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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im September 1904. 
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and 2. an der Nordsee, 8. bis 10. und 26. bis 28. an der Ostsee und am 30. 
für den größten Teil der Küste ein. ; 
Die auf den Normalbeobachtungsstationen verzeichneten höchsten Nach- 
mittagstemperaturen zeigten in ihrem Verlauf von Tag. zu Tag nach verschieden- 
artigen Änderungen während der ersten Tage ein stärkeres Ansteigen und den 
Eintritt der höchsten Monatstemperaturen in der zweiten Pentade, worauf ein 
ziemlich ‘stetiger Rückgang bis etwa Monatsmitte erfolgte; nach einer an- 
schließenden Woche mit geringer Änderung und durchschnittlichem Sinken der 
Temperatur führte dann ein mehrtägiges Ansteigen wieder höhere Temperaturen 
für die letzte Pentade herbei. 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der höchsten (25,1°) 
von Rügenwaldermünde und der niedrigsten (1,3°) von Memel, also um 23,8°, in 
Borkum um 15,6° gegen 23,1° in Rügenwaldermünde. Nur auf dieser Station 
wurde ein „Sommertag“ gezählt, an dem die Temperatur bis 25° stieg. 
Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rücksicht 
auf die Vorzeichen der Anderungen als arithmetisches Mittel für die drei Beob- 
achtungstermine berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der 
Temperatur (I, T. V.) lagen mit ihren größten Beträgen zwischen 1,4° (Borkum) 
und 2,1° (Keitum); der kleinste Wert fiel meist auf den Morgen, der größte 
meist auf den Nachmittag, doch zeigen sich bereits erhebliche Abweichungen 
von einem solchen sommerlichen Verhalten, 
Die monatlichen Niederschlagsmengen blieben westlich der Jade, über 
Rügen und Umgebung, wie über der preußischen Küste meist. unter 20 mm 
und überschritten als Höchstwerte nur vereinzelt 40 mm; gegen 5,3 mm in 
Wittower Posthaus und 5,7 mm in -Hela hatten Rügenwaldermünde 48 und 
Schleimünde 49mm. Läßt man den Niederschlagstag um 8"V des gleich- 
namigen Kalendertages beginnen und sieht man von vereinzelten wie von gering- 
fügigen Niederschlägen ab, so fielen die Niederschläge im September am 1, ost- 
wärts bis zurElbe, 3, und 7, ostwärts bis Mecklenburg, 8. von Rügen bis Westpreußen, 
9, von Elbe bis Oder, 10. an der ganzen Küste, 11. von der Weser bis Pommern, 
12. an der preußischen Küste, 18. und 14. ostwärts bis Pommern, 19, über 
Hinterpommern, 21. an der Nordsee, 22. von der Elbe ostwärts, 23, bis 25, ost- 
wärts bis Mecklenburg, 26. über Mecklenburg und Hinterpommern sowie am 29, 
vielfach an der Nordsee. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm erreichende 
Niederschläge fielen am 1l. in Rügenwaldermünde (21) und am 12. in Memel (20). 
Nebel wurde in größerer Ausdehnung nur am 1, bis 3. an der Westküste 
Schleswig-Holsteins, 8. ostwärts bis zur Weser, 25, westlich der Jade, 26. ost- 
wärts bis zur Kieler Föhrde, 27, ostwärts bis Pommern, 28. an der schleswig- 
holsteinschen Küste und am 30. an der Nordsee beobachtet. 
_ Als heitere Tage, an denen die dreimal am Tage nach der Skala 0 bis 10 
beobachtete Bewölkung im arithmetischen Mittel kleiner als 2 war, charakterisierten 
sich über größerem Gebiete der 1, bis 3. über Mecklenburg, Pommern und teil- 
weise auch Preußen, der 5, und 6. an der ganzen Küste, der 7. über Pommern 
und Preußen, der 8. an der preußischen Küste, der 16. an der westlichen Ostsee- 
küste, der 17. ostwärts bis Rügen,’ der 18, an der ganzen Küste, der 19. ost- 
wärts bis zur Oder, der 20. ostwärts bis zur Elbe und der 30. ostwärts der Oder. 
Gewitter wurden nur ganz vereinzelt beobachtet, mehrfach nur in den Tagen 
vom 10. bis 12, über Gebietsteilen ostwärts der Oder. . 
Im‘ Bereiche eines nordwestlich von Schottland her nach Nordwest- 
deutschland reichenden. Ausläufers niedrigen Druckes hatte die westdeutsche 
Küste zu Beginn des Monats Regenfall, und ein am 2, bis 4, über Irland und 
dem Skagerrak fortschreitendes Teilminimum führte über dem gleichen Gebiet 
am 3. wie noch am 4. an der Odermündung Niederschläge "herbei; sonst waren 
diese Tage trocken und an der Ostsee vielfach heiter. 
Ein im Rücken des letzten Teilminimums von Südwesten her vordringendes 
Hochdruckgebiet schritt bis zum 8. unter zeitweiser Ausdehnung über fast ganz 
Europa nordostwärts nach Nordwestrußland; auf seiner Rückseite wurden die 
Winde an der Küste am 5, östlich, und es erfolgte bei heiterem Wetter ein 
Ansteigen der Temperatur, im Westen bis zum 6., im Osten bei entsprechend 
längerer Fortdauer des heiteren Wetters bis zum 8,
	        
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