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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

540 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904. 
stehung des Nebels gegeben werden kann: Nach Sonnenuntergang findet eine 
schnelle Erkaltung der höheren Bergspitzen und Hänge durch Strahlung statt, 
wodurch die mit diesen in Kontakt befindliche Luft ebenfalls sich stark abkühlt, 
relativ schwer wird und die Hänge hinunterfießt. Da die Luft über dem See 
und seiner Umgebung wärmer und feuchter ist wie die zufließende Luft, so ent- 
steht durch Mischung eine unter den Taupunkt abgekühlte Luft, welche die 
Feuchtigkeit als Nebel ausscheidet. Wenn sich nach Sonnenaufgang der Nebel 
aufgelöst hat, ist in Umgebung der Boden mit starkem Tau bedeckt. Da dieser 
Tau nicht durch Ausscheidung der Luftfeuchtigkeit an den durch Strahlung stark 
erkalteten Oberflächen der Pflanzen entstanden ist, so schlägt der Verfasser 
hierfür die Bezeichnung „falscher Tau“ vor. Dr. Br. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A, Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben. 
Hahn, R.: Das Wetter, die Winde und die Strömungen der Meere. Für die 
Seepraxis bearbeitet. 8°, 48 S. mit 3 Taf. Hamburg 1904. Eckardt 
& Messtorff. 
Man kann wohl nicht sagen, daß die deutsche Literatur an leichtfaßlichen Büchern über 
Meteorologie einen besonderen Mangel litte. Neben den bekannten vorzüglichen Grundzügen der 
Meteorologie von Mohn, haben wir Traberts Meteorologie u. a, Für den Seefahrer insbesondere 
dienen zur Information die Segelhandbücher der Deutschen Seewarte für die drei Ozeane. Zur Ein- 
führung in diesen Wissenszweig enthalten neuere Lehrbücher der Navigation das Erforderliche, das 
durch Köppens kleines Buch „Grundlinien der maritimen Meteorologie“ noch weiter ergänzt wird. 
Die langjährige Behandlung dieses Stoffes beim Unterricht hat den obengenannten Verfasser 
veranlaßt, diese Literatur noch durch Herausgabe seines Buches zu vermehren. Die Handschrift 
desselben hat der Deutschen Seewarte vorgelegen und sind daraufhin dem Verfasser mancherlei 
Bemerkungen zu dem Inhalt zugegangen. Diese konnten sich nur auf einige besonders hervor- 
lretende sachliche Punkte beziehen. Auf die eigentliche Anlage des Buches, Inhalt und Form, konnte 
die Deutsche Seewarte dabei natürlich nicht eingehen. Ein solches Eingehen würde für die 
Deutsche Seewarte mit einer Umarbeitung der Handschrift gleichbedeutend gewesen sein, zu der 
8ie keinerlei Veranlassung haben konnte. Dementsprechend ist dem Verfasser seinerzeit auch mit- 
geteilt worden, daß die Deutsche Seewarte die Erwähnung ihres Einverständnisses in dem Vorwort 
nicht gestatten könne, H. 
Weber, Leonhard: Wind und Wetter. Fünf Vorträge über die Grundlagen 
und wichtigeren Aufgaben der Meteorologie, 8°, 130 S. Mit 37 Fig. im Text 
und 3 Tafeln. „Aus Natur- und Geisteswelt“. 55. Bändchen. Leipzig 1904. 
B. 6. Teubner. 
Die Vorträge, welche in den Volkshochschulkursen zu Kiel gehalten wurden, behandeln die 
meteorologischen Beobachtungen an der Erdoberfläche und die Instrumente, Drachen- und Ballon- 
beobachtungen, die Klimatologie, die Bewegungsgesetze der Luft und die Wettervorhersage. Die 
Behandlung des Stoffes ist im allgemeinen elementar gehalten, mit Ausnahme des Vortrages über 
Drachen- und Ballonbeobachtungen, in welchem Verfasser näher auf die Mechanik des Drachenfluges 
und die Bedingungen für die Stabilität des Drachens eingeht. Dankenswert ist die Übersicht über 
die historische Entwicklung und den jetzigen Standpunkt der neueren Methoden zur Erforschung 
der meteorologischen Verhältnisse der höheren Luftschichten, welche von allen Seiten jetzt eifrig 
in Angriff genommen wird. Einige Einzelheiten, wie z. B, die Erklärung der thermischen Bevor- 
zugung der Westküsten der Kontinente vor deren Ostküsten, erscheinen nicht ganz einwandfrei, da 
das bedeutend mildere Klima der Westküsten in den gemäßigsten Zonen nicht bedingt ist durch die 
Nähe der warmen Meeresströmungen allein, sondern vornehmlich durch die allgemeine Luftzirkulation, 
d. h. durch die vorherrschend westlichen Winde, welche den Westküsten im Winter die Wärme der 
Meere, den Ostküsten dagegen die kalte Luft aus dem Innern der Kontinente zuführen. W. Br.
	        
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