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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen. 
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graphische Station (unter 64° 8’ N-Br. und 4° 25‘ W-Lg.) ist dann die Rechnung 
sowohl‘ hierfür als auch bezüglich der durch die Erddrehung hervorgerufenen 
Zirkulationsbeschleunigung noch etwas näher ausgeführt. Weiter wird gezeigt, 
wie man zu Werten für R kommt, indem man stationäre Fälle auswählt, für die 
C, = const, also: CA =0=2A-—20 es —R ist. 
Zur qualitativen Prognose der Meeresströmungen erweisen sich‘ die 
vorliegend nur kurz angedeuteten Überlegungen als sehr wohl brauchbar; zur 
quantitativen Durchrechnung ist noch die Kenntnis der Reibung des Meer- 
wassers unter den im Meere geltenden Verhältnissen erforderlich. 
Dr. C&. Forch. 
2. Auffallende Stromgrenze im Stillen Ozean. Am 23, Oktober 19038 
passierte das Schulschiff „Herzogin Sophie Charlotte“ eine sehr auffällige Strom- 
grenze im Stillen Ozean. Um 11° 352 V bemerkten wir, als wir uns auf 
3° 29 S-Br. 122° 29’ W-Lg. befanden, eine haarscharfe, scheinbar schnurgerade 
Stromtrennungslinie. Südlich von dieser Linie war das. Meer gleichmäßig 
bewegt, nördlich davon voller Kabbelungen und weißer Schaumkronen.. Die 
Trennungslinie verlief nach Schätzung ungefähr rechtwinklig‘ zu dem Kurs des 
Schiffes, der nach dem Schiffsjournal rw. N 46° W war. Vielleicht hängt damit 
die starke Besteckversetzung von 43‘ Nord und 1° 15‘ West zusammen, die am 
Mittag des 23. Oktober das Schiffsjournal verzeichnet. Vergleichsweise betrug 
die Besteckversetzung an dem vorhergehenden Tage nur 2‘ Süd 16‘ West und 
am folgenden Tage 10‘ Süd 21‘ West, Dr. Möller, Elsfleth. 
3. Wirbelsturm und Wasserhose bei den Bahama-Inseln. Der Dampfer 
„Dortmund“, Kapt. M. Meyer, passierte auf einer Reise von Hamburg nach 
New: Orleans am 5. Mai 1904 nachts südlich von den Bermudas. Am 7, Mai 
war er 500 Sm von den Bermudas, 250 Sm von den Bahamas entfernt. Die 
regelmäßigen Beobachtungen lauten für den 7. Mai: ‘ 
° Wind. Luftdruck. Temperatur, Niederschlag. 
8hV; 29,0° N-Br., 71,2° W-Lg. 0S05 764mm Luft 21,2° Wasser 21,9° Tr 
8hN: 280° „ 731° » S 7 1758 „ 222° „ 23,6° r 
Der Seegang war SO 2 und SO 4. Starker Regen herrschte den ganzen 
Tag. — Zum. 7. Mai 4" N enthält dann das meteorologische Tagebuch folgende 
Bemerkungen: „Passierten das Zentrum eines Wirbelsturmes. Nachdem wir 
den ganzen Tag starke Regenböen von Stärke 5 bis 7 gehabt hatten, kam 
gegen 3° 302 N wahre Ortszeit von SW schnell eine dicht über dem Meeres- 
spiegel hängende Wolke auf. Beim Näherkommen sahen wir in dieser Wolke 
eine kleine Wasserhose, während im Umkreise von 1 bis 1'% Sm Wind und 
See fortgesetzt kreisten und das Ganze sich schnell in Nordwestrichtung weiter 
bewegte. Beim Passieren war die Windstärke 8 bis 10 und starke Regengüsse 
gingen nieder. Nach dem Passieren war für 10 bis 15 Minuten Windstille; 
dann setzte der Wind in seiner alten Stärke und Richtung, S 7, wieder ein. 
Himmel schnell abklarend; 11 bis 12" N starke Regengüsse.“ Der Ort, wo der 
Dampfer den Wirbel passierte, war 28,3° N-Br., 72,5° W-Leg. 
4. Polarlicht am 31. Oktober 1903 in Schleswig-Holstein. Da eventuell 
sine Ergänzung der in „Ann. d. Hydr. etc.“ 1904, S. 120 bis 126 von Dr. Maurer 
gegebenen Einzelberichte über die magnetischen Stürme am 31. Oktober und 
1. November 1903 von einigem Interesse sein kann, so erlaube ich mir nach- 
träglich den Bericht eines am 31. Oktober bei Karby beobachteten Nordlichtes 
wiederzugeben. Der Beobachter, Pastor Staks aus Arnis, der zwar Laie auf 
diesem Gebiete ist, mir aber als zuverlässiger Beobachter bekannt ist, berichtete 
mir seinerzeit folgendes: „Ich ging am 31. Oktober abends nach. dem südöstlich 
von hier in Schwansen .belegenen Kirchdorf Karby. Etwa um 3/46 Uhr schoß 
von Nordosten her, etwa in der Richtung nach Alsen zu ein heller .Lichtkegel 
am wolkenlosen Himmel auf, von. weißlicher Farbe. .Da zuweilen das 'Torpedo- 
schiff „Blücher“ am Ausgang der Flensburger Föhrde manövriert und signalisiert, 
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