498 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1904.
m. Gr. Zt.ı (m. Gr. Zt.1‘). Wie aus der Figur ersichtlich, liegt Mı dem wirklichen
Mondorte, d. i. dem Schnittpunkte von Mondbahn und Höhengleiche, bereits
bedeutend näher als M., und deshalb auch m. Gr. Zt.ı näher an m. Gr. Zt., als
m, Gr. Zt.2; fortfahrend kommt man zum richtigen Mondort und der ihm ent-
sprechenden m. Gr. Zt.r.
Bisher wurde die Mondbahn als Kurve betrachtet; die Richtungsänderung
derselben ist jedoch auf dem in Betracht gezogenen Mondbahnteile so gering,
daß davon (folglich auch von 2. Differenzen) abgesehen werden kann; auch die
Höhengleiche wird nun, wie gewöhnlich, als Gerade dargestellt werden. Die
vorhin gegebenen Figuren stellen sich also, wie folgt, dar:
Fig.
7
Fig
&
_ AM2
Zt
A
h
Man nenne die Zeit, welche der Mond zum Zurücklegen des Bahnstückes
M, Mı braucht „Intervallı“, welches also gleich ist der Differenz zwischen der
angenommenen m. Gr, Zt., und der m. Gr. Zt.1; man nenne ferner die Anderung
der Mond-Deklination in 1" mit „dd* und die entsprechende Änderung der
Rektaszension mit „dA“; ferner die Anderung des Mondstundenwinkels für eine
Anderung der Deklination um 1‘ mit „ds;“.
Nun bedenke man, daß der 2, Stundenwinkel nur deshalb verschieden
vom 1. resultiert, weil ihm eine Deklination zugrunde liegt, welche von der
Deklination des ersten Stundenwinkels um (Intv.ı x dd) verschieden ist; die
dieser Deklinationsänderung entsprechende Anderung des Stundenwinkels ist
also: Bm A, ap = 4esek, (Es wird durch 60 dividiert, weil die Deklinations-
änderung in Sekunden gegeben ist und in Minuten gebraucht wird.) Da aber
jeder Anderung des Stundenwinkels und, in der Folge, der AR um dA eine
Anderung der m. Gr. Zt, um 1”i® entspricht, so entspricht As** Stundenwinkel-
änderung eine Änderung der m. Gr. Zt. um 455° _. Intr., >< dd, der Minuten =
5 8 + KA Dh iR 60 IR —
Intr.ı >X< On Minuten.
Die dem zweiten Stundenwinkel entsprechende m. Gr. Zt.2 wird also um
in Minuten von der m.Gr. Zt.1 verschieden sein, und man nenne diesen Unterschied,
analog dem früheren: „Intervalls“, das wäre die Zeit, welche der Mond braucht,
um von Mı nach Ma zu gelangen. Das Intv.2 wurde also aus Intv.ı durch
Multiplikation mit a erhalten; es ist klar, daß ebenso aus dem 2. Intervall
ein 3. usw. erhalten werden kann.
Da den m. Gr. Zeiten immer gleichbenannte Mondorte entsprechen, sei
es gestattet, hier jetzt statt Zeitintervallen die hierzugehörigen Mondbahn-
strecken der Einfachheit halber einzuführen.
Zu Fig. 2 gehörig.
Die aufeinanderfolgenden Mond-
orte Ma, Mı, M2--« und dazugehörigen
m. Gr. Zeiten m. Gr. Zt.., m. Gr. Zt.ı,
m. Gr. Zt.2--« fallen abwechselnd auf
verschiedene Seiten des richtigen Mond-
ortes (Kreuzungspunkt, Mondbahn-
Höhenlinie) resp. der richtigen m. Gr. Zt.