accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

436 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904, 
so glaubte ich erst, daß es davon herrührte, wenngleich der Schein so intensiv 
war, daß er die Sterne überstrahlte, was mit dem elektrischen Licht aus so 
weiter Ferne, wenn ich recht beobachtet habe, nicht der Fall ist. Da der 
Schein nicht aufhörte — es schien wie eine gewaltige Feuerzunge, die sich aus- 
streckte und zurückzog — auch die Spitze des Kegels sich im- Zenit befand, 
was bei dem elektrischen Licht doch auch nicht der Fall ist, so sah ich mich 
weiter um und gewahrte jetzt im Norden und Nordwesten eine Reihe von Zungen, 
die zum Teil breit und kurz, zum Teil lang und auffällig schmal waren. Letztere 
erreichten in Ausstrahlungen tatsächlich den Zenit. Der ganze Horizont bestand 
aus einem Lichtmeer, woraus die Strahlen emporschossen. Das untere Licht 
machte den Eindruck einer meilenweit entfernten, sehr breiten Feuersbrunst. 
Als ich 6 bis 6'/4 Uhr unmittelbar vor Karby war, hatte das untere Licht jene 
auffallende orangerote Färbung angenommen, die wir Laien uns mit dem Vor- 
handensein vulkanischen Staubes in der Luft erklären und die sich gerade auch 
im November vorigen Jahres in der Abenddämmerung zeigte. Als ich 6/2 Uhr 
wieder ins Freie kam, war am Nordwesthorizont eine dunkle Wolkenwand auf- 
gestiegen, hinter der bis gegen 7 Uhr fortwährend noch Lichtstreifen, allerdings 
nicht in der vorher beobachteten Intensität aufzuckten. Als ich um 7 Uhr bei 
der Schlei ankam, war die Erscheinung verschwunden, dafür aber war der 
Himmel in kürzester Zeit mit Wolken bedeckt, und es folgte für drei Tage 
wolkige Witterung.“ Bemerkt sei noch, daß die angegebenen Zeiten sich auf 
mitteleuropäische Zeit beziehen. Dr. Ch. Jensen, Hamburg. 
5. Täglicher Gang der erdmagnetischen Deklination in China. (Terr. 
Magn. a. Atmosph. Electr., March 1904.) An dieser Stelle teilt J. de Moidrey 
die Ergebnisse einiger Beobachtungen über den täglichen Gang der Deklination 
in China mit. Da bisher nur in Zikawei laufende Aufzeichnungen der Dekli- 
nation gemacht wurden, lag die Frage nahe, ob man berechtigt sei, bei Reduktion 
einzelner Beobachtungen in anderen Teilen von China auf diese Aufzeichnungen 
zurückzugreifen. Um dies zu untersuchen, wurden in den Monaten April und 
Mai 1903 von drei japanischen Gelehrten diesbezügliche Beobachtungen in 
Hongkong, Hankau und Schasze angestellt. Es wurde an den einzelnen Tagen 
ungefähr stündlich die Deklination beobachtet, so daß an jedem Orte mehr als 
zwanzig Einzelbeobachtungen gemacht wurden. Wenn nun auch die Beobachtung 
an drei weit voneinander entfernt liegenden Orten durchaus nicht zu einem 
sicheren Schluß über den täglichen Gang der Deklination im ganzen Gebiet 
von China berechtigt, so verdanken wir doch diesen Beobachtungen einigen 
Aufschluß über ihren Verlauf in Mittel- und Südchina. Ein Vergleich der er- 
haltenen Resultate mit den Aufzeichnungen in Zikawei ergab, daß man sehr 
wohl Beobachtungen längs des Yangtsekiang mindestens bis Schasze hin nach 
diesen Aufzeichnungen reduzieren darf, wobei der Fehler kaum 1‘ übersteigt, 
daß aber für Beobachtungen in der Gegend von Hongkong die Korrektionen 
nach den Aufzeichnungen in Zikawei zu groß ausfallen würden, Burath. 
6. Erdmagnetische Vermessung in Holländisch-Ostindien. (Terr. Magn. 
a. Atmosph. Electr., March 1904). W.van Bemmelen ist es durch eine Unter- 
stützung der „Koninklyke Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch Indie“ 
ermöglicht worden, bereits im Jahre 1903 die magnetische Landesvermessung 
von Niederländisch-Indien zu beginnen, während von der niederländischen 
Regierung erst für die Jahre 1904 bis 1907 die nötigen Mittel bewilligt waren. 
Zur Bestimmung der säkularen Variation in diesen Gegenden sind die von 
Kapt. Elliot und Dr. van Ryckevorsel in den Jahren 1845 bis 1849 und 
1874 bis 1877 angestellten Beobachtungen herangezogen worden. 
Die Beobachtungen wurden mit einem magnetischen Theodoliten (Elliot 
Nr. 94) und einem Inklinatorium (Barrow Nr. 36) mit drei Nadeln vorgenommen, 
Die Ummagnetisierung erfolgte auf elektrischem Wege; als Stromerzeuger 
wurde eine zweizellige Akkumulatorenbatterie benutzt. Indem die Batterie 
noch zur Speisung einer Glühlampe diente, war es möglich, die magnetischen 
Beobachtungen auch zur Nachtzeit auszuführen. 
. Eine Übersicht der auf Tagesmittel für die Epoche 1903,5 reduzierten 
Werte gibt die folgende Tabelle:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.