accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

502 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904, 
Länge des Intervalls zwischen den beiden ersten und der dritten Beobachtung 
ist nicht von Belang. 
Wenn die Breite zu Anfang der Rechnung in verläßlicher Weise bekannt 
war, so wird natürlich auch der Schiffsort, keine Standlinie, gerechnet, und der 
Azimutunterschied wird größer sein können als bei Rechnung einer Standlinie, 
Ein spezieller Fall gleicher Azimute findet statt, wenn beide Gestirne im 
Vertikal beobachtet werden. Dann wird die m. Ozt. aus einer der beiden ersten 
Beobächtungen gerechnet; die Standlinie ist ein Meridian. 
Das Intervall zwischen den ersten beiden Beobachtungen darf nicht nach 
Belieben gedehnt werden, da sonst die Fehler der Wegmessung vervielfältigt 
ins Resultat übergehen. Nimmt man an, daß die Geschwindigkeit des Schiffes 
über dem Grunde bis auf eine halbe Meile genau stündlich angegeben werden 
könue, eine halbe Meile als eventueller Längenfehler aber sich mit 2*%* in der 
Ortssternzeit und mit fast 1“in in der resultierenden m. Gr. Zt. ausdrückt, so 
erhält man ein Intervall von 12a, wenn im Resultat eine Genauigkeit von 
0,2min erstrebt wird. Dies wird also durchschnittlich das Intervall einer Beob- 
achtung sein können. Besonders günstige Verhältnisse, als: glatte See, bekannte 
Schiffsgeschwindigkeit (bei Dampfern) und Stromverhältnisse, können das 
Intervall verlängern, ebenso der Stillstand des Beobachters in der Zwischenzeit, 
welch letzterer Umstand wohl nur bei Landreisen zutreffen und bei unbekannter 
Länge (eventuell Breite) ausgenutzt werden wird. 
Nun bleibt noch der Einfluß eines Höhenfehlers zu besprechen; hierbei 
muß hervorgehoben werden, daß die Beobachtungen möglichst nur über klarem 
Horizont und in der Nähe des Vertikals durchzuführen sind. Werden die Beob- 
achtungen nicht über ganz klarem Horizont gemacht, so bleibt immer noch zu 
hoffen, daß ein Beobachter bei rasch aufeinanderfolgender Beobachtung zweier 
Gestirne an derselben Stelle des Horizonts, also unter dem Einflusse gleicher 
Lichteffekte, auch gleiche Höhenfehler machen werde, welche sich dann infolge 
der gleichen Azimute in ihrer Wirkung eliminieren oder doch zumindest 
schwächen werden. 
Nicht eliminierte Fehler von 1“ erscheinen im Resultate durchschnittlich, 
wie folgt: 
Ww = 45° | w = 55° | w = 65° | w=75°  w = 85° 
; - , =. ha 
88" | 33“ 30 | 28 270 
A —— —— | —— 
60 47" ‘ 44" 43" 
= 0° 
040° 
Es ist beispielsweise auf 20° Breite bei einem Azimut von 65° der durch 
10“ Höhenfehler erzeugte Fehler in der m. Gr. Zt. beiläufig 26%k, Es ist also 
immer notwendig, zur möglichsten Verminderung der Fehlerwahrscheinlichkeit 
eine Reihe von Höhen zu nehmen. 
Es ist nicht zu vergessen, daß auch das Zeitintervall zwischen den Beob- 
achtungen möglichst genau gemessen werde; um Uhrvergleiche nach Möglichkeit 
vermeiden zu können, benutze man einen Taschenchronometer, dessen Gang man 
durch zwei weiter entfernte Vergleiche mit dem Chronometer ermitteln kann, 
Auch der Gang des Chronometers muß bei größeren Intervallen in Rechnung 
gebracht werden. 
Aus all dem Gesagten geht hervor, daß eine Rechnung nach dieser 
Methode nicht unter allen Umständen durchgeführt werden kann, wohl 
aber bei günstiger Gelegenheit in einfacher Weise ein entsprechendes 
Resultat liefert. 
Beispiel. 
Am 17. Mai 1904 wurde beobachtet: ° 
{. auf dem gegißten Punkte fi eo Dt zur Chronometer-Zeit: 
19h 33min Q0sk eine Höhe der Sonne: dieselbe reduziert gibt 
H € = 28° 7‘ 50“, dann 
zur Chronometer-Zeitz 19h 37min 7sek eine Höhe des Mondes; die- 
selbe reduziert gibt H €&€ = 10° 23‘ 5". 
D.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.