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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Wegemann: Erweiterung des barischen Windgesetzes nebst Anwendungen. 413 
schiedenen Breiten und deren Einfluß auf Gradient und Windstärke können über 
diese Frage kaum entscheiden. Nach den Untersuchungen von Mohn und Guldberg 
über die Größe des Reibungskoeffizienten zwischen Meer und Luft ergab sich, 
daß derselbe nahe dem Aquator bis etwa 15° Breite erheblich kleiner sei als 
in dem höheren Breiten. Die beiden Meteorologen bestimmten denselben für 
die Nähe des Aquators auf etwa 0,00002 für 15°—50° N-Br, auf 0,000085 unter 
Zugrundelegung ihrer Formeln. Das würde für den Isobarenabstand, welcher 
sich. im umgekehrten Verhältnis wie der Reibungskoeffizient verändert, bedeuten, 
daß derselbe im Aquator größer ist, als die, Extrapolationsmethode ergibt. 
Anderseits ist aber die Windstärke und ebenso der Isobarenabstand von der 
Größe des Ablenkungswinkels abhängig, welcher sich ebenfalls umgekehrt wie 
der Reibungskoeffizient verändert, so daß also der Einfluß, den eine Verkleinerung 
desselben verursacht, zum Teil wieder ausgeglichen wird. Es wird sich also 
nur auf Grund von Beobachtungen entscheiden lassen, ob nahe am Äquator 
größere Isobarenabstände zu erwarten sind, als die obige Extrapolationsformel 
liefert. Das Vorhandensein der Beziehung zwischen den Isobarenabständen 
gleicher Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Breiten, die sich angenähert 
wie die Kosinus der normalen Ablenkungswinkel verhalten, deutet aber darauf 
bin, daß diese zunächst rein theoretische Größe auch eine reale Bedeutung für 
die. Windbewegungen in der Natur haben wird, und zwar dem Mittelwert aller 
in einer bestimmten Breite beobachteten Ablenkungswinkel entsprechen wird. 
Öraphische Darstellung der Beziehung zwischen Windstärke und Isobarenabstand 
für 45° N-Br. 
Kurve F Flachlandbeobachtungen. 
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Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde und Beaufort, 
3m pro Sek 
X£E Beaufort. 
; Für die „Flachlandbeobachtungen“ ist in ähnlicher Weise wie oben ge- 
schildert nach Interpolationsformeln. gesucht. Die .obige Beziehung zwischen 
Isobarenabstand und zugehöriger Windgeschwindigkeit, deren Produkt bei den 
Meeresbeobachtungen zwischen Beaufort 11I—X annähernd konstant war, besteht 
hier nur für die Baufortgrade 4,5 bis 8; in den niederen sowohl .wie in den 
höheren zeigt der Wert des genannten Produkts indes eine so regelmäßige Ab- 
nahme, daß die graphische Darstellung dieser. Verhältnisse eine ziemlich sichere 
Inter- und Extrapolation innerhalb derselben Breite gestattet. Für die Isobaren- 
abstände gleicher Windstärken in verschiedenen Breiten gilt dagegen die oben 
gefundene Beziehung, daß sich die Isobarenabstände verhalten wie die Kosinus 
der normalen Ablenkungswinkel über dem ebenen Lande, wo der Reibungs- 
koeffizient etwa 0,00008 zu setzen ist, wenn er für das Meer 0,000035 beträgt. 
Ob aber auch hier bei der Extrapolation für die niedrigsten. Breiten ein 
zeringerer Reibungskoeffizient anzunehmen ist, als bei den über .dem Meere 
wehenden Winden in der Nähe des Äquators, dafür fehlen jegliche Anhaltspunkte. 
Eine einfache Beziehung zwischen den „Meeresbeobachtungen“ und Flach- 
landbeobachtungen scheint nicht zu bestehen. Zeichnet man sich eine Kurve
	        
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