346 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1913.
Dauer des Nebels, der in der Zeit vom 18. bis 29. fast ununterbrochen die nörd-
lichen Küsten des Gelben Meeres einhüllte und sich namentlich der Schiffahrt
sehr lästig fühlbar machte.
Die Luftdruckverteilung zeigte im Monatsanfang ein Gebiet höheren
Druckes, welches sich vom Gelben Meere ostwärts bis über Japan hin erstreckte,
während von Westen her Depressionen im Anrücken waren. Bei leichten süd-
Östlichen Winden herrschte am 1. noch überall heiteres, sonniges Wetter, das
jedoch mit der Annäherung der Depressionen am 2. und 3. trüber und regne-
rischer Witterung weichen mußte. Am 4, begannen nördliche Winde einzusetzen,
welche Aufklaren und zugleich einen geringen Rückgang der Temperaturen herbei-
führten. In den nachfolgenden Tagen bildete sich zunächst über dem Gelben
Meere, in der Folge sich ostwärts ausbreitend, ein neues Gebiet höheren Druckes
aus. Dieser Wandlung entsprechend holten die Winde auf südöstliche Rich-
tungen zurück, während zugleich heiteres Wetter und Zunahme der Temperatur
eintrat. Mit dem 10. setzte wiederum regnerische Witterung ein, die stellen-
weise von Nebel begleitet war, als eine Depression von geringer Tiefe an diesem
und den beiden folgenden Tagen das Yangtse-Tal abwärts zog. In ihrem Rücken
herrschten am 12. über Schantung stürmische nördliche Winde, welche erneut
Rückgang der Temperatur verursachten, Bis zum 17, folgte dann wieder eine
Reihe warmer und sonniger Tage; die anfangs nördlichen Winde holten bald
auf südöstliche Richtungen zurück, und die Temperatur stieg auf normale Höhe,
In den Tagen vom 18, bis zum Monatsschluß gelangte dann eine gänzlich ver-
änderte Wetterlage zur Herrschaft. Ausgedehnte Tiefdruckgebiete breiteten
sich über die ganze Küste bis nach Japan hin aus, und nur an vereinzelten
Stellen traten geringe Druckzunahmen in Erscheinung. In diesem Tiefdruck-
gebiet entwickelte sich eine große Zahl flacher Depressionen, welche teilweise,
so am 21. 22. und 26. von Gewittern begleitet waren und an der Küste Schan-
tungs und im Gelben Meere dichte und ausgedehnte Nebel verursachten. Der
gleichmäßigen Druckverteilung entsprechend waren stürmische Winde in dieser
Zeit nicht zu verzeichnen, die Temperatur war unter dem Einfluß der anhaltend
großen Bewölkung verhältnismäßig niedrig. Erst am 30. hatte die unfreundliche
trübe Witterung ihr Ende; obgleich auch an den letzten beiden Tagen noch
ziemlich hohe Bewölkung vorherrschte, stieg doch die Temperatur auf ihre
normale Höhe. Der wärmste Tag des Monats war der 30.
Auf dem Iltisberg war die Temperatur bis fast zum Monatsschluß noch
kühl. Die niedrigste Temperatur wurde mit 6° am 2., die höchste mit 25° am
30. und 31. gemessen, Die Niederschlagsmenge betrug insgesamt 50.1 mm. Der
18, bis 20. und 24. bis 29. waren Nebeltage bei Südostwind, der 21. bis 23.
Regentage,
Frühling 1911. Die ungewöhnliche Kälte, welche den vergangenen Winter
auszeichnete, bildete auch weiterhin während der Frühlingsmonate ein charakte-
ristisches Merkmal im Verlauf der Witterungserscheinungen, Daneben trat hohe
Bewölkung und dementsprechend eine große Zahl trüber Tage, sowie die Menge
des Niederschlages besonders hervor. Der Mittelwert der Tagestemperatur lag
mit 8.8° um 1.1°, die der mittleren höchsten und niedrigsten Temperaturen des
Frühlings um 0.8° bzw. 1.4° unter den aus zehnjährigen Beobachtungen abge-
leiteten Werten. Das absolute Maximum der Temperatur war 2.7° niedriger, das
absolute Minimum 1.9° höher als die Normalwerte. Bei einer Bewölkung von
6.4 gegen 5.2 Zehntel kamen 36 trübe und nur 6 heitere Tage zur Auszählung.
Die Mittelwerte sind 21.8 trübe und 18.3 heitere Tage, Die Gesamtniederschlags-
menge erreichte eine Höhe von 129.8 mm an 26 Tagen; die Mittelzahlen sind
101.7 mm und 18.7 Tage,
Juni 1911. Der Jahreszeit entsprechend war die Witterung in hohem
Maße von Depressionen beeinflußt. Die Bewölkung war demgemäß groß, Luft-
feuchtigkeit und Niederschlagsmenge entsprachen etwa dem Durchschnitt aus
10 Jahren. Dagegen lag die mittlere Monatstemperatur, wie auch in den voran-
gegangenen Monaten dieses Jahres, wiederum unter der normalen Höhe. Be-
merkenswert ist, daß auch den im vorigen Jahre für das Observatorium Tsingtau