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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1904.
Die Gedanken aller hervorragenden Geographen, sowohl der praktischen,
wie der theoretischen, sind jetzt auf die Smith Sound- oder „amerikanische“ Route
gerichtet, der entlang ich vor Jahren tätig gewesen bin. Alle anderen
Wege kommen nicht mehr in Betracht. Wenn wir zögern auf dieser Route unser
Vorrecht auszuüben, werden andere sie beschreiten und den Preis davontragen.
Ich glaube, daß meine in praktischer Arbeit gewonnene Erfahrung, meine
Spezialmethoden in Reise und Ausrüstung, die jahrelange praktische Tätigkeit,
mein persönliches Vertrautsein mit allen Zügen des von mir gewählten Weges
und der Gegend, ferner die Verfügung über volle Unterstützung und die außer-
ordentlichen Leistungen des kleinen Stammes der Whale Sound-Eskimos, welche
schon in früheren Jahren mit mir gelebt und gearbeitet haben, mir greifbare
Gründe dafür geben, auf einen erfolgreichen Abschluß einer Expedition zu
rechnen, die auf den angeführten Gesichtspunkten beruht.“
in einem das Urlaubsgesuch erteilenden Antwortschreiben des Marine-
sekretärs erklärt sich derselbe mit den oben entwickelten Plänen des Herrn Peary
in vollstem Maße einverstanden und betont besonders, daß Herr Peary infolge
seiner in langjähriger Erfahrung und auf mehreren arktischen Expeditionen
praktisch erworbenen Kenntnisse, durch seine große Vertrautheit mit Sprache
und Lebensgewohnheiten des in Frage kommenden Kskimostammes und seiner
großen Erfahrung in Schlittenreisen geeignet erscheine, eine Erfolg versprechende
Expedition besser durchzuführen, als irgend eine andere Person des Landes,
Auch dem Gedanken an der Nordküste von Grant-Land eine Eskimo-
kolonie zu errichten und dieselbe als Hauptausgangs- und Stützpunkt zu ver-
wenden, tritt der Marinesekretär, hierauf ein ganz besonderes Gewicht legend,
voll bei. Als Hauptziel faßt der Marinesekretär die Erreichung des Nordpols
auf und gibt der Hoffnung und Erwartung Ausdruck, daß es Herrn Peary
gelingen werde, dieses Ziel zu erreichen.
Zum Schlusse versichert derselbe Herrn Peary des Einverständnisses
und der Sympathie des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Beicht.
3. Untersuchungen der höheren Luftschichten über den äquatorialen
Meeresgebieten. Nach Versuchen in der Bai von Massachusetts ist es Lawrence
Rotch vor etwa 2 Jahren gelungen auf einer Fahrt über den Atlantischen
Ozean bei fast ruhigem Wetter an Bord des Dampfers an 5 von 8 Reisetagen
Drachen aufsteigen zu lassen. Sein Plan mit Hilfe eines Dampfers die meteoro-
logischen Verhältnisse über den Gebieten der Passate und der äquatorialen
Kalmen zu untersuchen, hat in den Fachkreisen Anklang gefunden, da die Be-
wegungen der höheren Luftschichten über diesen Gegenden keineswegs sicher
bekannt sind. Dr. Fassig aus Baltimore hat Drachenaufstiege auf den Bahama-
Inseln ausgeführt bis zu einer Höhe von 1200 m, doch dabei festgestellt, daß
er mit Hilfe eines schnellfahrenden Dampfschiffes die Höhe einer oberen fast
unbeweglichen Wolkenschicht würde haben erreichen können. Rotch plant
daher solche Untersuchungen auf einem Dampfer von wenigstens 12 Knoten
Geschwindigkeit auf der Strecke zwischen den Azoren und Ascension auszuführen.
Diese Untersuchungen, die sich auf mehrere Monate erstrecken sollen, würden
sicher einen sehr wichtigen Beitrag zu unserer Kenntnis der Meteorologie und
der Physik der Erde liefern. (Annuaire de la Societe€ Meteorologique de
France 1903, S. 203.)
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführlichere Inhaltsangaben.
RB. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrts- und der Meereskunde,
sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke.
Klossovsky, A., professeur ä Vuniversite d’Odessa. Examen de la m6thode
de la predietion du temps, de M. N. Demtschinsky. 8°. 7458. u. 6 Tafeln.
Odessa 1908.