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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1904
westlich von Irland her über die mittlere Ostsee nach Nordwestrußland schritt.
Da im Rücken des letzteren hoher Luftdruck vom Ozean vordrang, frischten
die rechtdrehenden westlichen Winde an der Küste stark auf, und wehten, wie
eingangs angegeben, am 7. bis 10. längs der Küste vielfach steif bis stürmisch
und im Osten teilweise als Sturm, am 9. und 10. im Osten unter der Ein-
wirkung eines südostwärts über Südschweden fortschreitenden Teilminimums.
Seit dem 6. hatte fast die ganze Küste täglich Regenfälle; die Morgentemperaturen
sanken am 8, fast überall unter die normalen Werte und blieben bis Ende des
Monats, seit dem 10. im ganzen wenig verändert, fast durchweg niedrig.
Stärkeres Fallen des Barometers über Nordwesteuropa vom 9. zum 10.
deutete das Herannahen einer neuen Depression über dem Ozean nordwestlich
von Europa an. Ein erster Ausläufer niedrigen Drucks drang vom Il, bis 14.
von den britischen Inseln nach Finnland vor, der am 1l. und 12. an der ganzen
Küste Fortdauer der Regenfälle, am 1l. in Begleitung ausgebreiteter Gewitter,
und am 12. und 183. die oben angeführten stürmischen Winde herbeiführte. Von
Südwesten her über Mitteleuropa, im Rücken des Minimums, vordringender
hoher Luftdruck brachte am 13. trockenes Wetter, aber nur vorübergehend, da
ein am Morgen dieses Tages nordwestlich von Schottland herannahendes neues
Minimum seinen Einfluß bereits am 14, über das Nordseegebiet und Skandinavien
ausbreitete und in den folgenden Tagen bis zum 17. über Mittelschweden nach
Finnland vordrang; ein auf seiner Südseite am 15. bis 17. von Schottland nach
Westrußland schreitendes Teilminimum rief an diesen Tagen die angegebenen
stürmischen Winde aus westlichen Richtungen längs der ganzen Küste hervor.
Ein weiteres Teilminimum entwickelte sich in einem am Morgen des 17, süd-
wärts nach der Biscayasee reichenden Ausläufer und schritt bis zum 20. über
England und Südschweden nach dem Bottnischen Busen, am 18, und 19., wie
angegeben, von erneuten stürmischen Winden an der Küste begleitet. Vom 14.
bis 19. hatte fast die ganze Küste täglich Regenfälle und erst der 20. brachte
ein Nachlassen zunächst an der Ostsee,
Die folgenden Tage zeigten eine sehr veränderte Wetterlage, indem der
bis dahin fast andauernd hohe Luftdruck über Kontinentaleuropa, der mit einem
Maximum über der Biscayasee ın Verbindung gestanden hatte, verschwand,
Während die Depression über Nordeuropa an Tiefe abnahm, drang eine Depression
über die britischen Inseln nach dem Westen Kontinentaleuropas vor und gleich-
zeitig entwickelte sich eine Depression über seinem Osten, die mit der ersteren
in Verbindung trat. Ein vom Ozean herannahendes Hochdruckgebiet breitete
sich rasch über dem Westen Europas aus, und gleichzeitig entwickelte sich die
Depression im Osten, so daß bereits am 22. im Laufe des Tages an der ganzen
Küste nördliche Winde eintraten. Diese erhielten sich. bis zum 25. und wehten,
wie angegeben, am 24, und 25. im Osten vielfach steif bis stürmisch, unter
der Wechselwirkung der über Westrußland nordwärts vordringenden und sich
vertiefenden Depression und des von Westen her vordringenden hohen Drucks.
Bis auf mehr vereinzelte Regenfälle am 21. und an der Nordsee am 23. bis 25,
waren diese Tage meist trocken und an den mittleren Teilen der Ostseeküste
vielfach heiter.
Eine am Abend des 25, über Schottland erscheinende neue Depression,
die am folgenden Tage einen Ausläufer nach Mitteleuropa entwickelte, brachte
am 26. und 27. bei westlichen Winden wieder Regenfälle für die ganze Küste.
Ein bereits am 27. von Südwesten her nordostwärts vordringendes Hoch-
druckgebiet leitete eine bis zum 30. währende Zeit hohen Drucks über Mittel-
europa ein, die meist trockenes Wetter brachte bis auf mehr vereinzelte Regenfälle
am 28, und 29. über dem Westen und der .Mitte der Ostseeküste. Auf der
Rückseite des ostwärts vordringenden Hochdruckgebietes traten über Kontinental-
europa südliche Winde ein, so daß an der westdeutschen Küste die Temperatur
in den letzten Tagen wieder stieg.
Eine nachfolgende neue, nördlich von Schottland her fast bis nach den
Alpen reichende Depression führte aber am letzten Tage wieder für die Nord-
see Regenfälle herbei, während an der Ostseeküste noch das trockene und fast
überall heitere Wetter bestehen blieb.
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