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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen. 
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Kleinere Mitteilungen. 
1. Das Sturmwarnungswesen in Italien. Nachtrag zu: „Das Sturm- 
warnungswesen europäischer Staaten“, „Ann. d. Hydr. etc.“ 1904, Heft IV, S. 147. 
Das bisher an den Küsten Italiens gebräuchliche Sturmwarnungssystem 
hat eine Anderung erfahren und wird seit dem 1. Juli d. J. in folgender Weise 
gehandhabt: Zur Bezeichnung der Gefahr drohender stürmischer Winde, deren 
Richtung sich noch nicht feststellen läßt, wird am Tage ein schwarzer zylindrischer 
Körper, bei Nacht drei senkrecht übereinander befindliche Laternen gehißt.. Diese 
Laternen, in der Reihenfolge weiß, rot, weiß, haben einen Abstand von je 4m 
voneinander. 
Um einen Sturm aus einem, der beiden. nördlichen Quadranten anzuzeigen, 
wird bei Tage über dem Zylinder ein mit der Spitze nach oben gerichteter Kegel 
gehißt, bei Nacht die Laternen in der Reihenfolge rot, weiß, weiß gesetzt. Bei 
zu erwartenden Stürmen aus den beiden südlichen Quadranten sieht man tags 
den Kegel mit der Spitze nach unten und unterhalb des Zylinders, während 
nachts die rote Laterne unter. den beiden weißen hängt. 
) von der Becke, 
. 2. Von der Westküste Nordamerikas nach Australien auf außergewöhn- 
jichem Wege. Reise des Bremer Vollschiffes „Gertrud“, Kapt. Th. Henke. 
In dem von der Deutschen Seewarte herausgegebenen „Segelhandbuch 
des Stillen Ozeans“ befindet sich auf Seite 881 unter den Segelanweisungen für 
die Wege von der Westküste Nordamerikas nach Australien . eine Segelroute, 
die bisher noch nicht genau geprüft werden konnte, da tatsächliche Erfahrungen 
darüber nicht vorlagen. Die Anweisung für diese Segelroute, die auch in den 
„Ann. der Hydr. etc.“ 1891, Seite 71, beschrieben ist, lautet folgendermaßen: 
„Auf der Route, welche von Schiffen genommen. werden sollte, die ihre 
Reise von Mitte November bis Mitte Februar antreten, steuere man von der 
Nordgrenze des Nordostpassates nahezu geraden Weges zwischen den Marschall- 
and Gilbert-Inseln hindurch nach einem Schnittpunkt der Linie in ungefähr 
169° O-Lg., dann südlich durch das Fahrwasser zwischen den Salomon- und 
Santa Cruz-Inseln nach dem Ende des D’Entrecasteaux-Riffes im Nordwesten 
von Neu-Kaledonien und von hier nach dem Bestimmungsorte. Die Route hat 
gegen die südliche Route!) den Vorteil, daß der allergrößte Teil des Weges 
mit dem im nördlichen Winter bekanntlich sehr frisch wehenden Nordost- 
passat zurückgelegt wird, und auch für den Weg südlich der Linie dürfte die 
Gelegenheit ‚in dem Meeresstriche, wo die Schiffe passieren, vielleicht noch 
günstiger sein, wie weiter ostwärts. Die Schiffe gelangen dorthin‘ zur Zeit der 
größten Entwicklung des Nordwestmonsuns, und wenn derselbe zwischen der 
Linie und 10° S-Br. auch nicht regelmäßig durchsteht, so herrschen hier doch 
vielfach nördliche Winde, mit denen die Reise ebenso gut zu fördern ist. Ein 
weiterer Vorteil der Route ist, daß sie weniger von Orkanen heimgesucht wird; 
die zurückzulegende Distanz ist nicht größer als auf der südlichen Route. Sollte 
man südlich der Linie den Wind so schral aus W oder SW antreffen, daß man 
die Westseite der Santa Cruz-Gruppe nicht anholen kann, so darf man auch 
gern östlich von diesen Inseln passieren; dies hätte vielleicht noch den Vorteil, 
daß man später mit dem Südostpassat, der in ungefähr 14° S-Br. zu erwarten ist, 
die vorgezeichnete: Route noch leichter einhalten könnte. Im Hinblick auf 
letzteren Punkt empfiehlt es sich überhaupt, nachdem die Santa Cruz-Inseln 
passiert sind, nicht‘ zuviel Ost zu vergeben. Meistens ist der Passat indessen 
für die vorgeschriebenen Kurse raum genug, Der Wer südlich der Linie ist 
1) Von Mitte November bis Ende April, wenn der Südostpassat in der westlichen Hälfte 
des Stillen Ozeans gestört ist und nördlich und westlich der Fidji- und Samoa-Inseln unbeständiges 
Wetter mit Böen und Mallungen herrscht, geht man im allgemeinen südlich von den eben genannten 
Inseln; es ist dies die sogenannte „südliche Route“. Auf ihr schneiden die Schiffe den Äquator 
zwischen 145° und 150° W-Lg., setzen dann ihren Kurs in Sicht der Insel Niue (Savage) auf 
20° S-Br. und 170° W-Lg. und steuern von hier, südlich der Tonga-Inseln passierend, mit dem in 
diesen Breiten beständiger wehenden Südostpassat dem Bestimmungsorte zu, wobei der Meridian von 
160° O Lg. in ungefähr 30° S-Br, geschnitten wird. Der Segelweg auf dieser Route ist etwa 400 Sm 
länger als der kürzeste Weeg.,
	        
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