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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kigentümliche Gezeitenverbältnisse an der niederländischen Küste, 523 
dauer vom ersten oder. normalen Niedrigwasser bis zum zweiten beträgt 1» 50min, 
die Differenz im Wasserstand ist 3 cm. 
Nicht. immer tritt diese Erscheinung in derselben Weise auf. Häufig 
ist das zweite Niedrigwasser weniger tief, als das erste, so daß das wirkliche 
Niedrigwasser mit dem normalen übereinkommt. Auch vereinigen sich oft- 
mals beide Niedrigwasser zu einem mittleren, das später eintritt, als das 
normale, aber früher als das zweite Niedrigwasser erwartet werden kann. 
Am häufigsten kommt das doppelte Niedrigwasser zur Springzeit vor, 
vom Tage vor Neu- oder Vollmond bis 4 Tage nachher. Bei Nippzeit fällt es 
fort, außer einige Male im November, Dezember, Mai und Juni. 
Am meisten. kommt das doppelte Niedrigwasser vor in den Monaten 
September, August, Januar, Juli und Oktober, in den übrigen Monaten seltener, 
im Mai fast mie. Von Juli bis Oktober kommt das doppelte Niedrigwasser 
hauptsächlich vor bei dem Niedrigwasser, welches um Mittag eintritt, im 
Januar bei dem Mitternacht-Niedrigwasser. Auch tritt diese Erscheinung mehr 
hervor, wenn der Mond im Perigaeum steht, ; 
Die Erscheinung „Agger“ hängt mit dem doppelten Niedrigwasser von 
der Huk von Holland zusammen. 
Wenn sich die Erscheinung bei Ijmuiden zeigt, fällt nach Hochwasser 
das Wasser in 4* 2% um 14cm am Pegel unter Halbtide; das sogenannte 
erste Niedrigwasser. Darauf folgt ein Stillstand oder Steigen, wobei in 5® 1min 
nach Hochwasser, oder 59i2 nach dem ersten Niedrigwasser eine Maximalhöhe 
erreicht wird, 4 cm unter Halbtide. Dieses Steigen wird „Agger“ genannt. 
Darauf fällt der Wasserstand bis zum normalen Niedrigwasser. 
Diese Erscheinung tritt am meisten zur Springzeit auf, vom Tage von 
Neu- oder Vollmond bis 4 Tage danach. 
In der Nippzeit verschwindet die Erscheinung und das Fallen vollzieht 
sich ununterbrochen. ; 
Am häufigsten tritt das zweite Niedrigwasser in den Monaten September, 
Oktober, August, Februar und April auf, in den übrigen Monaten seltener. 
Wenn das zweite Niedrigwasser vorkommt, verschwindet in der Regel „de 
Agger“ oder wird unbedeutend. Das zweite Niedrigwasser und „de Agger“ 
haben eine tägliche Periode. In den Monaten Juli—November tritt „de Agger“ 
hauptsächlich äm Nachmittage ein, in den Monaten Februar und März am Vor- 
mittag. In einzelnen Fällen zeigt sich auch „de Agger“, wenn ein doppeltes 
Niedrigwasser eingetreten ist, so daß dann drei Minima (erstes, normales und 
zweites) Niedrigwasser bei einer Ebbe vorkommt. 
In den Gezeitentafeln wird „de Agger“ nicht angegeben. 
3. Huk von Holland. 
Bei den Gezeiten von der Huk von Holland tritt in der Regel ein 
doppeltes Niedrigwasser ein. Bei Springzeiten zeigt sich die Erscheinung 
regelmäßig. Das Wasser fällt dann beständig bis zu dem ersten Niedrigwasser, 
welches in 4b 54in nach Hochwasser eintritt. Danach beginnt ein Steigen, 
„de Agger“, bis 6162" nach Hochwasser, worauf das Wasser abermals fällt, bis 
um ungefähr 7 52=i"n nach Hochwasser das zweite Niedrigwasser eingetreten ist. 
Das zweite Niedrigwasser ist in der Regel einige Zentimeter niedriger 
als das erste, wogegen „de Ayger“ oftmals bis 10—18 cm steigt, doch selten 
höher als 25 cm über das Niveau der beiden Niedrigwasser. 
Bei Nippzeiten fallen gewöhnlich beide Niedrigwasser zusammen, un- 
gefähr 7" 10" nach Hochwasser. 
In den Übergangszeiten tritt das Niedrigwasser sehr unregelmäßig ein. 
Zuweilen, hauptsächlich wenn der Mond in der Erdnähe steht, entsteht ein 
doppeltes Niedrigwasser, zuweilen verschwindet das erste oder auch das zweite 
oder das Wasser hat eine Zeit den niedrigsten Stand. 
4, Hellevoetsluis. 
Die Gezeiten von Hellevoetsluis haben bei Hochwasser folgende Eigen- 
tümlichkeiten: 
Oftmals, hauptsächlich zur Springzeit von dem Tage von Neu- oder 
Vollmond bis 4 oder 5 Tage später, bleibt der Wasserstand ungefähr auf der
	        
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