Weizner, R.: Berechnung von Länge und Standlinien, unabhängig vom Chronometer. 501
Der Quotient q kann auch bestimmt werden, indem man Intv.ı
und Intv.s rechnet, und Intv.z durch Intv.ı dividiert.
Die Rechnungen sind sämtlich mit größtmöglicher Genauigkeit durch-
zuführen. . |
Es werde nun die, zur Stundenwinkel-Rechnung notwendige Breite in
Betracht gezogen. |
Jeder in die Rechnung eingesetzten Breite entspricht eine bestimmte
Länge, und zwar:
Für eine Breitenänderung von 1‘ ändern sich die Stundenwinkel um be-
stimmte Größen, aı, az; demzufolge wird die erste resultierende Rektaszension
sich um aı -+ as ändern, je nachdem sich die beiden Gestirne in verschiedenen
oder gleichen Quadranten des Horizonts befanden; dieser Rektaszensionsänderung
entspricht eine Anderung der 1. m. Gr. Zt. um a und eine gleiche
Anderung des 1. Intervalls. Da aber d Korr. + Intv. = d ST Es AL ist, so
erhält man die Verbesserung des Korr. Intv. oder, was dasselbe ist, die Ver-
besserung der resultierenden m. Gr. Zt. für eine Minute Breitefehler, indem man:
ame . I rechnet. Im allgemeinen sei angenommen, daß sich die mittlere
Ortszeit (m. Ozt.) für 1‘ Breitefehler um as geändert habe, und daraus resultiert
weiter für 1‘ Breitefehler eine Längenänderung von: Anderung der m. Gr. Zt. F
Änderung der m. Ozt., je nachdem d Korr. Intv. und as gleiches oder entgegen:
gesetztes Zeichen haben; hiermit ist die Lage der Positionslinie gegeben.
Da man ja bei dieser Art Rechnung eine Längenbestimmung im Sinne
hat, wird man trachten, durch Verkleinerung des Längenfehlers die Positions-
linie möglichst dem Meridian zu nähern. Dies geschieht vor allem durch eine
Beobachtung, welche gleich große und gleich bezeichnete a gibt; denn wenn
aı= a», wird das d Korr. Intv. gleich Null. Dies ist der Fall, wenn die beiden
Gestirne genau das gleiche oder entgegengesetzte Azimut haben; ‚je weiter sie
sich voneinander entfernen, um so größer wird aı —- az, bis die Gestirne endlich
in verschiedene, ' jedoch nicht entgegengesetzte Quadranten gelangen und der
Zähler des d Korr. Intv. in aı + az übergeht. Ist das d Korr. Intv. ganz oder
nahezu gleich Null, so wird ebenso der Längenfehler nahe gleich as und die
resultierende Positionslinie parallel jener des 3, Gestirnes sein, welches man
deshalb möglichst nahe beim Vertikal beobachten wird. .
Das d Korr. Intv. wächst sehr rasch mit dem zunehmenden Azimut-
unterschied. Hiervon nachfolgend einige Beispiele:
M° ist das Mittel aus den beiden Azimuten.
4w der Azimutunterschied. ; .
& der Winkel zwischen result. Positionslinie
(as — 0 vorausgesetzt) und Breitenparallel.
Hat man es also nicht in der Hand, die beiden
Gestirne in der Nähe des Vertikals und mit sehr
kleinem Azimutunterschied zu beobachten, so wird
man trachten, den Längenfehler zu reduzieren, indem
man as möglichst gleich dem d Korr. Intv. macht, das
3. Gestirn also mit einem Azimut beobachtet, welches
dem betreffenden X. « (siehe nebenst. Tabelle) in der
Größe entspricht; das Vorzeichen, welches ‚as haben
muß, um mit dem d Korr. Intv. Null zu geben, kann
in jedem einzelnen Fall leicht bestimmt werden. Diese Rechenart wird günstig
sein, wenn bei größerem &« das 3. Gestirn zur Breiterechnung nicht mehr gut
taugt oder aber @ zwar klein ist, ein Gestirn in diesem Azimut jedoch der
Witterungsverhältnisse halber nicht beobachtet werden konnte, und man sich
mit einer vom Meridian entfernteren Beobachtung begnügen muß. Endlich wird
man auch die beiden ersten Beobachtungen zur Rechnung der m, Ozt. benutzen
önnen.
Gelingt es uns jedoch, eine gute Breite zu rechnen, so wird die falsche
Länge für den Längenfehler korrigiert, und es resultiert der Schiffsort. Die