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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

sr. Hasenkamp, H.: Der Hodograph von Th. Ferguson. 
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natürlich eine trigonometrische Aufnahme nicht ersetzen, aber er kann: z. B. auf 
Forschungsreisen von wesentlichem Nutzen sein. Der Erfinder hat von demselben 
Revier zwei Aufnahmen mit dem Instrument gemacht, einmal beim Hinauffahren, 
das andere Mal beim Hinabfahren, und sehr gut übereinstimmende Ergebnisse 
erhalten. Die Einrichtung des Apparates soll im folgenden näher beschrieben 
werden, ohne auf die Einzelheiten der Konstruktion zu weit einzugehen. Man 
wird daraus ersehen, daß der Hodograph vor. dem in dieser Zeitschrift 
(Jahrg. 1904, S. 388) beschriebenen automatischen Loggregistrierapparat von 
Hjalmar v. Köhler, mit dem er manche Berührungspunkte darbietet, den 
Vorzug vielseitigerer Verwendbarkeit voraus hat, 
In einem Gestell sind . drei Rollen mit parallelen Achsen drehbar an- 
gebracht, über die ein langer Papierstreifen von 75 mm Breite ähnlich wie bei 
einem Morseschen Telegraphenapparat läuft. Zwei Rollen liegen unten in dem 
Gestell; auf der einen ist der Papiervorrat aufgewickelt; die andere, gegen die 
das Papier durch eine Feder angedrückt wird, hat eine rauhe Oberfläche, so 
daß bei ihrer Umdrehung der Streifen vorgeschoben wird. Die mittlere Rolle 
ist oben angebracht und hat einen sehr kleinen Durchmesser, so daß der Streifen, 
der über sie hinweggeht, eine ziemlich scharfe Bucht macht. . 
Der ganze Apparat ist cardanisch aufgehängt; die bewegende Kraft greift 
den Schnittpunkt der beiden Aufhängungsachsen an. In diesem Punkt ist an 
dem Gestell eine kleine Rolle hefestigt, über die ein Draht läuft, der durch 
einen Hebel mit Sperrhaken ein Zahnrad um einen Zahn voran bewegt, wenn 
an dem Draht gezogen wird. Die Achse dieses Zahnrades bildet eine Schraube 
ohne. Ende, durch die die oben erwähnte Rolle mit rauher Oberfläche gedreht 
und der Papierstreifen vorangeschoben wird. 
Der Zug an dem Draht geschieht durch eine senkrechte, an dem Gehäuse 
des Apparates befestigte Achse, die an ihrem .oberen Ende eine horizontale 
hölzerne Scheibe trägt. Über die Mitte dieser Scheibe läuft eine horizontale 
Achse, die eine Rolle mit Kautschukrand trägt. Diese treibt bei einer Drehung 
die Scheibe unter sich fort. Das Verhältnis der Umdrehungszahlen der Scheibe 
und der Rolle kann durch Verschiebung der letzteren längs ihrer Achse geändert 
werden. Diese Achse erhält ihre Bewegung von einer außenbords angebrachten 
Schraube. Ferguson gebrauchte hierfür ein Paar in Schraubenform gebogene 
Platten. 
Der Apparat arbeitet nun in folgender Weise: Die zuletzt erwähnte kleine 
Rolle dreht sich gleichzeitig mit der außen nachschleppenden Schraube. Nach 
einer bestimmten Anzahl von Umdrehungen der Rolle (3 bis 10 je nach der 
Stellung der Rolle) hat sich die horizontale Scheibe einmal herumgedreht, wo- 
durch sich das Sperrad um einen Zahn voran bewegt hat. . Hat sich dies so viel 
mal wiederholt, (als das Sperrad Zähne: hat, so ist dieses und die endlose 
Schraube einmal herumgegangen und die Rolle, die das Papier vorschiebt, um 
einen Zahn weiter gedreht. Bei einer bestimmten Schraube und derselben 
Stellung der Rolle ist also der Abstand, um den sich das Papier voran bewegt, 
proportional der Anzahl von Umdrehungen der Schraube, d. h. dem Wege durch 
das Wasser. Will man nur diesen Weg wissen, so kann man das Verhältnis 
zwischen der Bewegung des Schiffes und der des Streifens ein für allemal be- 
stimmen; es bleibt ungeändert, so lange man dieselbe Schraube benutzt und 
die Rolle nicht auf ihrer Achse verschiebt. Diese Bestimmung läßt sich am 
besten ausführen, wenn man an einen Ort, wo kein Strom vorhanden ist, einen 
bekannten Abstand zurücklegt und bemerkt, wie viel Papier dabei. abgelaufen 
ist, oder auch, indem man das Mittel aus einer Anzahl von Beobachtungen mit 
dem Strom und gegen den Strom nimmt, wobei man die zurückgelegte Distanz 
durch Peilung bestimmt. . 
Dies Verfahren genügt jedoch nicht für die Aufnahme eines Reviers. oder 
eines andern Fahrwassers mit Strom. Bei Benutzung des ohne Strom gefundenen 
Verhältnisses würde man eine Karte in zu großem Maßstabe erhalten, wenn 
man gegen den Strom fährt, und eine solche in zu kleinem Maßstabe im ent- 
yegengesetzten Fall.. Ist die Stärke des Stromes in jedem Augenblick genau 
bekannt, so könnte man den Fehler bestimmen; dies würde jedoch sehr - um- 
ständlich sein und zu vielen Irrtümern Anlaß geben können.
	        
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