‚. Hasenkamp, H.: F. Ahlborns Untersuchungen etc. des hydrodynamischen Widerstandes, 553
vom Rande wächst. Vom Maximum aus ziehen sich die Scheidungslinien der
Strömungen nach den Ecken, an denen er um 80 kleiner wird, je kleiner deren
Winkel sind. Am Rande finden sich die relativen Maxima des Druckes in den
Berührungspunkten des eingeschriebenen Kreises.
An der Rückseite der Tafeln werden analog dem Vorhergehenden die
Drucke am Rande denen der Vorderseite entsprechen und man darf annehmen,
daß der Nachlauf eine mit der Breite der Tafel zunehmende Erhöhung des
Minderdrucks in der Mitte hervorruft.
In ganz ähnlicher Weise läßt sich auch die Schiefstellung der Platte
untersuchen, bei der, ‚wie die photographischen. Profile gezeigt haben, das
Maximum gegen den vorstehenden Oberrand verschoben wird und bei der nach
Ansicht des Verfassers eine Änderung in der Erstreckung des maximalen Druckes
eintreten muß. Mit der Abnahme des Winkels, unter dem ein Wasserstrahl
gegen eine Ebene trifft, nimmt auch die seitliche Ausbreitung auf der Fläche
ab, und die Fäden strömen umsomehr der geraden Linie genähert in der Ein-
fallsebene nach: dem unteren Rande. Wegen der geringeren Ablenkung der
Fäden ist auch der Druck an der Ablenkungsstelle geringer und damit auch
die. Tendenz zur seitlichen Ausweichung. Wenn aber in der Nähe des Seiten-
randes nur wenige Fäden bei geringem Druck abgelenkt werden, so kann auch
die dadurch hervorgerufene Druckverminderung nicht über diese Ablenkung
hinausreichen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß sich auch bei kleinem
Neigungswinkel die Hochdrucklinie ebensoweit nach dem Seitenrande aus-
dehnt, wie sie sich vom Oberrande entfernt.
Von der Hochdrucklinie aus nimmt der Druck über der Vorderfläche der
Tafel langsam nach allen Seiten ab. Am Rande sind die Druckhöhen der Ober-
kante größer als an der vom Maximum abgewandten Unterkante, an den Seiten-
rändern liegt der größte Druck in der Verlängerung der Hochdrucklinie, An
den Ecken ist der Druck kleiner als an den mittleren Punkten des Randes und
erreicht an den Ecken des Unterrandes seinen kleinsten Wert.
Auch hier umschließen die an den Rändern abströmenden Massen einen
glockenförmig geschlossenen Raum, der von Schleppwasser erfüllt ist. Die bei
senkrechtem Auftreffen symmetrische Glocke zieht sich bei schräger Stellung
mit abnehmendem Neigungswinkel immer mehr hinter den Oberrand zurück.
Die Wirbelung der Schleppe bleibt ringförmig; doch ist der Bogen am Unter-
rande nur unbedeutend, während der des Oberrandes den ganzen Raum der
Glocke neben oder hinter der Tafel ausfüllt und sich seitlich im Bogen. nach
hinten zieht, wo er in den Unterrandwirbel übergeht. . .
Dieser Ring berührt die Tafel in einer Linie, die bei Flächen in der
Normalstellung symmetrisch zu der Begrenzung der Tafel lag und eine kreis-
förmige oder elliptische Gestalt hatte, die aber bei geneigten Tafeln mit ab-
nehmendem Neigungswinkel gegen den unteren hinteren Rand verschoben wird,
wobei das Druckmazimunm. gegen den Vorderrand stößt. Da durch den Nach-
lauf die Flüssigkeit gegen das von.der Berührungslinie begrenzte Flächenstück
des Tafelrückens getrieben wird, so ergibt sich eine Verringerung des Minder-
druckes, während außerhalb. der Berührungslinie die Flüssigkeit von der Tafel
weggeführt und also eine Vertiefung der Depression hervorgerufen wird. -
Das Maximum des Druckes, den der Nachlauf auf die Tafel ausübt, wird
im Auffüllungsgebiet an der Teilungsstelle des Stromes an der Tafel liegen,
also meistens am unteren Rande; es muß also der Druck im Auffüllungsgebiete
nach oben hin gegen die Berührungslinie des Wirbelbogens abnehmen. Im Ab-
saugungsgebiet schreitet die Abnahme des Druckes um so schneller fort, je
mehr sich die Fäden des großen Wirbels in.ihrer nahezu kreisförmigen Gestalt
von der Tafel abwenden. Der tiefste Minderdruck müßte also, da auch der
obere Randstrom auf das Niederdruckgebiet eine Saugwirkung ausübt, gleich
hinter dem Oberrand der Tafel liegen, also ein tiefes Minimum unmittelbar
neben einem unter Hochdruck stehenden Strom, ein Gegensatz, der in der
Flüssigkeit nicht bestehen kann, da die Zentrifugalkräfte der Wirbelbewegung einen
kontinuierlichen Übergang durch Ausgleichung der Druckdifferenzen bewirken.
Infolgedessen ‘hat das Minimum seine Lage in geringer Entfernung vom Ober-
rande, da der Druck in unmittelbarer. Nähe des Randes wegen der erwähnten
Übergangsbildung im Ansteigen begriffen ist. Ahnliche Übergänge sind natür-