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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904. 
Zwischen dem Maximum des Druckes vor der Tafelmitte und dem in der 
Rotationsachse des Wirbelringes gelegenen absoluten Minimum besteht ein 
stationäres Gefälle; da aber der Abfluß in einer Kurve um die Tafelränder 
erfolgen muß, entsteht die Rotation der Schleppe, die das seitliche Hervor- 
treten der Wirbel rings über die Ränder der Tafel verursacht. Diesen der 
Rotation entsprechenden Centrifugalkräften hält der von vorn her erhöhte Druck 
der Seitenströme das Gleichgewicht, der anderseits auch eine Tangential- 
beschleunigung der Flüssigkeitsfäden hervorruft. Beide Strömungen kann man 
durch ein System cyklonaler Kraftlinien hervorgerufen denken, die auf beiden 
Seiten die entgegengesetzte Strömung der Wirbeläste darstellen. 
Man kann diese Kräfte, obwohl sie in Wirklichkeit nur von dem Druck 
der umgebenden Flüssigkeit herrühren, als centrifugale Zugkräfte ansehen, die 
von den Wirbelachsen ausgehend, scheinbar einer saugenden Wirkung des 
Minimums auf die Umgebung entsprechen. 
Dies gibt eine bestimmte Vorstellung von der dem Seemann unter dem 
Namen „Sogg“ bekannten Erscheinung. Ahlborn bezeichnet daher diese Kräfte 
als „Soggkräfte“ und die sie darstellenden Linien als „Sogglinien“. 
Den Wirkungsbereich dieser Sogglinien kann man nach vorn als durch die 
Linie der Druckmaxima A A begrenzt ansehen, da der Abfluß der Flüssigkeits- 
fäden vor der "Tafel an dieser Linie beginnt. Auch hier wächst die Be- 
schleunigung oder Verzögerung mit dem Kosinus des Neigungswinkels der 
Sogglinien gegen die Stromlinien und die Ablenkung mit dem Sinus. 
Die durch die Wirbelung hervorgerufenen centrifugalen Kräfte sind 
von ganz besonderer Bedeutung, da durch sie die Verteilung des Flüssigkeits- 
drucks in der Schleppe bedingt ist, da sie das Minimum des Druckes in den 
Wirbelachsen stationär erhalten, da sie endlich die Kontinuität zwischen den 
Seitenströmen und der Schleppe bewirken. 
B. Widerstand an rechteckigen Tafeln, die unter spitzen Winkeln 
vom Strome getroffen werden. 
Bei Tafeln, die zur Stromrichtung geneigt stehen (Fig. 5), wird der Verlauf 
der Widerstandsströmungen unsymmetrisch. Zwar teilt sich die Wassermasse 
auch hier in die beiden Seitenströme, aber die Stromhälfte, die an den nach vorn 
geneigten Oberrand fließen soll, scheint meistens etwas kleiner als der Unter- 
randstrom. Die Grenze zwischen beiden, die in einiger Entfernung vor der 
Tafel noch annähernd auf die Mitte gerichtet war, wendet sich bei Annäherung 
an die Tafel in flachem Bogen nach der Seite des Oberrandes und trifft endlich 
die Tafel normal in einem zwischen der Mitte und diesem Rande befindlichen 
Punkt, der das absolute Druckmaximum bezeichnet, während die Trennungs- 
linie den Ort des Gleichgewichts der transversalen hydrodynamischen Druck- 
kräfte der Seitenströme gibt. 
Der um den Oberrand fließende Seitenstrom, der „Oberstrom“ wird früher 
und stärker gestaut und auch wieder stärker beschleunigt, als der „Unter- 
strom“. Kurven AA (Fig. 6), die vom Druckmaximum an der Tafel nach 
beiden Seiten durch die Stellen der größten Breite der Stromfäden gezogen 
sind, geben zugleich die Lage der Druckmaxima im vorderen Stromgebiet. Die 
Kurve hat mit der entsprechenden Linie an der senkrecht geführten Tafel große 
Ahnlichkeit, ihre beiden Aste liegen schräg zur Hauptrichtung des Stromes, 
und sie nähert sich anscheinend asymptotisch einer schräg zum Strom ge- 
richteten Linie. 
Wie bei der Normalstellung so folgt auch hier eine begrenzte Wasser- 
masse als Schleppe der bewegten Tafel; die beiden Wirbel haben aber sehr 
verschiedenen Querschnitt, indem der des Oberrandes bedeutend größer ist als 
der des Unterrandes. Da die Tangentialgeschwindigkeit an der Berührungs- 
stelle der beiden Wirbel im Nachlauf dieselbe ist, so muß die Rotations- 
geschwindigkeit beider Wirbel im umgekehrten Verhältnis der Radien stehen. 
Die Verbindungslinie der Mittelpunkte der Wirbel ist um so mehr gegen die 
Hauptrichtung der Bewegung schräg gestellt, je kleiner der Neigungswinkel ist, 
Der um den unteren Tafelrand gehende Seitenstrom zieht mit einem starken 
Bündel seiner inneren Stromfäden an den angrenzenden kleinen Randwirbel und 
mündet so in den Nachlauf ein. Dieser trifft nun nicht mehr die Mitte der
	        
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