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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Annalen der Hydrographie und Maäritimen Meteorolögie, Oktober 1904, 
Mittlerer Springtidenhub — Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden 
Springtidenhüben. 
Mittlerer Nipptidenhub = Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden Nipp- 
tidenhüben. 
Springzeit == Zeit der Springtide. 
Springflut — Flut der Springtide. 
Springebbe — Ebbe der Springtide. 
Springhochwasser = Hochwasser der Springtide. 
Springniedrigwasser — Niedrigwasser der Springtide, 
Mittleres Springhochwasser — Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden 
Springhochwassern. 
Mittleres Springniedrigwasser = Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden 
Springniedrigwassern. 
Nippzeit — Zeit der Nipptide. 
Nippflut = Flut der Nipptide. 
Nippebbe — Ebbe der Nipptide. 
Nipphochwasser = Hochwasser der Nipptide. 
Nippniedrigwasser = Niedrigwasser der Nipptide. 
Mittleres Nipphochwasser = Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden Nipp- 
hochwassern. 
Mittleres Nippniedrigwasser =— Mittel aus vielen aufeinanderfolgenden 
Nippniedrigwassern. 
Höhe — Höhe des Wassers über einem gegebenen Nullpunkt, im allgemeinen 
über Kartenniveau, so daß die Wassertiefe — Kartenniveau + Höhe ist. 
Entsprechend: Hochwasserhöhe, Springhochwasserhöhe, Nipphochwasser- 
höhe, mittlere Springhochwasserhöhe usw. 
Das Kartenniveau entspricht auf den meisten, insbesondere auf den deutschen 
und englischen Karten dem mittleren Springniedrigwasser, so daß hier die mittlere 
Springniedrigwasserhöhe = 0 ist. Auf amerikanischen Karten entspricht das 
Kartenniveau dem mittleren Niedrigwasser, auf französischen Karten dem 
niedrigsten je beobachteten Niedrigwasser. 
Der Ausdruck Höhe im Sinne: Erhebung über Kartenniveau rechtfertigt 
sich durch den gleichen Sprachgebrauch zur Bezeichnung der Erhebung einer 
Landstation über das Nullniveau. 
Hochwasserhöhe ist richtiger und schärfer als der auch benutzte Ausdruck 
Fluthöhe, weil durch das Wort Flut der Gedanke an das Steigen vom Niedrig- 
wasser zum Hochwasser in das Wort hineingetragen wird, so daß man unter 
Fluthöhe die Amplitude der Welle, die physikalische Wellenhöhe, verstehen 
kann, wie es z. B. im nautischen Jahrbuch geschieht. Das Wort „Fluthöhe“ 
jst daher für den Gebrauch nicht geeignet, 
Neben der hier vorgeschlagenen Bezeichnung Tidenhub für den Niveau- 
unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser finden sich in der Literatur die 
Ausdrücke: Hub, Hub der Gezeit, Hubhöhe, Fluthub, Größe des Fluthubs, Flut- 
größe, Flutwechsel, Fluthöhe, Höhe der Gezeit, für Springtidenhub auch Springfiut 
und Springtide, für Nipptidenhub auch Nippflut und Nipptide. 
Der Ausdruck Höhe ist in der vorausgehenden Definition sinnentsprechend 
vergeben; die letzten Ausdrücke Flut und Tide entspringen nur unscharfem 
Sprachgebrauch, so daß nur unter den Bezeichnungen Hub, Größe und Wechsel 
zu entscheiden bleibt. 
Die Bedeutung des Wortes Flutwechsel als Amplitude der Flutwelle kann 
ohne besondere Definition nicht erfaßt werden, da „Wechsel“ im Deutschen nicht 
eine Maßgröße, sondern einen Vorgang bedeutet. Man würde ohne besondere 
Definition unter Flutwechsel entweder den Übergang vom Steigen des Wassers 
zum Fallen und umgekehrt oder vielleicht auch das Kentern des Stromes ver- 
stehen, das in der Gezeitenlehre in der Regel als Stromwechsel bezeichnet wird, 
z. B. Börgen „Annalen der Hydrographie“ 1898, S. 414 ff. und S. 462. Es 
erscheint deshalb nicht unbedenklich, dem Wort Wechsel in Flutwechsel einen 
Sinn aufzuprägen, der ihm im sonstigen Sprachgebrauch gänzlich fern liegt. 
Das Wort Hub ist in derselben Weise wie in der Mechanik („Kolben- 
hub“) verwendet, wo es wie hier den vertikalen Unterschied zwischen der
	        
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