieser Untersuchungen sind in den „Ann. d. Hydr. ete.“
1839, 8. 225 ff., veröffentlicht. Eine ausführliche Beschreibung des Combeschen
Apparates ist im „Archiv der Deutschen Seewarte“, Jahrgang 1889, Heft 2,
enthalten. Als Endergebnis der im Jahre 1886 ausgeführten Beobachtungsreihe
zeigte sich folgendes: „Alle Bewegungsarten des Apparates erzeugen
übereinstimmend eine Akzeleration; dieselbe ist relativ gering beim ein-
fachen Rotieren, beim Rollen sowie beim Stampfen, erreicht aber bei der
kombinierten Bewegung (Rollen und Stampfen) einen ganz erheblichen
Betrag. Der, Grund für letztere Erscheinung ist jedenfalls darin zu suchen,
daß eine bedeutende Komponente der kombinierten Bewegungen in der Ebene
der Unruhe des Chronometers liegt; Bewegungen dieser Art aber beeinflussen
bekanntlich den Gang sehr beträchtlich, sind nicht allein häufig die Ursache
von Gangsprüngen gewesen, sondern haben auch in einzelnen Fällen den Ruin
des ganzen Instruments herbeigeführt. Die akzelerierende Wirkung wird im
allgemeinen noch verstärkt, wenn in der oben beschriebenen Weise noch senk-
rechte Stöße hinzutreten.“
Um nun weitere Aufklärung über die Art und Größe dieser Stoßwirkungen
auf den Gang von Schiffschronometern zu bekommen, wurde bei der Aufstellung
des Arbeitsplanes zu den vorliegenden Untersuchungen von vornherein ein ganz
besonderes Gewicht auf die Wirkung der Kombination der Stoßbewegung mit
jeder anderen Bewegungsart gelegt. Hierbei war auch der Grund mit maß-
gebend, daß es von Interesse für die praktische Nautik erschien, festzustellen,
ob die Instrumente der seit 20 Jahren wesentlich verfeinerten Chronometer-
industrie in gleicher Weise wie die früheren durch die einzelnen wie kombinierten
Bewegungen beeinflußt würden.
Im Hinblick auf diese Gesichtspunkte wurde die Untersuchung in folgender
Auordnung ausgeführt:
Einfaches Rotieren,
Rotieren mit Schlingern,
Rotieren mit Stampfen,
Rotieren mit Schlingern und Stampfen,
Einfaches Rotieren und Stoßen,
Rotieren mit Schlingern und Stoßen,
Rotieren mit Stampfen und Stoßen,
Rotieren mit Schlingern, Stampfen und Stoßen.