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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904
vom Ozean nördlich von Schottland her ostwärts über Nordeuropa ausgebreitet
war; flache Minima schritten über Skandinavien hinweg und beeinflußten die
am Nordabhang des Hochdruckgebietes gelegene Küste. Bei schwachen west-
lichen Winden traten in dem angegebenen Umfange bis zum 6. verbreitete
Regenfälle und Gewitter auf. Der hohe Luftdruck breitete sich langsam nord-
wärts aus, und die Bahnen der Minima entfernten sich von der Küste, so daß
am 7. trockenes Wetter eintrat.
In den Tagen vom 9, bis 12, erfuhr das Hochdruckgebiet eine Drehung
um 90°, indem sich das Maximum über dem Ozean nordwärts und dann nach
Skandinavien verlegte, so daß die ursprünglich W— O gerichtete Längsachse
des Hochdruckgebietes zunächst die Richtung NW—SO (am 9. bis 11.) und
dann N—S (am 12.) annahm. Dieser Wandlung entsprechend, erfuhren die
Winde an der Küste auch ein Rechtdrehen; in Wechselwirkung mit der
Depression über Nordosteuropa trat am 9. und 10. an der preußischen Küste
vorübergehend ein starkes Auffrischen der nordwestlichen Winde ein. Im
Bereiche hohen Druckes herrschte bei nördlichen Winden andauernd trockenes
Wetter.
Eine vorübergehende starke Wandlung der Wetterlage brachten die Tage
vom 13. bis 17., indem ein Minimum über dem Ozean nordwestlich von Schottland
vorüber in nordöstlicher Richtung nach dem hohen Norden Europas und dann
weiter ostwärts fortschritt und seinen Einfluß in einem längs der Küste
fortschreitenden Ausläufer niedrigen Druckes geltend machte. Als sich .das
Depressionsgebiet zunächst über Nordwest- und dann über Nordeuropa aus-
breitete, verlagerte sich das Maximum von Skandinavien nach Südosteuropa.
Im Rücken der Depression drang aber rasch hoher Luftdruck vom Ozean vor,
und bereits am 17. lag ein Hochdruckgebiet in ähnlicher Lage wie vom 9. bis
11. vom Ozean südostwärts über Mitteleuropa ausgebreitet, Diese Tage brachten
vom 13. bis 16, südliche Winde und führten bei vorwiegend heiterem Himmel
sehr warmes Wetter herbei; nur am 14. fanden ostwärts bis Mecklenburg ver-
einzelte Regenfälle statt. Als der Wandlung der Wetterlage entsprechend am
17. wieder nordwestliche Winde eintraten, erfolgte ein Rückgang der Temperatur,
der im Westen der Ostsee stellenweise sehr stark war und beispielsweise in
Wustrow 13,2° erreichte.
Unter Wechselwirkung des genannten Hochdruckgebietes und der allmählich
von Nordosteuropa ostwärts zurückweichenden Depression frischten die nordwest-
lichen Winde an der Ostsee stark auf und wehten am 18. und 19., wie eingangs
angegeben, vielfach steif und vereinzelt stürmisch, in Begleitung von Regen-
fällen. Mit der Abnahme der Intensität des Hochdruckgebietes wurden die
Winde schwächer, erhielten sich aber nordwestlich, bei trockener Witterung,
bis zum 22., so lange sich relativ hoher Druck von der Nordsee südostwärts
über Deutschland ausgebreitet erhielt.
Die folgenden Tage bis zum 28. zeigten die Küste meist im Bereiche
von kleinen, flachen Depressionen über Norddeutschland, die am 23. bis 27.
bei schwachen veränderlichen Winden täglich über kleineren oder größeren
Gebieten Regenfälle herbeiführten.
Ein am 28, von Südwesten her vordringendes Hochdruckgebiet verlagerte
sein Maximum rasch nach Mitteleuropa und beherrschte die Küste bis Ende des
Monats, so daß bei schwachen, veränderlichen Winden seit dem 28. wieder
trockenes, vorwiegend heiteres Wetter bestand. Winde südlicher Herkunft
brachten in den letzten Tagen an der westdeutschen Küste vielfach stärkeres
Steigen der Temperatur und ließen hier stellenweise die höchsten Temperaturen
des Monats am 31. eintreten.
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