Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1904.
so geht die Bedingung (7) über in
9) [0 — 36, +0? — 35.) = 0
und wenn auch hier wieder gesetzt wird
[= [, cos y, b, = I, siny, *' = [, cos y', 6, = I, sin y',
wodurch die Bedingung, daß die Pole der Nadeln auf der Peripherie eines
Kreises liegen sollen, ausgedrückt wird, so wird dies
cos y (cos y? — 3 sin y?) + cos y! (cos y'? — 3siny'?) = 0
oder cos 3y-+cos3y = 0.
Dies ist demnach dasselbe Resultat, wie wir es früher in Gleichung (4)
gefunden haben. Im Hinblick auf die Bedingungsgleichung (7) und die An-
nahme (8) müssen wir aber jetzt sagen, daß die Bedingungsgleichung (4) nur
gültig ist für den speziellen Fall, daß die magnetischen Momente sich verhalten
wie die Poldistanzen, und mit dieser Einschränkung bleiben die auf S. 19 und 20
der Abhandlung bezüglich der Anordnung der Nadeln gezogenen Schlüsse gültig,
andernfalls ist auf Gleichung (7) zurückzugehen. Es ist wohl anzunehmen, daß
bei kräftig magnetisierten Kompaßnadeln die Annahme (8) mindestens sehr nahe
zutreffend sein wird, so daß auf jeden Fall bei Kompassen, die nach dem
Grundsatze cos 3y + cos 3y‘ +... == 0 konstruiert sind, nur sehr kleine Beträge
der sextantalen ete. Glieder auftreten werden; immerhin verdient der Umstand,
daß diese Bedingung keine allgemeine Gültigkeit hat, Beachtung.
Für die Hechelmannsche Rose erhält man die Bedingungsgleichung,
indem man [* + 3c,? und fl’? + 3c,‘2 anstatt 1? und F? in die Formeln einsetzt;
sie ist also für eine Rose mit acht Nadeln, die zu je vier einander gleich sind:
(10) (* +30, — 36,2) My +? +30, — 36, 7)M,' = 0
wozu noch zu bemerken ist, daß co und c,‘ die Abstände der Mitte der Nadeln
jeder Gruppe von der O—W-Linie der Rose bedeuten. Gleichung (10) hat
demnach an die Stelle der Gleichung (22) meiner Abhandlung zu treten.
Verhalten sich auch hier die magnetischen Momente wie die Poldistanzen
der Nadeln, so geht (10) über in
Al) 10-4367 — 35,0 + Pd +36, — 36,7) = 0
eine Formel, welche auch Herr Dr. Meldau bei seinen Untersuchungen ge-
funden hat.
Die auf S, 24 der Archiv-Abhandlung für eine Hechelmannsche Rose
gegebene numerische Berechnung wird hierdurch nicht berührt, weil L= [|
ist und angenommen werden muß, daß alle Nadeln gleiches magnetisches
Moment haben.
Auf S. 23 der mehrfach genannten Abhandlung sind die Resultate ver-
schiedener Versuche mit mehrfach abgeänderten Rosen gegeben worden. Die
berechneten Derviationsformeln zeigen auch für diejenigen Rosen, welche die
sextantalen etc. Glieder kompensieren sollen, kleine Restbeträge dieser Glieder,
für deren Auftreten auf S. 54 eine Erklärung zu geben versucht wurde, die
auch zum Teil zutreffend sein mag. Es ist mir aber jetzt wahrscheinlicher, daß
dieselben, wenigstens zum größten Teil, dem Umstande, daß die magnetischen
Momente der Nadeln nicht in dem richtigen Verhältnis gestanden haben, ihre
Entstehung verdanken. Leider läßt sich das jetzt nicht mehr konstatieren.
Daß auch bei einer Rose mit zwei Nadeln im Winkelabstande von 30° die
fraglichen Glieder auftreten können, wenn die magnetischen Momente beider
Nadeln verschieden sind, wurde schon oben erwähnt.
Um noch kurz den weiteren Inhalt der Abhandlung anzudeuten, sei er-
wähnt, daß im Abschnitt II der Fall behandelt wird, daß außer dem Erdmagnetismus
auch die Nadeln selbst in dem weichen Eisen ein Moment induzieren, und es
wird der Nachweis geliefert, daß auch in diesem Falle die Bedingungsgleichung
12? — 36,* = 0 oder cos 3y = 0, wie sie im ersten Abschnitt für zwei Nadeln
gefunden worden war, genügt, um die fraglichen Glieder der Deviationsformel
zum Verschwinden zu bringen.
Abschnitt III behandelt den Fall, daß die Nadeln der Rose sich in ihrem
Mittel- (Drehungs-) Punkt kreuzen. Es ergibt sich, daß die Bedingung cos 3 y = 0
auch in diesem Falle gilt, solange es sich um die Ablenkung der Nadeln durch