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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im August 1904. 
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bis zum 5, (Osten 6.) und dann eine starke Abnahme bis zum 10.; die zweite 
Dekade brachte meist mehrfache, nach Osten hin an Stärke abnehmende 
Schwankungen um eine wenig veränderte Lage, unter denen besonders eine 
vorübergehende Erwärmung am 14. hervortrat, und die dritte Dekade zeichnete 
sich durch sehr kleine Anderungen der höchsten Temperaturen aus, bis auf 
die letzten Tage, die im Westen ein Ansteigen herbeiführten. — Die Temperatur 
schwankte an der Küste zwischen dem Maximum 31,6° von Hamburg und dem 
Minimum 6,1° von Rügenwaldermünde, also um 25,5°, während die größte 
Schwankung gleich 22,5°. in Hamburg und die kleinste im Betrage von 17,7° 
in Borkum beobachtet wurden. — Sommertage, an denen die höchste Temperatur 
25° erreichte, wurden an der Nordsee 3 bis 5 (Hamburg), im Osten 1 (Memel) 
bis 2 gezählt. N 
Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rück- 
sicht auf die Vorzeichen der Anderungen als arithmetische Mittel berechneten 
Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur (I. T. V.) für die drei 
Beobachtungstermine lagen mit ihren größten Beträgen zwischen 1,4° (Rügen- 
waldermünde und Memel) und 2,7° (Hamburg); die größten Werte fielen durch- 
weg auf den Nachmittag, die kleinsten mit Ausnahme des Ostens auf den 
Morgen, so daß die I, T. V. am Abend eine mittlere Stellung einnahm. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten vielfach bedeutende Unter- 
schiede für benachbarte Stationen. Die kleinsten Monatsbeträge hatten Rügen 
und Umgebung nebst Teilen von Mecklenburg, die größten im allgemeinen 
die Nordsee nördlich der Elbe, während die Nordseeküste westlich der Jade 
im August geringere Niederschlagsmengen als die ostdeutsche Küste aufwies. 
Gegen 20 mm in Arkona und 23 mm in Gr.-Ziegenort hatten Geestemünde 83 
und Schleimünde 107 mm Niederschlag. ; 
Läßt man den Niederschlagstag um 8 Ortszeit des gleichnamigen Kalender- 
tages beginnen und sieht man von vereinzelten und geringfügigen Niederschlags- 
mengen ab, so fielen die Niederschläge im August am I. von der Weser bis 
Rügen, am 5, im Westen der Nordsee und von der Elbe bis Rügen, am 6, bis 
12. an der ganzen Küste bis auf die westliche Ostsee am 10., am 14. ostwärts 
bis Rügen, am 15. und mehr vereinzelt am 16. an der ganzen Küste, am 17. 
ostwärts bis Pommern, am 18. und 19. an der ganzen Küste, am 20. an der 
Nordsee und mehr vereinzelt weiter ostwärts, am 21. vielfach an der west- 
deutschen Küste, am 24, und 25, über Teilen der Nordseeküste, am 26. ostwärts 
bis Pommern, am 27. an der ganzen Küste, am 28. und.29. an Teilen der 
Ostseeküste und am 3l. westlich der Elbe. — Sehr ergiebige. in 24 Stunden 
20,0 mm .erreichende Niederschläge fielen am 12. in Rixhöft (20) und am 15. in 
Travemünde (22 mm). — 
Ausgebreitete Gewitter wurden beobachtet am. l. von der Weser bis 
Mecklenburg, am 5. ostwärts bis Rügen, am 9. an der westlichen Nordsee, am 
11. von der Weser bis Mecklenburg, am 12. an der Ostsee, am 15. an Teilen 
der westdeutschen Küste, am 18. und 19. ostwärts bis Mecklenburg und noch 
vereinzelt im Osten und am 24, mehrfach an der schleswig-holsteinischen Küste. 
Nebel trat nur selten auf, in größerer Verbreitung nur am 29, an der 
westdeutschen Küste. — Als heitere Tage, au denen die dreimal am Tag nach 
der Skale 0 bis 10 geschätzte Bewölkung im arithmetischen Mittel kleiner als 
2 war, charakterisierten sich über ausgedehntem Gebiete der 1. und 2. im 
Osten, der 3. und 4. an der ganzen Küste, der 5. von Rügen ostwärts, der 
22. über Mecklenburg und Rügen, der 25. über Rügen und Pommern, der 28. 
westlich der Elbe, der 29. an der Nordseeküste und von Pommern ostwärts, 
und der 31. an der Ostsee. . 
Während der ersten vier Tage war der größte Teil Europas von einem 
Hochdruckgebiet‘ bedeckt. Von einer Depression über dem Ozean im Nordwesten 
des Erdteils erstreckte sich zu Beginn des Monats ein flacher ostwärts schrei- 
tender Ausläufer südwärts nach Norddeutschland, der am I. von der Weser bis 
Rügen Regenfälle und Gewitter brachte. Bei leichten veränderlichen Winden 
war das Wetter im übrigen trocken, am 3. und 4. durchweg heiter und an- 
dauernd warm; am 5. traten bei südöstlichen Winden an der westdeutschen 
Küste die höchsten Temperaturen des Monats ein — im Osten erst am 6. 
Trübung und Niederschläge, von starker Abkühlung begleitet, führte 
ein Ausläufer herbei, der am 4. bis 6. von Frankreich nordostwärts nach Skan- 
dinavien vordrang, und ein nachfolgendes Teilminimum, das am 6. bis 9. nord.
	        
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