v, Hasenkamp, H,: Der Hodograph von. Th. Ferguson.
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Es geschieht dies in folgender Weise: Die Kompaßpinne ist in vertikaler
Richtung beweglich und wird in ihrer normalen höchsten Lage durch eine Feder
gehalten; die Rose ist dann eben frei von dem Papierstreifen und von einer
festen horizontalen Scheibe, deren obere Fläche in derselben Höhe liegt wie
die obere Kante der kleinen Rolle, Diese Scheibe, deren Mittelpunkt in die
Kompaßpinne fällt, hat eine kleine Öffnung dort, wo die Rolle mit dem Papier-
streifen sitzt. An dem unteren Ende der Pinne befindet sich eine Vertiefung,
in die bei jeder Umdrehung der endlosen Schraube ein Zahn eingreift, der auf
der Achse dieser Schraube sitzt. Hierdurch wird die Pinne senkrecht nach
unten gezogen, und die Rose.kommt gleichzeitig auf der Scheibe und mit einem
Punkt‘ auf dem Papier zu liegen; die Scheibe ist mit Farbe nach Art eines
Stempelkissens versehen, die an dem ganzen Unterrand der Stahlfeder haften
bleibt mit alleiniger Ausnahme des kleinen Stückes über der Öffnung. Wenn
zich die endlose Schraube etwas weiter dreht, kommt der Zahn frei, die Pinne
wird durch die Feder nach oben gedrückt und die Rose kann sich frei einstellen,
nachdem die Farbe an der Unterkante eine Marke auf dem Papier bewirkt hat.
Dies wiederholt sich bei jeder Umdrehung der Schraube, und die Marken folgen
einander in gleichem Abstande auf dem Papier,
Die Rose kann ziemlich leicht sein und ein großes magnetisches und
Trägheitsmoment haben und wird deshalb bei guter Beschaffenheit von Pinne
und Hütchen nicht unruhiger sein als andere Rosen. Die Deviation kann in
gewöhnlicher Weise kompensiert werden; man muß aber für das Instrument
einen günstigen Platz suchen, da weiches Eisen in der Nähe der Rose nicht
wohl angebracht werden kann.
Beim Arbeiten des Apparates sieht man auf dem Papier eine punktierte
Linie entstehen, deren Punkte einen festen Abstand voneinander haben, der
von der besonderen Beschaffenheit jedes Instruments abhängt und für denselben
Apparat konstant ist. Der Ort eines jeden Punktes in bezug auf die Breite
des Papierstreifens gibt den Kurs an, der in dem Augenblick, wo der Punkt
entsteht, gesteuert wird. Die Anzahl der Punkte oder, was dasselbe ist, die
Länge des abgelaufenen Papiers ist ein Maß des zurückgelegten Weges, dessen
Größe durch den Distanzmesser bestimmt ist.
In einem Fahrwasser mit Strömung, wo man Gelegenheit hat, die Ge-
schwindigkeit dann und wann von neuem zu bestimmen, kann man gleichzeitig
auf das Papier auf der dünnen Rolle eine Marke setzen, um später festzustellen,
welcher Teil des Weges mit dieser Geschwindigkeit zurückgelegt worden ist.
In See, wo man mit einem konstanten Faktor arbeitet, kann man von Zeit zu
Zeit eine Zeitmarke anbringen.
Aus der Linie auf dem Papierstreifen würde man für jeden beliebigen
Augenblick das gegißte Besteck berechnen können; indessen würde dies sehr
umständlich sein, besonders bei häufigen Kursänderungen. Ein einfacher kleiner
Apparat aber erlaubt, das Resultat sogleich graphisch in Kartenform darzustellen.
Er besteht aus einem Modell, das genau dieselbe Gestalt hat wie der spiral-
{örmige Magnet und das durch zwei mit Gelenken versehene Parallelogramme so
geführt wird, daß es nur eine Parallelverschiebung erhalten kann, wenn bei der
Fahrt die Kompaßrose eine solche erfährt. In seiner Mitte trägt es einen Schreib-
stift, der sich an einem Rahmen verschiebt, auf den der Papierstrich gespannt
ist. Dieser Rahmen dreht sich so, daß der Rand des Modells mit dem Punkt
der gestrichelten Linie zusammenfällt, der querab von dem Mittelpunkt liegt;
man erhält so den Kurs für den Augenblick, in dem dieser Punkt entsteht, und
der Schreibstift bewegt sich parallel mit diesem Kurs so lange, bis die ge-
atrichelte Linie einen andern Abstand von dem Papierrand erhält. Auf diese
Weise zeichnet der Stift den ganzen zurückgelegten Weg mit allen seinen
Krümmungen in demselben Maßstab, in dem der Papierstreifen allein die durch-
laufene Distanz gibt.
Ferguson hat dieses Instrument schon seit längerer Zeit mit günstigem
Erfolg benutzt; es eignet sich nach seiner Ansicht vor allem für Forschungs-
reisen, wenn es sich darum handelt, rasch eine Skizze. eines Reviers, einer ge-
wundenen Küste, eines Fahrwassers zwischen Bänken und Riffen zu erhalten.
Der Apparat ist nicht groß und kann auf jedem Schiff Aufstellung finden. .Die