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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

A428 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904. 
Beobachter müssen von Zeit zu Zeit die Geschwindigkeit kontrollieren und 
können im übrigen loten und Aufzeichnungen über die Breite und die Eigentüm- 
lichkeiten des Fahrwassera machen. Durch Marken auf dem Papierstreif kann 
man später feststellen, auf welchen Punkt der Karte sich jede Aufzeichnung 
bezieht. 
Für gewöhnliche Seereisen ist das Instrument weniger geeignet. Auf 
hoher See ist eine Kontrolle des gegißten Bestecks von geringerer Bedeutung 
und in der Nähe von Land verläßt man sich nicht darauf, weil der Einfluß der 
Strömung nicht daraus hervorgeht. 
Ein störender Umstand, nämlich der, daß bei längerem Steuern desselben 
Kurses stets derselbe Teil der Kompaßfeder das Papier berührt und also keine 
Farbe erhält, hat sich nur insofern fühlbar gemacht, als in diesem Falle die 
Marken durchweg undeutlicher werden, 
Was endlich die Abnutzung der Pinne und des Steines betrifft, so teilt 
Ferguson mit, daß die von ihm benutzten nach zweijährigem Gebrauch so mit- 
genommen waren, daß sie für einen gewöhnlichen Kompaß nicht mehr geeignet 
gewesen wären. Bei dem Hodographen, wo die Rose fortwährend von der Pinne 
abgehoben und zugleich zum Stillstand gebracht wird, spielt die Abnutzung 
keine wesentliche Rolle. 
Eine vollständige Kompensation des Kompasses würde, wenn man das 
Instrument auf verschiedenen Schiffen gebrauchen oder seinen Platz auf dem- 
selben Schiffe ändern will, etwas umständlich sein. Man hilft sich in der Weise, 
daß man das Schiff nacheinander verschiedene Kurse anliegen und dabei jedes- 
mal durch die Rose Marken auf den Papierstreifen setzen läßt. Man erhält 
dann Daten, nach denen man ein Modell konstruieren kann, das man in der 
früher beschriebenen Weise benutzt, um aus der Linie auf dem Papierstreif den 
zurückgelegten Weg abzuleiten. ; 
Registrierkompasse. 
Von Dr. Caspar. 
Im allgemeinen wird ein in der Fahrt begriffenes Schiff nicht auf dem 
Kurse liegen, den der Rudersmann steuern soll. Das Schiff wird vielmehr eine 
Kurve beschreiben, die die zu segelnde Loxodrome in verschiedenen Punkten 
schneidet. Bei einem gut steuernden Schiffe und bei guter Bedienung des 
Ruders wird man annehmen können, daß der Generalkurs aller der unendlich 
vielen in Wahrheit gesteuerten Kurse nicht allzu verschieden von dem auf- 
gegebenen Kurse sein wird. In vielen Fällen jedoch werden auch größere Ab- 
weichungen vorkommen, die durch verschiedene Ursachen veranlaßt werden, 
von denen die hauptsächlichsten die folgenden sind: 
1. Die unrichtige Lage des Steuerstriches; 
2, die Luv- oder Leegierigkeit des Schiffes; 
3. der parallaktische Winkel „Anliegender Strich — Auge-Steuerstrich“ 
bei seitlich vom Steuerer aufgestellten Kompassen; 
4. die psychisch oder physisch einseitige Veranlagung des Steuerers; 
5. die Unaufmerksamkeit des Steuerers. 
Auf offener See wird durch solche Abweichungen, abgesehen von kleineren 
oder größeren Zeit-, also auch Geldverlusten, kein großes Unglück entstehen 
können, da die astronomischen Ortsbestimmungen immer neue, genügend fehler- 
freie Ausgangspunkte geben. Anders liegt es jedoch bei Küstenfahrt und An- 
steuerung von Land. Hier kommt es dem Schiffsführer, besonders bei unsichtiger
	        
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