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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904, 
Die Beseitigung der doppelten Austrittspupille scheint mir für die 
Messungen mit Spiegelinstrumenten eine solche Verbesserung zu bedeuten, daß 
kein Fabrikant derartiger Instrumente zögern sollte, an Stelle von undurch- 
zichtigen Spiegeln, die nur einen Teil des Fernrohrobjektivs bedecken, halb- 
durchsichtige Silberschichten von der ganzen Größe der Objektivöffnung zu 
verwenden. !) 
Berlin. 
Dr. E. Kohlschütter. 
Eigentümliche Gezeitenverhältnisse an der niederländischen Küste. 
Aus den Gezeitentafeln für 1905, herausgegeben von dem Departement 
von Waterstaat, Handel en Nijverheid, entnehmen wir folgende Angaben über 
die eigentümlichen Gezeitenverhältnisse einiger holländischen Häfen. 
1. Helder. 
Zur Springzeit kommt ein doppeltes Hochwasser vor; das zweite Hoch- 
wasser fällt ungefähr 3" 35®i»® später als das erste; zwischen beiden tritt ein 
Niedrigwasser auf, welches dadurch entsteht, daß nach dem ersten Hochwasser 
der Wasserstand um einige Zentimeter fällt, um wieder zum zweiten Hoch- 
wasser zu steigen. 
Während der Nippzeit verschwindet meistens das zweite Hochwasser, 
hauptsächlich im März und April bei verschiedenen Gezeiten nacheinander, 
zuweilen fällt auch bei den anderen Gezeiten das doppelte Hochwasser ans. 
Wenn dieses letztere der Fall ist, verschwindet im Sommer meistens das 
zweite Hochwasser der Vormittagstide, im Winter das zweite Hochwasser der 
Nachmittagstide. 
Auch verschwindet zuweilen das erste Hochwasser, gewöhnlich in der 
Zeit des Übergangs von der Spring- zur Nippzeit. Dieses Verschwinden ge- 
schieht oftmals abwechselnd mit dem zweiten Hochwasser, so daß ungefähr im 
Juni und Juli während einiger Gezeiten nacheinander des Vormittags das zweite, 
des Nachmittags das erste Hochwasser verschwindet. 
Wenn zur Nippzeit beide Hochwasser vorkommen, so liegen dieselben 
dichter beieinander, als zur Springzeit. Der mittlere Zeitunterschied be- 
irägt 2b 280in, 
Befindet sich der Mond in der Erdnähe, einige Tage vor und nach dem 
Perigaeum, so kommen gewöhnlich beide Hochwasser vor. 
Beide Hochwasserhöhen sind bei Springzeiten gleich hoch; bei Nipp- 
zeiten ist die zweite Höhe einige Zentimeter tiefer, als die erste. 
Da das zweite Hochwasser eine größere tägliche Ungleichheit in der 
Höhe hat, als das erste, so ist meistens in abwechselnder Reihenfolge bald die 
eine Höhe größer als die andere. 
Im allgemeinen kommt das doppelte Hochwasser bei Springzeiten mehr 
zur Geltung und wird diese Erscheinung durch die Stellung des Mondes stark 
beeinflußt. 
2. JIjmuiden, 
Die Gezeiten von Ijmuiden treten sehr unregelmäßig auf. Die Dauer 
der Ebbe ist viel größer, als die der Flut. Die Ebbe läuft ungefähr 7* 57min, 
die Flut 4» 28min, 
Außerdem treten noch zwei besondere Erscheinungen auf, de „Agger“ 
und das „zweite Niedrigwasser“. 
Die Erscheinung „das zweite Niedrigwasser“ äußert sich darin, daß der 
Wasserstand bis auf das normale Niedrigwasser fällt, danach ein Stillstand 
oder ein geringes Steigen eintritt, worauf ein zweites Fallen folgt. Die Zeit- 
1) Diese Einrichtung ist der Firma Carl Zeiß in Jena durch das Patent Nr. 92 567 vom 
25. November 1896 geschützt, und muß daher von ihr die Erlaubnis zur Herstellung erworben werden.
	        
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