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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904. 
Ferguson hat deshalb zweckmäßigerweise seinem Apparat einen Distanz- 
messer beigegeben, der den Beobachter instandsetzt, jeden Augenblick das Ver- 
hältnis zwischen der Bewegung des Schiffes über den Grund und der des Papier- 
streifens zu bestimmen. Dieser Distanzmesser beruht auf folgendem Prinzip: 
Stellt man einen Sextanten so ein, daß das direkt gesehene und das 
doppelt reflektierte Bild eines irdischen Gegenstandes genau zur Deckung 
kommen, so sind bekanntlich die Spiegel nicht parallel, sondern bilden einen 
negativen Winkel, der als Spiegelparallaxe bekannt ist. Dieser Winkel ist 
direkt proportional dem Abstand der beiden Spiegel und umgekehrt proportional 
der Entfernung des Gegenstandes. Nimmt man nun den Spiegelabstand ziemlich 
groß, die Entfernung des Gegenstandes nicht zu groß, so ist der gemessene 
Winkel ein recht genaues Maß für die Entfernung des Gegenstandes, Hält 
man den Winkel konstant, gibt man also den Spiegeln einen bestimmten Ab- 
atand voneinander, so können sich die beiden Bilder nur decken, wenn sich der 
Gegenstand in einer bestimmten Entfernung befindet. Hierdurch vereinfacht 
sich das Instrument sehr wesentlich, da Alhidade, Teilung und Nonius weg- 
fallen und nur die auf einem starken Gestell befestigten Spiegel und das Fern- 
rohr übrig bleiben. Bei Fergusons Apparat ist das Gestell eine starke Schiene 
von 3 Fuß Länge, während die Spiegel so angehracht sind, daß sich die Bilder 
eines Gegenstandes in 165 Fuß Entfernung genau decken. Diese Zahlen können 
natürlich den Umständen entsprechend geändert werden. 
Um nun den Maßstab zu bestimmen, nach dem das Instrument augen- 
blicklich arbeitet, richtet man den Distanzmesser auf einen Gegenstand möglichst 
nahe der Kurslinie des Schiffes, bemerkt den Augenblick, wenn sich die beiden 
Bilder decken, und zählt die Anzahl von Umdrehungen der horizontalen Scheibe 
zwischen diesem Augenblicke und dem, wann der Gegenstand quer liegt. In 
dieser Zeit hat man einen Abstand von 165 Fuß über dem Grund zurückgelegt, 
während man weiß, wie viel Papier in derselben Zeit abgelaufen ist. Auf sehr 
einfache Weise erhält man hieraus die einem Kilometer entsprechende Länge 
des Papiers. Diese Bestimmung muß natürlich wieder- 
holt werden, sowie man Anlaß zu der Vermutung 
hat, daß eine Veränderung der Stromstärke ein- 
getreten sel. 
Zur Angabe der Richtung dient ein besonders 
konstruierter Kompaß. Die Einrichtung der Rose 
ist aus der nebenstehenden Figur zu erkennen. Eine 
kreisförmige Metallplatte pp hat in ihrer Mitte eine 
Öffnung für ein gewöhnliches Kompaßhütchen. An 
dieser Platte ist eine spiralförmig gebogene Stahlfeder 
befestigt, die das Nadelsystem vertritt. Die Feder ist 
so magnetisiert, daß sie drei Pole hat, zwei Nordpole 
an den Enden N und N, und einen Südpol in S. 
Die Biegung ist so geregelt, daß, wenn man, bei N 
beginnend, die Feder entlang geht, der Abstand 
zwischen ihr und dem Umfang der Platte der Anzahl 
der durchlaufenen Kompaßstriche proportional ist. Ist also pW==8, so ist 
pS= 16, nn = 24, pN, =32; dabei ist pN, gleich der Breite des Papier- 
streifens. Um die Rose in horizontaler Lage im Gleichgewicht zu halten, ist 
an der Platte pp ein Stab s mit einem verschiebbaren Gewicht G befestigt. 
Die Pinne der Rose liegt in der Verlängerung der früher erwähnten oberen 
Rolle, über die der Papierstreifen läuft, in einem solchen Abstande, daß sich 
der eine Rand des Streifens parallel einer Tangente der Scheibe pp bewegt. 
Liegt diese Rolle z, B. querschiffs nach Backbord von der Pinne, dann ist, wenn 
das Schiff Nord anliegt, der Punkt W über der Rolle und in einem Abstand 
pW von dem Steuerbordrand gleich dem vierten Teil der Breite des Streifens. 
Liegt das Schiff West an, dann ist der Punkt S über der Rolle und gerade 
über der Mitte des Streifens usw. Liegt endlich das Schiff Ost an, so befindet 
sich jeder der Punkte N und N, über einem Rande des Streifens. Wenn man 
also mit kurzen Intervallen immer angeben kann, wo sich ein Punkt der Kompaß- 
feder über dem sich fortbewegenden Streifen befindet, so wird hierdurch zugleich 
mit der abgelaufenen Distanz auch der Kurs des Schiffes aufyezeichnet.
	        
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