accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

520 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904, 
zwischen die direkt geseheneu). Darauf dreht man die Alhidade mit dem Index- 
spiegel S so, daß auch im oberen Teil der Glasplatte das von dem Spiegel S 
zurückgeworfene Bild des Striches mit dem direkt gesehenen zusammenfällt. 
Dann stehen infolge der Eigenschaft des verwendeten Prandtischen Prismas, 
daß der austretende Strahl stets rechtwinklig zu dem einfallenden ist, die 
Spiegel S und s‘ senkrecht zueinander. Man kann die Einstellung noch dadurch 
verfeinern, daß man statt der Glasplatte G ein Fernrohr mit einem beleuchteten 
Faden in der Brennebene anordnet, vor dessen Objektiv das fünfseitige Prisma 
befestigt ist, doch dürfte diese Verfeinerung kaum nötig sein. 
Was ferner die Richtigstellung des von mir angegebenen Prismenfernrohrs 
anlangt, auf die Herr Reuter dann zu sprechen kommt, so ist noch ergänzend 
zu erwähnen, daß die Prismen miteinander und mit dem Fernrohr fest verbunden 
sind und in demselben Gehäuse liegen, so daß das Sextantenfernrohr nicht ver- 
wendet werden kann. Korrektionen an den Prismen vorzunehmen, ist daher 
nicht nötig, wenn sie einmal vom Mechaniker richtig gestellt sind. Sollte doch 
einmal infolge einer äußeren Beschädigung oder eines heftigen Stoßes der 
Verdacht einer Verschiebung der Prismen auftreten, so bietet die Messung des 
Winkels zwischen den beiden Kimmen einmal durch das Zenit und einmal durch 
das Nadir die Möglichkeit einer Kontrolle und nötigenfalls der Ableitung einer 
Berichtigung dadurch, daß sich diese beiden Winkel genau zu 360° ergänzen 
müssen, 
Der Wunsch des Herrn Reuter nach einem Okularprisma, damit der Blick 
nicht nach unten oder oben gerichtet zu werden braucht, ist schon bei dem 
Versuchsinstrument erfüllt gewesen, doch würde sich die Anordnung eines 
solchen Prismas vor dem Objektiv, wie bei dem Pulfrichschen Instrument, mehr 
empfehlen. Ferner hat sich herausgestellt, daß die Höhe der beiden Prismen 
verschieden sein muß, und zwar muß das dem Kimmspiegel s zugewendete 
Prisma ab d (Fig. 4 des vorstehenden Artikels) viel höher sein als das andere, 
wenn die Bilder gleiche Helligkeit haben sollen. Dann wird es auch leichter 
sein, dem Vorschlag des Herrn Reuter zufolge die Bestimmung des Indexfehlers 
sowie die Höhenmessungen mit dem Prismenfernrohr vorzunehmen, so daß eine 
Auswechselung der Fernrohre am Sextanten nicht nötig wird. 
Bei den praktischen Versuchen, die in diesem Sommer auf Veranlassung 
des Reichs-Marine-Amts von Herrn Professor Stück auf dem Adlergrund- 
Feuerschiff mit drei verschiedenen Instrumenten vorgenommen worden sind, hat 
es sich indessen herausgestellt, daß die Trennung des Instruments zur Messung 
der Kimmtiefe vom Sextanten bei weitem vorzuziehen ist, und daß daher der 
Pulfrichsche Kimmtiefenmesser allen anderen überlegen ist. Herr Professor 
Stück drückte dies Resultat so aus: Das Arbeiten mit dem handlichen 
Pulfrichschen Instrument war ein Vergnügen selbst bei schwer arbeitendem 
Schiff; mit dem Kohlschütterschen Prismenfernrohr ließ sich die Kimmtiefe nur 
mit Anstrengung messen, mit dem Koßschen Apparat gar nicht. Der Apparat von 
Ferguson und das Prisma von Blish waren bei den Versuchen nicht zur Stelle. 
Da manchen Lesern dieser Zeitschrift der Kimmtiefenmesser, den Pulfrich 
auf eine von mir ausgegangene Anregung hin in bereitwilligster Weise konstruiert 
hat, nicht bekannt sein dürfte, will ich hier erwähnen, daß er auf demselben Prinzip 
beruht wie das von mir angegebene Prismenfernrohr. Man denke sich dies 
losgelöst vom Sextanten und zwischen Prismen und Fernrohrobjektiv noch ein 
rechtwinklig brechendes Prisma eingeschaltet, um die Blickrichtung horizontal 
zu machen, und schließlich eine sehr sinnreiche und bequeme Skala im Gesichts- 
felde des Fernrohrs, an der man die Kimmtiefe direkt ablesen kann. so hat man 
den Kimmtiefenmesser von Pulfrich vor sich. 
Bei dem Versuchsinstrument, das an Bord des Feuerschiffes in Benutzung 
war, stellte sich noch ein Übelstand heraus, der bei der definitiven Konstruktion 
beseitigt worden ist, nämlich die doppelte Austrittspupille. Dieser Übelstand 
ist auch bei den vier anderen Apparaten zur Messung der Kimmtiefe und auch 
bei dem Sextanten selbst vorhanden und unangenehm bemerkbar, Man kann 
sich leicht davon überzeugen, wenn man in einem Sextanten zwei irdische 
Gegenstände zur Deckung bringen will und dabei das Auge vor dem Okularloch 
hin und her bewegt. Dann erscheint bald der eine Gegenstand hell und deutlich, 
während der zweite verschwindet, bald wird der zweite deutlich sichtbar, während
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.