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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904.
Beobachter müssen von Zeit zu Zeit die Geschwindigkeit kontrollieren und
können im übrigen loten und Aufzeichnungen über die Breite und die Eigentüm-
lichkeiten des Fahrwassera machen. Durch Marken auf dem Papierstreif kann
man später feststellen, auf welchen Punkt der Karte sich jede Aufzeichnung
bezieht.
Für gewöhnliche Seereisen ist das Instrument weniger geeignet. Auf
hoher See ist eine Kontrolle des gegißten Bestecks von geringerer Bedeutung
und in der Nähe von Land verläßt man sich nicht darauf, weil der Einfluß der
Strömung nicht daraus hervorgeht.
Ein störender Umstand, nämlich der, daß bei längerem Steuern desselben
Kurses stets derselbe Teil der Kompaßfeder das Papier berührt und also keine
Farbe erhält, hat sich nur insofern fühlbar gemacht, als in diesem Falle die
Marken durchweg undeutlicher werden,
Was endlich die Abnutzung der Pinne und des Steines betrifft, so teilt
Ferguson mit, daß die von ihm benutzten nach zweijährigem Gebrauch so mit-
genommen waren, daß sie für einen gewöhnlichen Kompaß nicht mehr geeignet
gewesen wären. Bei dem Hodographen, wo die Rose fortwährend von der Pinne
abgehoben und zugleich zum Stillstand gebracht wird, spielt die Abnutzung
keine wesentliche Rolle.
Eine vollständige Kompensation des Kompasses würde, wenn man das
Instrument auf verschiedenen Schiffen gebrauchen oder seinen Platz auf dem-
selben Schiffe ändern will, etwas umständlich sein. Man hilft sich in der Weise,
daß man das Schiff nacheinander verschiedene Kurse anliegen und dabei jedes-
mal durch die Rose Marken auf den Papierstreifen setzen läßt. Man erhält
dann Daten, nach denen man ein Modell konstruieren kann, das man in der
früher beschriebenen Weise benutzt, um aus der Linie auf dem Papierstreif den
zurückgelegten Weg abzuleiten. ;
Registrierkompasse.
Von Dr. Caspar.
Im allgemeinen wird ein in der Fahrt begriffenes Schiff nicht auf dem
Kurse liegen, den der Rudersmann steuern soll. Das Schiff wird vielmehr eine
Kurve beschreiben, die die zu segelnde Loxodrome in verschiedenen Punkten
schneidet. Bei einem gut steuernden Schiffe und bei guter Bedienung des
Ruders wird man annehmen können, daß der Generalkurs aller der unendlich
vielen in Wahrheit gesteuerten Kurse nicht allzu verschieden von dem auf-
gegebenen Kurse sein wird. In vielen Fällen jedoch werden auch größere Ab-
weichungen vorkommen, die durch verschiedene Ursachen veranlaßt werden,
von denen die hauptsächlichsten die folgenden sind:
1. Die unrichtige Lage des Steuerstriches;
2, die Luv- oder Leegierigkeit des Schiffes;
3. der parallaktische Winkel „Anliegender Strich — Auge-Steuerstrich“
bei seitlich vom Steuerer aufgestellten Kompassen;
4. die psychisch oder physisch einseitige Veranlagung des Steuerers;
5. die Unaufmerksamkeit des Steuerers.
Auf offener See wird durch solche Abweichungen, abgesehen von kleineren
oder größeren Zeit-, also auch Geldverlusten, kein großes Unglück entstehen
können, da die astronomischen Ortsbestimmungen immer neue, genügend fehler-
freie Ausgangspunkte geben. Anders liegt es jedoch bei Küstenfahrt und An-
steuerung von Land. Hier kommt es dem Schiffsführer, besonders bei unsichtiger