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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904 
Die Menge der Niederschläge wurde von der Expedition selbst nicht 
beobachtet, jedoch gibt der Verfasser die durchschnittliehen Monatsmittel für den 
siebenjährigen Beobachtungszeitraum an der festen Station. Die mittlere Jahres- 
summe beträgt 836 mm, das Maximum fällt auf den September und Oktober — die 
Zeit größten Wärmeüberschusses des Meeres gegenüber dem Festlande — bei öst- 
lichen Winden. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden beträgt 73 mm; 
in sieben Tagen, vom 7. bis 13. Oktober 1898, fielen insgesamt 272 mm. Am 
niederschlagärmsten ist der Februar, in welchem im Durchschnitt nur 22 mm 
fallen. Ein Vergleich mit Island und Westgrönland zeigt, daß die jährliche 
Menge des Niederschlags in Angmagsalik größer ist als in Stykkisholm und 
Godthaab, dagegen meist kleiner als in Südisland und Südgrönland.!) 
Neben den meteorologischen Erscheinungen wurden zu allen Zeiten auch 
systematische Beobachtungen über das Auftreten von Polarlichtern angestellt, 
welche von H. Ravn eingehend bearbeitet sind und deren Ergebnisse mit den- 
jenigen der Ryderschen Expedition im Scoresby-Sund verglichen werden. Als 
Haupttypen werden unterschieden: Bogen, Bänder, Draperien, Strahlen und 
Flecke, deren Häufigkeit in den verschiedenen Monaten (November bis April) 
und verschiedenen Himmelsrichtungen durch mehrere Tabellen dargestellt wird. 
Die Häufigkeit des Auftretens des Polarlichts schwankte in den einzelnen Monaten 
zwischen 40 und 60%; die größte Anzahl derselben wurde im Süden beobachtet. 
Angmagsalik- liegt also nördlich der Zone größter Nordlichthäufigkeit — ein 
Vergleich mit dem Scoresby-Sund zeigt, daß hier die Häufigkeit der im Süden 
erscheinenden Nordlichter um mehr als das Doppelte zugenommen hat: 
Angmagsalik 24°%%, Scoresby-Sund 56°. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß 
die Zeiten der Beobachtung verschieden sind, und daß 1898/99 mit einem 
Minimum, 1891/92 (Scoresby - Sund) mit einem Maximum der Häufigkeit zu- 
sammenfiel. Eine Zusammenstellung über die Höhe des Auftretens der Polar- 
lichter zu den verschiedenen Beobachtungsstunden ergibt eine Abschwächung 
der Höhe gegen Morgen — im Gegensatz zu den Beobachtungen im Scoresby- 
Sund; das Maximum des Auftretens fällt in die Abendstunden und nimmt schnell 
nach Mitternacht ab. Die Bewegung der Nordlichter wich in Angmagsalik auch 
von derjenigen im Scoresby-Sund ab; während diese meist im Süden erschienen 
und über den Zenit nach Norden fortschritten, wurde in Angmagsalik meist ein 
Stillstand im Zenit und ein Zurückwandern nach Süden beobachtet. Überein- 
stimmend mit den Beobachtungen im Scoresby-Sund wurde festgestellt, daß ein 
von Süden kommendes Polarlicht die Deklinationsnadel nach Westen ablenkt 
und, im Zenit angekommen, eine lebhafte Oscillation der Nadel nach links und 
rechts veranlaßte; mit dem Erlöschen des Polarlichts kehrt die Nadel in die 
Ruhelage zurück. Das Umgekehrte findet statt, wenn ein Polarlicht von Norden 
kommt. Die innere Unruhe des Polarlichts scheint einen größeren Einfluß auf 
die Unruhe der Nadel zu haben, als seine Bewegung am Himmel; in einem 
Einzelfall wurde konstatiert, daß gleichzeitig mit einer starken Lichtverstärkung 
des Polarlichts ein bedeutender Ausschlag der Nadel nach Westen erfolgte. 
Zum Schluß seien noch die Resultate der von der Expedition angestellten 
sorgfältigen magnetischen Messungen erwähnt, welche von Hjort bearbeitet 
sind. Benutzt wurde ein magnetischer Reisetheodolit nach Lamont, welcher 
vor und nach der Reise in Kopenhagen verglichen wurde. Neben stündlichen 
Ablesungen der Deklination wurden wöchentlich absolute Bestimmungen gemacht. 
Es ergaben sich die folgenden Werte: 
Horizontal-Intensität ..... 0... . 0,11150 (C. 6. S.), 
Inklination. . ... 0.000.001 4 4 + \ 784°, 
Deklination (Mittel aus sämtlichen Beobachtungen) 46° 34,2' W, 
Zur Feststellung lokaler Störungen wurden Beobachtungen auf dem Eis 
des Fjords angestellt, welche jedoch keine merkbare Differenz ergaben. Die 
1) Neuerdings hat J, Hann in seiner Abhandlung: „Die Witterungsanomalien auf Island... .“ 
die langjährigen Beobachtungen von Stykkisholm und Angmagsalik ausführlich diskutiert, jedoch kam 
die Abhandlung dem Verfasser erst nach Drucklegung obiger Arbeit zu Gesicht.
	        
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