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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904.
Statt der Geschwindigkeiten ist es praktischer, nur deren Veränderung
mit der Zeit — also die Beschleunigungen 1 an diese mit u bezeichnet —
einzuführen; man erhält so: A = S usds. Man zerlegt hierauf die Beschleuni-
gung der Tangentialkomponente u in ihre aus der Schwerbeschleunigung g., der
Druckverteilung pı, der Erddrehung d; und der Reibung fi herrührenden in die
Ebene der Kurve fallenden Anteile; es ist also: 4 = gi -+p:i-+ ds + fi und
mithin:
Se = [© ds + [pi ds + (das + (sas * % x
Das erste Integral stellt die bei der Verschiebung längs der Kurve geleistete
Arbeit dar, ist also, da die Kurve geschlossen ist, gleich Null. p« ist als
Tangentialkomponente der längs des Linienelementes durch die Druckverteilung
bewirkten Beschleunigung direkt proportional Zr und umgekehrt proportional der
Dichte 0, also auch direkt proportional dem spezifischen Volum v des Wassers.
Da ferner pr in die Richtung der abnehmenden p fällt, so ergibt sich
f pı ds = — f vdp. Zur Bestimmung des Gliedes mit d; führt ein indirekter
Weg. Aus (2) folgt: Zn = 20 SS Die beiden Werte N und SS können
sich nur um den Betrag S d; ds unterscheiden, also: N = — / d; ds und
weiter in Verbindung mit der vorhergehenden Gleichung S; dds=—20 45.
Das letzte, die Reibung des Wassers einführende Glied ist der direkten Messung
kaum zugänglich; man wird also umgekehrt für Fälle in denen alle andern
Glieder der Gleichung (3) durch Beobachtung gegeben sind, die Reibung be-
rechnen; es sei dazu gesetzt: S fids = —R. — So geht also (3) über in:
Ge = fräp- 20—R .000.
Das Integral der rechten Seite läßt sich durch graphische Integration
auswerten, indem man auf die von Bjerknes eingeführten Flächen gleichen
spezifischen Volums des Seewassers (Isosteren) und die Flächen gleichen Druckes
im Meere (Isobaren) übergeht. Die letzteren sind der Meeresoberfläche nahezu
parallel, die ersteren im allgemeinen gegen den Aquator hin geneigt. Beide
Flächensysteme werden sich bei passender Anordnung so schneiden, daß röhren-
ähnliche Gebilde entstehen, die Bjerknes „Solenoide“ genannt hat.. Schneidet
man diese durch eine vertikale‘ Ebene, so erhält man parallelogrammähnliche
Gebilde. In dieser Schnittebene liege nun die Kurve, längs welcher die
Integration vorzunehmen ist. Dann ist das ganze Integral gleich der von der
Kurve eingeschlossenen Fläche, Fallen in diese nun etwa A der erwähnten
parallelogrammähnlichen ‚Gebilde, so bilde man vorerst das Integral für eines
derselben; seine Seiten sind: vn und Ya+ı bezw. pn und pa+ı3 €S ist also für
ein solches Gebilde: Sf dp = (Ya+ı — wa) (Porı — Pa): Es seien nun die
isosteren Flächen so gelegt, daß sie je für Unterschiede in v von 0,0001 cm*/gr
gezogen sind und die isobaren Flächen je für solche in p von 10° gr/cm sek?,
dann ist für jedes der erwähnten Gebilde | vdp = 100 cm?/sek*. Man erhält
also den Wert des Integrals über die ganze Kurve, indem man die
Anzahl der von ihr umschlossenen Solenoide mit einem Proportionali-
tätsfaktor multipliziert. .
£ine wesentliche Vereinfachung läßt sich dadurch einführen, daß man die
Kurve aus 2 vertikalen Ästen a und b und aus zwei isobaren Linien p = po
and p = pı bestehen läßt, da für letztere p == const, also dp=0 ist. Für
diesen Fall sind in Tabellen die Werte des Integrales bezw. die zu dessen
Berechnung nötigen Angaben von v und og zusammengestellt. Für eine hydro-