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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im November 1903, 
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Witterung am 21. bis 25. bezw. ostwärts der Oder bis 26. Die höchsten täg- 
lichen- Temperaturen zeigten in ihrem Verlaufe bis über Monatsmitte hinaus 
sehr wenig Änderung von Tag zu Tag, nach verschiedenartigem Verlauf in den 
arsten Tagen vom 4. meist bis 19. ganz überwiegend stetige geringfügige Ab- 
nahme, nur selten durch kurzes Steigen unterbrochen; hierauf folgte eine 
stärkere Zunahme bis zum 24, oder 25. und sodann meist noch stärkeres Sinken 
von etwa gleicher Dauer, worauf die letzten Tage wenig weitere Anderung 
herbeiführten. — Die Temperatur schwankte zwischen — 7,7°, dem Minimum 
von Neufahrwasser, und 12,1°, dem Maximum von Keitum, also um 19,8°, 
während die kleinste Schwankung gleich 11,4° in Swinemünde und die größte 
gleich 19,0° in Neufahrwasser beobachtet wurde. — Borkum hatte nur 1 und 
Memel 11 Frosttage, während .die übrigen Normalbeobachtungsstationen deren 
4 bis 6 und Rügenwaldermünde 7 hatten. — Die aus den Anderungen der 
Temperatur von Tag zu Tag für die drei Beobachtungstermine als arithmetisches 
Mittel, ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Änderungen berechneten Werte 
der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren 
größten Werten zwischen 1,5° (Borkum) und 3,0° (Memel) und zeigten ihre 
kleinsten Beträge am häufigsten am Nachmittag, ibre größten am Morgen. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen wiesen vielfach für benachbarte 
Orte nicht unerhebliche Unterschiede auf; die der Nordseeküste übertrafen 
durchschnittlich die der Ostseeküste, wo die Beträge meist unter 60 mm blieben, 
während dies an der Nordsee nur auf Neuwerk und Keitum der Fall war. Gegen 
37 mm in Hela und 39 mm auf Neuwerk hatten Büsum 98 und Süderhöft 112 mm 
Niederschlag. — Sieht man von geringfügigen und von vereinzelten Nieder- 
schlägen ab, so fielen diese, wenn man den Niederschlagstag um 8° V Ortszeit 
des gleichnamigen Kalendertages beginnen läßt, über größerem Gebiete am 3. 
ostwärts bis Pommern, 6. von Rügen ostwärts, 9. und 10. an der ganzen Küste, 
Il. an der Nordsee und ostwärts der Oder, 12. an der ganzen Küste, 14. ost- 
wärts bis Mecklenburg, 15. und 16. an der ganzen Küste, 17. ostwärts bis Rügen, 
20. bis 28, an der ganzen Küste, ausgenommen den 27. au der ostdeutschen 
Küste, am 29, von Rügen ostwärts und am 30. über dem ganzen Gebiete. — 
Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigende Niederschläge fielen nur 
am 10. in Memel (24) und am 25. in Wyk a. F. (24 mm). 
Gewitter wurden beobachtet am 25, an’der Nordsee und der Kieler Bucht. 
—. Nebel trat in größerer Verbreitung auf am 1. von Elbe bis Oder, 2. ostwärts 
bis zur Oder, 3. an der ganzen Küste, 4, von Mecklenburg- ostwärts, 9. und 12, 
bis 14. an der Nordsee, 15. an Teilen der Ostsee, 17. an der westlichen Nordsee, 
18. und 19. an der ganzen Küste, 20. ostwärts bis Mecklenburg und am 27. ost- 
wärts bis Rügen. ; 
Als heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus 
den nach der Skala 0 bis 10 zu Zeiten der Terminbeobachtungen geschätzten 
Bewölkungsgraden kleiner als 2 blieb, charakterisierten sich über größerem 
Gebiete der Il. an der westlichen Ostsee, i4.. von Mecklenburg bis Pommern 
and der 29. an der Nordseeküste von der Weser ostwärts. 
Die Wetterlage zeigte bis zum 12, das ostwärts gerichtete Vorüberschreiten 
von vier Minima im hohen Norden, am 1. und 2., 3. bis 5., 7. und 8. und am 
9. bis 12.° Die ersten beiden Minima gewannen Einfluß auf die Küste durch 
Aache Ausläufer niedrigen Druckes, ‚führten aber, wie angegeben, nur wenig 
Niederschläge herbei; der Einfluß des dritten Minimums blieb aber auf Nord- 
europa beschränkt, da in den Tagen vom 3. bis 8, ein Hochdruckgebiet vom 
Ozean über die Britischen Inseln nach der Mitte Kontinentaleuropas drang. 
Dagegen entwickelte das letztigenannte Minimum einen in seinem Vorübergang 
bis zu den Alpen reichenden Ausläufer niedrigen Druckes, der der Küste am 
j, bis 12, täglich fast überall Niederschläge und, in Wechselwirkung mit stark 
von Südwesteuropa her vordringendem hohen Luftdruck am 10. und Il. in dem 
angegebenen Umfange steife und stellenweise stürmische Winde brachte, Bei 
fast durchweg westlichen, nur vorübergehend nach Südost ärehenden Winden 
war das Wetter durchweg mild und in den ersten Tagen sehr verbreitet neblig; 
am 4. „amd im Osten am 1. wurden die höchsten Temperaturen des Monats 
eobachtet.
	        
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