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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1904. 
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Werten, sonst fast durchweg darunter. Der relativ wärmste Morgen war der 
16. mit meist um 5° bis 7° zu hohen Temperaturen an der ganzen Küste, dem 
ein entsprechend kalter selbst. für Teile des’ Gebietes nicht an die Seite gestellt 
werden kann. . 
Die höchsten Tagestemperaturen zeigten in ihrem Verlauf von Tag zu 
Tag bis zum 16., abgesehen von einer Erniedrigung am 9. und 10, und einer 
vorübergehenden Zunahme am 12. und teilweise am 1l., wenig Anderung und 
dann meist stetige Zunahme bis zum 15. oder 16., worauf eine ebenso starke 
Abnahme bis zum 18. bis 20. erfolgte; der weitere Verlauf brachte viele kleinere 
Schwankungen um eine langsam ansteigende Mittellage und zuletzt meist noch 
eine stärkere Zunahme, so daß die höchsten Temperaturen teilweise am Ende 
des Monats ‚eintraten. 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der. höchsten von 
Swinemünde, 34,4°, und der niedrigsten von Rügenwaldermünde, 6,9°, also um 
27,5°, während die größte Schwankung gleich 25,5° in Swinemünde und die 
kleinste gleich 16,2° in Wustrow beobachtet wurden. — Die Zahl der Sommer- 
tage, an denen die höchste Temperatur 25° erreichte, nahm näch Osten hin 
ab (!), indem an der Nordsee 4 bis 7 und an der preußischen Küste nur 2 
solcher Tage gezählt wurden. 
Die aus der. Anderung der Temperatur von Tag zü Tag für die drei 
Beobachtungstermine ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Änderungen als 
arithmetische Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der 
Temperatur (I. T. V.) schwankten mit ihren höchsten Beträgen zwischen 2,2° 
(Keitum) und 3,2° (Hamburg) und erreichten diese durchweg. am Nachmittag, 
während die kleinsten Werte, mit Ausnahme der westlichen Ostsee, zur Zeit 
der .Morgenbeobachtung eintraten. . | 
Die Monatsmengen des Niederschlags überschritten ostwärts bis zur Elbe, 
an der Ostküste Schleswig - Holsteins und an der Odermündung meist 30 mm, 
während ein solcher Betrag sonst nur vereinzelt erreicht wurde; gegen 59 mm 
in Norderney und 72 mm in Wangeroog hatten Keitum nur 11 und Arkona 
10 mm. — Niederschläge fielen in größerer Verbreitung, wenn man von gering- 
fügigen Mengen absieht. und den Niederschlagstag um 8* V des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen läßt, nur am 2, von Weser bis Elbe und von Mecklen- 
burg ostwärts, am 3. bis 5. an der ganzen Küste, am 6. von der Oder ostwärts, 
am 17. von der Elbe bis Pommern, am 18. und 19. von der Oder ostwärts, am 
23. an der westlichen Nordsee, am 24. an der ganzen Küste, mit Ausnahme 
Schleswig-Holsteins, am 25. an der westlichen Nordsee und der pommerschen 
Küste sowie am 26. und (mehr vereinzelt) 27. ostwärts bis zur Oder. — Fast 
ganz trocken waren an der ganzen Küste der 1., 7. bis 13., 15., 16., 20. bis 22. 
und 29. bis 3l., also 16 Tage. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm 
erreichende Niederschläge fielen am 3. in Borkum (31), Norderney (46), Nord- 
deich (26) und Cuxhaven (23) und am 27, in Brake, wo als Gewitterregen 
39 mm fielen, während die nähere Umgebung keinen Niederschlag gehabt hat. 
— Gewitter waren im ganzen selten und traten in größerer Verbreitung nur 
auf am 2, über Rügen und der Odermündung, am 3, von. der Jade bis zur Oder, 
am 4. von der Weser ostwärts, am 14. an der Nordsee sowie am 24. und 27, 
ostwärts bis Pommern. — Nebel wurde nur vereinzelt, in größerer Ausbreitung 
nur am 28, an der westlichen Nordsee beobachtet. . 
Als heitere Tage, an denen die zur Zeit der Terminbeobachtungen drei- 
mal am Tage nach der Skala 0 bis 10 geschäzte Bewölkung im arithmetischen 
Mittel. der Schätzungen kleiner als 2. war, charakterisierten sich. über aus- 
gedehntem Gebiete der 1. an der ganzen Küste, der 2, an der preußischen Küste, 
der 7. von der Oder ostwärts, der 8. an der Nordsee, der 12. an der Ostsee, 
der 13. an der ganzen Küste, der 14. von Rügen ostwärts, der 15. und 16. an 
der ganzen Küste, der 17. ostwärts bis zur Elbe und über Preußen, der 18. an 
der Elbe, der 20. von Elbe bis Oder, der 21. über Mecklenburg und 
Pommern, der 22, an der preußischen Küste, der 28. von den Nordfriesischen 
Inseln ostwärts, der 29. und 30. an der ganzen Küste und der 8l. von Rügen 
ostwärts. . 
Bis zum 8. lag hober Luftdruck über Kontinentaleuropa, meist in Ver- 
bindung mit einem Maximum über der Biscayasee, während niedriger Druck
	        
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