Wegemann: Erweiterung des barischen Windgesetzes nebst Anwendungen, 411
Tabelle II.
Gebirgsbeobachtungen.
Windstärke
mM
pro
ek
Beanufort
3,1
II
4,8
6,7
II
IV
v
vI
VIT
8,8
10,7
12,9 |
35° N-Br.
Anzahl ‘Isobarenabstand| Gradient
der | in km in mm für
Beob- für je ömm | je 1 mm
achtungen | Barometerdifferenz
795
510
485
390
340
560
Aus 14 Beobachtungen.
45° N-Br.
Auzahl ı
Isobaren-
abstand
km
665
510
410
350
Aus 10 Beobachtungen,
Gradient
mm
Zunächst noch ein Wort über die Brauchbarkeit des Materials. Für die
„Ozeanbeobachtungen“ sind nur die täglichen Wetterkarten des Nordatlantischen
Ozeans benutzt, welche reichlich brauchbares Beobachtungsmaterial liefern.
Auch ‘manche gute „Flachlandbeobachtung“. ist aus .ihnen zu ‚entnehmen,
obwohl die amerikanischen Weather Maps dafür die ausgiebigste Quelle
bilden. Letztere bieten obendrein den Vorteil. geringerer Isobarenabstände;
0,1 inches = 2,54 mm statt 5 mm der meisten anderen Wetterkarten. Die
täglichen Wetterberichte sind wegen der zu starken Zerstreuung der Beob-
achtungsorte nahezu unbrauchbar für den vorliegenden‘ Zweck, Bei ‚einer
etwaigen Nachprüfung der Werte wird es sich empfehlen, auch die Wetter-
karten anderer Staaten heranzuziehen.
Es bleibt nun noch eine doppelte Aufgabe zu lösen, nämlich Methoden zu
suchen, um die Wertereihen der einzelnen Breiten zu vervollständigen und Be-
ziehungen aufzusuchen, aus denen sich auch für andere Breiten ähnliche Reihen
ableiten lassen. Die erste Aufgabe ist. zunächst auf graphischem Wege versucht
worden, indem. die Isobarenabstände als Ordinaten (1 mm = 1 km); die Wind-
stärken nach Beaufort in, Abständen von 2 zu 2 cm aufgetragen wurden. Die
erhaltenen Kurven sind Äste einer Hyperbel, welche sich leicht so erweitern
lassen, daß man die fehlenden Beaufortgrade ergänzen und auch für bestimmte
Isobarenabstände die zugehörige Windstärke angeben kann, etwa in ganzen und
zehnteln Beaufortgraden. Zeichnet man ferner alle Kurven der Meeresbeob-
achtungen auf ein Koordinatenblatt, ebenso die Kurven für die Flachlandbeob-
achtungen, 8o kann man diese graphischen Darstellungen benutzen zur Interpolation
der Jsobarenabstände für alle Breiten zwischen 35° und 65°. Eine Extrapolation
für die Breiten 0°—35° und 65°—90° unter der Voraussetzung, daß deren
Kurven. ebenfalls Hyperbeläste sind, wird nicht. ohne weiteres möglich. ’sein,
Man kommt hier auf rechnerischem Wege leichter und sicherer zum
Ziele. Auf die zwischen Isobarenabstand und Windstärke bestehende Be-
ziehung für die Meeresbeobachtungen bin ich ebenfalls bei Gelegenheit
der graphischen Darstellung derselben gelangt. Wenn man nämlich die
oben. berührten Kurven dadurch erzeugt, daß man die Windstärke statt
in Beaufortgraden in Metern pro Sekunde (1m = 10 mm) als Abszissen ein-
führt, so erhält man.in erster Annäherung eine gleichseitige Hyperbel. Das
würde aber nach der Eigenschaft dieser Kurve bedeuten, daß das Produkt
aus Isobarenabstand und Windgeschwindigkeit angenähert einen könstanten
Wert hat.!) Bildet man: sich diese Produkte, so findet man diese Beziehung
in der Tat bestehend. ;
" Wegemann 8a. a. O0. 5.95.