Kleinere Mitteilungen.
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Kleinere Mitteilungen.
1. Vermessung und Bebakung des Senegal. Wie „La Quinzaine coloniale“
vom 10. September 1904 (t. XV, Nr. 185) mitteilt, ist die Vermessung des Senegal
nach zweijähriger Arbeit vollendet, und der Vermessungsleiter ist nach Paris
zurückgekehrt, wo die Karten im Hydrographischen Amte hergestellt werden,
Es handelt sich um 300 Blätter, aus denen eine Karte im Maßstab 1: 5000 für
die Navigierung bearbeitet und zum nächsten Hochwasserstand fertig sein wird.
Gleichzeitig ist die Bebakung nach den von der Conference maritime inter-
nationale im Jahre 1889 in Washington aufgestellten Grundsätzen in Angriff
genommen worden. Es sind bisher 17 Leuchtbaken von 11 m Höhe aus Mauer-
werk und 600 Pfähle oder Eisenmasten an den höheren Flußufern aufgestellt
worden; gleichzeitig sind Felsmassen nach Möglichkeit aus dem Flußbette ent-
ferant worden. Während der nächsten Niedrigwasserzeit sollen diese Arbeiten
fortgesetzt und, wie man hofft, bis St. Louis beendet werden. M.
2, Schiffsverluste im Jahre 1903, A. M.C. Die jährlich durch Lloyds
Register in London zusammengestellten Statistiken über Beschädigung und Verluste
von Schiffen aller Nationen sind jetzt für das Jahr 1903 erschienen. . Dieselben
ergeben, daß im genannten Jahre der Gesamtverlust aller Handelsmarinen der
Welt an Schiffen sich auf 922 Fahrzeuge mit 779803 Tonnen belief, wobei
jedoch alle Fahrzeuge von weniger ’als 100 Tonnen nicht mitgerechnet sind
(also z. B. alle Fischerfahrzeuge).
Vom Totalverlust entfallen 326 Schiffe mit 479081 Tonnen auf Dampfer,
596 mit 300 722 Tonnen auf Segelschiffe,. Die Zunahme an Schiffsverlusten gegen
den Durchschnitt der letzten 10 Jahre betrug 33 Schiffe mit 93671 Tonnen,
Nimmt man die Verluste an Segelschiffen allein, so bleibt das Jahr 1903 hinter
dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre um 148 Schiffe mit mehr als
50000 Tonnen zurück,
Interessant sind die Angaben über die relative Häufigkeit der verschiedenen
Ursachen für die Schiffsverluste. Bei weitem an der Spitze stehen Strandungen
und ähnliche unter der Gesamtbezeichnung des Wrackwerdens zusammengefaßte
Ursachen für Schiffsverluste. Sie belaufen sich im genannten Jahre auf 36,8°%
des Gesamtverlustes an Dampfern und 43% des Gesamtverlustes an Segelschiffen.
Die nächsthäufige Ursache ist Ausrangierung und Abbruch mit 27,3°% für Dampfer
und 3,7% für Segelschiffe. Des weiteren folgt als Verlustursache bei Dampfern
Kollision mit 18,8%, „Verlassen auf See“ für Segelschiffe mit 8,9%. .
Aus der Statistik geht hervor, daß Dampfer eine bei weitem größere
Immunität gegen Unfälle aller Art zeigen als Segelschiffe. Auf das Jahr 1903
bezogen, stellten sich die Verluste an Dampfern der Hauptschiffahrtsnationen
von Europa, der englischen Kolonien und der Vereinigten Staaten durch-
schnittlich auf 1,36% der den einzelnen Staaten gehörigen Handelsdampfer,
die Verluste an Segelschiffen dagegen auf 4,46% o.
3. Über eine Ursache der Entstehung von Herbstnebeln berichtet
J. B. Cohen im Juliheft des „Quarterly Journal of the Royal Meteorological
Society“. Am Coniston-See in Lancashire, welcher auf beiden Seiten von Hügeln
umgeben ist, hat der Verfasser an klaren, ruhigen Herbstabenden häufig das
Entstehen von Nebeln über dem See beobachtet. Da die Temperatur der Ober-
fäche des Sees stets höher war wie diejenige der über dem See lagernden
Luft, so konnte als Entstehungsursache des Nebels nicht die Abkühlung relativ
feuchter Luft an einer kalten Oberfläche in Betracht kommen. Durch Beob-
achtungen in einem Boot auf dem See wurde festgestellt, daß der Nebel von
den umgebenden Bergen die Hänge hinunterfloß und sich alsdann über dem See
ausbreitete, bis das ganze Talbecken von Nebel erfüllt war und schließlich nur
die Bergspitzen aus dem Nebelmeer herausragten. Durch Beobachtung der
Lufttemperatur über dem See und auf einem der umgebenden Berge wurde fest-
gestellt, daß die Temperatur auf dem um mehrere Hundert Meter höheren Berge
stets 2 bis 3° höher war wie im Tal, so daß folgende Erklärung für die, Ent-