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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1904.
Tabelle IV.
Ozeanbeobachtungen vervollständigt.
Windstärke
25° N-Br.
35° N-Br. | 45° N-Br. | 55° N-Br.
65° N-Br.
m
pro | Beau-
Sek | fort |
&
Isobaren- .
abstand für 3070
je 1 mm
QZar.-Differen"'
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HH
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= SS
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5A
| 8° V
] 836
3
| 25 | a°v
SR } 696
Su
am |
5a | av - |
a 1
3S | 607 Er
23 32
SE
8° V
555
1,6
3,1
4,8
6,7
8,8
10,7
12,9
15,4
18
21
DE
I
| u
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IV
v
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van
IX
x
x1
668
345
224
160
122
100
2
J
9
50
43
522
270
175
126
95
78
64
435
224
146
105
79
es
380
196
127
92
70
57 |
47
39
38
29
94
347
180
116
84
63
51
1065
1072
1074
1070
840
844
836
835
836
832 |
828 |
701
704
695
698
697
693
684
693
616
616
609
606
601
594
609 |
563
554
546
555
554
558
4
16
39
an
54
45
38
33
98
48
36
31
27
99
*
|
Kennt man diese Konstante für irgend eine Breite, so kann man sich die
zu jedem beliebigen Isobarenabstand gehörige Windstärke (und umgekehrt) be-
rechnen. Gelingt es endlich, auch eine Beziehung zwischen den Konstanten
verschiedener Breiten herzustellen, so kann man sich leicht für jede beliebige
Breite die zu jedem Isobarenabstand gehörige Windgeschwindigkeit berechnen.
Auf eine solche Beziehung macht Dinklage') aufmerksam, welcher bei einer
Untersuchung über das Verhältnis von Gradient und Windstärke fand, daß sich
die Gradienten, welche dieselbe Geschwindigkeit in verschiedenen Breiten
erzeugen, verhalten, wie die Sinus dieser Breiten. Demnach würden sich die
zugehörigen Isobarenabstände bezw. Konstanten umgekehrt wie die Sinus der
Breiten verhalten. Denn:
G:G, = sing: sing,
11 a1. ;
Da G = —; = ist, wo a und a, die zugeordneten Isobaren-
abstände bezeichnen, so ist
a,:8a = sing: sing,
Ferner ist va = C; va, = C,, wo € und C, die Konstanten be-
zeichnen; also ist
V8,: va = C,:C = sing: sine,
Diese Beziehung‘ besteht nun aber keineswegs allgemein, sondern gilt
nur für nicht zu sehr voneinander entfernte Breiten z. B. nicht mehr für die
für 35° und 55° N-Br. gefundenen Werte. Die von Dinklage gefundenen
Gradienten stimmen im übrizen, abgesehen von Windstärken VIII und IX, genau
mit den obigen überein. Man wird sich dieser Beziehung also kaum bedienen
dürfen, besonders nicht zur Extrapolation der Breite 0°—25° und 65°—90°, da
jegliche Kontrolle für die Richtigkeit fehlt. Sehr viel genauer stimmte dagegen
eine andere Beziehung: nämlich die entsprechenden Isobarenabstände bezw.
Konstanten verschiedener Breiten verhalten sich zueinander wie die Kosinus der
normalen Ablenkungswinkel. Es ist genau:
208 K9ro : COS Aa:0 5 COS Mıg6 3 COS Mızo ! COS Mp-o = 1069: 835 : 696 : 610 : 554
Mit Hilfe dieser Beziehung läßt sich nun die Tabelle I vervollständigen,
wobei jedoch vorausgesetzt werden muß, daß auch für die übrigen Breiten die
oben berührten Verhältnisse Gültigkeit besitzen. "Theoretische Erörterungen
über das Wesen des Ablenkungswinkels, des Reibungskoeffizienten in ver.
‘) Deutsche Seewarte: Der Pilote. I. S. 19.