Eigentümliche Gezeitenverhältnisse an der niederländischen Küste, 525
Zeit des Neu- oder Vollmondes und kurz darauf beträgt die größte Höhen-
differenz 5—10 cm.
Durch verschiedene Umstände kann es vorkommen, daß das zweite
Niedrigwasser niedriger wird, als das erste. Dieses ist in den Sommermonaten
sehr selten der Fall, in den Wintermonaten, besonders im November, Dezember
und Januar geschieht dieses häufiger, meistens während des Übergangs von
der Spring- zur Nippzeit.
In den Gezeitentafeln ist nur das erste oder normale Niedrigwasser
verzeichnet,
7. Zieriksee,
Die Gezeiten des Zieriksees zeigen bei Hochwasser folgende Sonder-
heiten. Zur Springzeit, vom Tage von Neu- oder Vollmond bis 4 oder 5 Tage
danach steigt das Wasser nahezu bis zur Hochwasserhöhe, worauf ein Still-
stand oder ein Fallen von einigen Zentimetern eintritt, gefolgt von einem
abermaligen Steigen.
Dieses erste oder vorangehende Hochwasser kommt hauptsächlich in den
Monaten März und September vor, selten im Mai und Juni. In den Monaten
Januar bis April tritt diese Erscheinung nahezu nur bei der Vormittagstide,
und in den Monaten Juli bis November nur hei der Nachmittagstide auf,
Zur Nippzeit kommt das doppelte Hochwasser nicht vor.
Das erste Hochwasser tritt ungefähr 51" vor dem zweiten oder nor-
malen Hochwasser ein. Die. Höhe des ersten Hochwassers ist in der Regel
etwas niedriger (1 cm), als die des zweiten; doch ungefähr einmal von vier
Fällen einige Zentimeter höher.
In den Gezeitentafeln ist nur das zweite oder normale Hochwasser an-
gegeben. W. Wallis.
Die Witterung zu Tsingtau im Juni, Juli und August 1904,
nebst einer Zusammenstellung für den Sommer 1904,
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch-astronomischen Station in Tsingtau,.
Die folgende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen aus
Tsingtau sowohl für die Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate Juni,
Juli und August 190%. Den Schluß der Tabelle bildet die Zusammenstellung
für den Sommer 1904. Die Berechnungen der „Allgemeinen Luftbewegung“*
unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den drei Terminen jedes Tages
— vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, S. 63 — sind auf der Deutschen Seewarte
eingefügt worden.
Juni 1904. Der Monat Juni d. J. war in bezug auf die allgemeine
Wetterlage dem des Jahres 1899 am ähnlichsten, gegen den gleichen Monat
der übrigen Beobachtungsjahre zeigt er mehr oder weniger große Abweichungen.
Die Temperatur, die ein Tagesmittel von 21,1 aufwies und nur geringen
Schwankungen unterworfen war, erreichte am Abend des 8. kurz nach einem
Gewitter, bei welchem der Wind auf kürzere Zeit nach NNW herumgegangen
war, mit 32,5 ihren absolut höchsten Stand im Monat. Den tiefsten Stand im
Monat, 15,0, zeigte das Thermometer in der Nacht vom 4. zum 5.
Die entsprechenden Temperaturen im gleichen Monat der vorhergehenden
Jahre waren:
1903 mittlere Tagestemperatur — 20,2°,
902 19,4°
L901 20,2°,
1900 19,4°,
1899 = 21,4°,
höchste Temperatur
29,39, niedri
DE niedrigste Temperatur =13,9°
28,7°) era
A. =15,2°
929 6° =1309,
-—15,307