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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904. 
Bahnen der rotierenden Teilchen meist exzentrisch in der Art angeordnet sind, 
daß die Rotationsachse dem Seitenstrom näher als dem Nachlauf liegt, so daß also 
Jie Rotationsgeschwindigkeit an der Außenseite des nachschleppenden Wirbels 
yrößer ist als an der Innenseite. An dem nicht parallelen Verlauf der rotierenden 
Stromlinien erkennt man die Stellen, an denen vorn die Geschwindigkeit wächst 
and hinten wieder abnimmt. 
Die Bewegung des Wirbelringes in der Schleppe ist somit wesentlich ver- 
schieden von den Wirbelbewegungen der Helmholtzschen theoretischen Unter- 
suchungen, die an die Nichtexistenz eines Geschwindigkeitspotentials gebunden sind. 
(Schluß folgt.) 
Die Beobachtung der Kimmtiefe. 
FW. Reuter, Navigationslehrer in Leer. 
Die Veränderlichkeit der Kimmtiefe für eine bestimmte Augeshöhe ist 
schon lange bekannt und durch Beobachtungen nachgewiesen. Auch den 
praktischen Seeleuten ist diese Veränderlichkeit aufgefallen, wie die allgemein 
verbreitete Meinung zeigt, daß Höhenbeobachtungen zur Längenbestimmung am 
Nachmittag nicht das Vertrauen verdienen, wie am Morgen beobachtete Höhen. 
Dieser unter praktischen Schiffsführern verbreitete Glaube weist darauf hin, daß 
die Kimmtiefe mit der Tageszeit veränderlich sein möge und der aus den Tafeln 
entnommene mittlere Wert der Kimmtiefe von ihrem wirklichen Werte merklich 
abweichen könne. Die Ursache liegt in der Veränderlichkeit des Koeffizienten 
der irdischen Strahlenbrechung, dessen Wert von der Lagerung der unteren 
Luftschichten abhängig ist. Nun ist es Koß gelungen, die Abweichung der 
Kimmtiefe von ihrem mittleren Werte aus dem Unterschiede der Temperatur 
des Wassers und der der Luft in Augeshöhe zahlenmäßig darzustellen. Damit 
ist jedenfalls ein Schritt vorwärts getan, aber völlig gehoben ist die 
Unsicherheit noch nicht, wie Herr Dr. Kohlschütter in einer Besprechung 
der Koßschen Arbeit über die Kimmtiefe in „Ann. d. Hydr. ete.“ 1903, S. 533 ff. 
gezeigt hat. 
Könnte man nun die Beobachtungen so anstellen, daß die Kimmtiefe 
eliminiert würde, so wäre dies ein großer Vorteil. Möglich ist die Elimination 
der Kimmtiefe bei Sternbeobachtungen, wenn man zur Längenbestimmung Höhen 
im Ost- und Westvertikal und zu Breitenbestimmungen Höhen in der Nähe des 
Süd- und Nordmeridians gleichzeitig beobachtet. Wie diese Beobachtungen an- 
zustellen sind, und unter welchen Umständen sie Erfolg haben können, soll hier 
nicht weiter untersucht werden. Da aber die Kimm bei dunkler Nacht nicht 
zlar sichtbar ist und daher dann zuverlässige Beobachtungen nicht angestellt 
werden können, so beschränkt sich die Beobachtung der Sterne auf die Zeit 
der Abend- und Morgendämmerung. Der Schnellverkehr erfordert mehr als 
früher wiederholte Berichtigung des Bestecks durch astronomische Beobachtungen, 
daher kommen auch Sternbeobachtungen immer mehr in Aufnahme. Trotzdem 
oleibt aber die Sonne nach wie vor das wichtigste Gestirn, weil nur am Tage 
die Kimm gut sichtbar ist. Könnte man nun auch hier die Kimmtiefe eliminieren 
oder ihren wirklichen Betrag messen, so würde dadurch die Zuverlässigkeit der 
astronomischen Ortsbestimmung auf See wesentlich erhöht werden, 
Das Prismenfernrohr des Herrn Dr. Kohlschütter scheint diesen Zweck 
vollständig zu erfüllen, und werde ich mir erlauben, weiter unten darauf zurück- 
zukommen. Zunächst möchte ich eine andere Vorrichtung, die ebenfalls von 
Herrn Dr. Kohlschütter bekannt gemacht ist und von dem Lieutenant-Commander 
J. B. Blish U. S. N. erfunden sein soll, besprechen.
	        
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