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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

v, Hasenkamp, H,: Der Hodograph von. Th. Ferguson. 
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Es geschieht dies in folgender Weise: Die Kompaßpinne ist in vertikaler 
Richtung beweglich und wird in ihrer normalen höchsten Lage durch eine Feder 
gehalten; die Rose ist dann eben frei von dem Papierstreifen und von einer 
festen horizontalen Scheibe, deren obere Fläche in derselben Höhe liegt wie 
die obere Kante der kleinen Rolle, Diese Scheibe, deren Mittelpunkt in die 
Kompaßpinne fällt, hat eine kleine Öffnung dort, wo die Rolle mit dem Papier- 
streifen sitzt. An dem unteren Ende der Pinne befindet sich eine Vertiefung, 
in die bei jeder Umdrehung der endlosen Schraube ein Zahn eingreift, der auf 
der Achse dieser Schraube sitzt. Hierdurch wird die Pinne senkrecht nach 
unten gezogen, und die Rose.kommt gleichzeitig auf der Scheibe und mit einem 
Punkt‘ auf dem Papier zu liegen; die Scheibe ist mit Farbe nach Art eines 
Stempelkissens versehen, die an dem ganzen Unterrand der Stahlfeder haften 
bleibt mit alleiniger Ausnahme des kleinen Stückes über der Öffnung. Wenn 
zich die endlose Schraube etwas weiter dreht, kommt der Zahn frei, die Pinne 
wird durch die Feder nach oben gedrückt und die Rose kann sich frei einstellen, 
nachdem die Farbe an der Unterkante eine Marke auf dem Papier bewirkt hat. 
Dies wiederholt sich bei jeder Umdrehung der Schraube, und die Marken folgen 
einander in gleichem Abstande auf dem Papier, 
Die Rose kann ziemlich leicht sein und ein großes magnetisches und 
Trägheitsmoment haben und wird deshalb bei guter Beschaffenheit von Pinne 
und Hütchen nicht unruhiger sein als andere Rosen. Die Deviation kann in 
gewöhnlicher Weise kompensiert werden; man muß aber für das Instrument 
einen günstigen Platz suchen, da weiches Eisen in der Nähe der Rose nicht 
wohl angebracht werden kann. 
Beim Arbeiten des Apparates sieht man auf dem Papier eine punktierte 
Linie entstehen, deren Punkte einen festen Abstand voneinander haben, der 
von der besonderen Beschaffenheit jedes Instruments abhängt und für denselben 
Apparat konstant ist. Der Ort eines jeden Punktes in bezug auf die Breite 
des Papierstreifens gibt den Kurs an, der in dem Augenblick, wo der Punkt 
entsteht, gesteuert wird. Die Anzahl der Punkte oder, was dasselbe ist, die 
Länge des abgelaufenen Papiers ist ein Maß des zurückgelegten Weges, dessen 
Größe durch den Distanzmesser bestimmt ist. 
In einem Fahrwasser mit Strömung, wo man Gelegenheit hat, die Ge- 
schwindigkeit dann und wann von neuem zu bestimmen, kann man gleichzeitig 
auf das Papier auf der dünnen Rolle eine Marke setzen, um später festzustellen, 
welcher Teil des Weges mit dieser Geschwindigkeit zurückgelegt worden ist. 
In See, wo man mit einem konstanten Faktor arbeitet, kann man von Zeit zu 
Zeit eine Zeitmarke anbringen. 
Aus der Linie auf dem Papierstreifen würde man für jeden beliebigen 
Augenblick das gegißte Besteck berechnen können; indessen würde dies sehr 
umständlich sein, besonders bei häufigen Kursänderungen. Ein einfacher kleiner 
Apparat aber erlaubt, das Resultat sogleich graphisch in Kartenform darzustellen. 
Er besteht aus einem Modell, das genau dieselbe Gestalt hat wie der spiral- 
{örmige Magnet und das durch zwei mit Gelenken versehene Parallelogramme so 
geführt wird, daß es nur eine Parallelverschiebung erhalten kann, wenn bei der 
Fahrt die Kompaßrose eine solche erfährt. In seiner Mitte trägt es einen Schreib- 
stift, der sich an einem Rahmen verschiebt, auf den der Papierstrich gespannt 
ist. Dieser Rahmen dreht sich so, daß der Rand des Modells mit dem Punkt 
der gestrichelten Linie zusammenfällt, der querab von dem Mittelpunkt liegt; 
man erhält so den Kurs für den Augenblick, in dem dieser Punkt entsteht, und 
der Schreibstift bewegt sich parallel mit diesem Kurs so lange, bis die ge- 
atrichelte Linie einen andern Abstand von dem Papierrand erhält. Auf diese 
Weise zeichnet der Stift den ganzen zurückgelegten Weg mit allen seinen 
Krümmungen in demselben Maßstab, in dem der Papierstreifen allein die durch- 
laufene Distanz gibt. 
Ferguson hat dieses Instrument schon seit längerer Zeit mit günstigem 
Erfolg benutzt; es eignet sich nach seiner Ansicht vor allem für Forschungs- 
reisen, wenn es sich darum handelt, rasch eine Skizze. eines Reviers, einer ge- 
wundenen Küste, eines Fahrwassers zwischen Bänken und Riffen zu erhalten. 
Der Apparat ist nicht groß und kann auf jedem Schiff Aufstellung finden. .Die
	        
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