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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904. 
Ebenso wie die Bewölkung war auch der Feuchtigkeitsgehalt der Lult, 
im Mittel 88% betragend, ein sehr großer. Infolge der Feuchtigkeit machte 
sich auch die Wärme fühlbarer als dies sonst der Fall gewesen wäre. 
17 regnerische Tage brachten eine Gesamtregenmenge von 281,6 mm. 
Hiervon fiel die größte Menge in der zweiten Hälfte des Monats. 
An verschiedenen Abenden wurde Wetterleuchten, an 2 Abenden Fern- 
gewitter beobachtet. In der Nacht vom 29. zum 30. zog ein Gewitter von 
kurzer Dauer, mit heftigen elektrischen Entladungen, jedoch wenig Regenfall 
über Tsingtau hinweg. 
Die Winde wehten mit einer Durchschnittsstärke von 2,1 der Beaufort- 
Skala meist aus den Richtungen zwischen Ost und Süd, jedoch auch zeitweilig 
aus nördlichen Richtungen; so wehte der Wind beispielsweise in der Zeit vom 
8. bis 11. ununterbrochen aus N—-NNO. In der Nacht vom 29. zum 30. zog 
eine Depression, vom Yangtse - Tale kommend, mit nordwestlichem Kurse süd- 
westlich von Tsingtau vorbei. Der hier herrschende Wind kam mit Stärke 6, 
in den Böen 7 bis 8 erreichend, aus 0S0—0. Das Barometer zeigte nur ganz 
geringe Schwankungen. 
August 1904. Der Monat August d. J. zeichnete sich durch hohe, 
wenigen Schwankungen unterworfene Mitteltemperatur der Luft aus. An einigen 
Tagen kam der Wind aus nördlichen Richtungen und verursachte dann eine 
fühlbare Abkühlung der Atmosphäre. Das Monatstagesmittel betrug 25,4°, das 
absolute Maximum 30,4° und das Minimum 20,7°. Alle Tage des Monats waren 
sogenannte Sommertage, also Tage mit einer Maximumtemperatur von 25° C. 
und darüber. Die entsprechenden Temperaturen im August früherer Jahre waren: 
1903 mittlere Tagestemperatur — 24,8°, höchste Temperatur = 30,4°, niedrigste Temperatur =— 19,5°, 
1902 23,99, 31,0°, —=13,2°, 
1901 24,99, 31,29, —=18,7°9, 
1900 7 as >... 19,1°, 
1899 16,1°, 
1898 19,2°, 
Die Bewölkung des Himmels, im Durchschnitt 4,9 Zehntel betragend, 
nahm allmählich ab. Es wurden 3 heitere und 3 trübe Tage gezählt. 
Ebenso wie die Bewölkung wurde auch die Feuchtigkeit der Luft gegen 
Ende des Monats immer geringer, sie betrug im Durchschnitt 83°%. 
Regen fiel in einer Gesamtmenge von 49,5 mm an 11 Tagen; hiervon 
fielen am 16. und in der Nacht vom 16. zum 17. allein 24,2 mm. Der Rest 
entfällt zu 2 Teilen auf das erste und zu 1 Teil auf das letzte Monatsdrittel. 
Gewitter wurden 4 beobachtet, hiervon war eins ein Nahgewitter, die 
übrigen 3 Ferngewitter. An einigen Abenden wurde außerdem noch Wetter- 
leuchten beobachtet. 
Die Hauptwindrichtung war SO, jedoch kamen auch schon einige Tage 
mit nördlichen Winden vor. Die mittlere Stärke betrug 1,9 der Beaufort-Skala. 
Sommer 1904, Die mittlere Tagestemperatur des diesjährigen Sommers 
betrug 23,3°; es ist dies die höchste Durchschnittstemperatur seit dem Sommer 
1899. Das Maximum der Temperatur mit 32,5° fiel ebenso wie das Minimum 
15,0° in den Monat Juni. Die Schwankungen in der Temperatur waren durch- 
weg gering. 
An 68 Tagen während des Sommers hatte das Maximumthermometer einen 
Stand von 25° C. und darüber. Bei einer mittleren Bewölkung von 5,7 Zehntel 
kamen im ganzen 11 heitere und 24 trübe Tage zur Auszählung; von letzteren 
entfielen auf den Juli allein 16. 
An 33 regnerischen Tagen fiel eine Gesamtregenmenge von 402,4 mm; 
hiervon kommen 17 Tage mit 231,6 mm auf den Juli zur Anrechnung. Annähernd 
gleich stellt sich der Sommer vom Jahre 1900, in welchem die Anzahl der Regentage 
40 und die Menge 466,6 mm betrug. Viel höher bewertete sich aber der Sommer 
des Jahres 1898, in dem jedoch nur während der Monate Juli und August die 
Niederschlagsmengen gemessen wurden und an 29 regnerischen Tagen schon die
	        
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