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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Die Eisverhältnisse. an den deutschen Küsten im Winter 1903/04. : 405 
der Strömungen am Beobachtungsort sowie der Einfluß von Ebbe und Flut, so 
daß eine einfache einwandfreie Gruppierung der verschiedenen Stationen nur 
auf Grund eingehender Studien der örtlichen Verhältnisse unter Berücksichtigung 
längerer Beobachtungen der Eisverhältnisse möglich ist. 
Die gesamten Eisverhältnisse der Küsten sind jährlichen Schwankungen 
unterworfen, hervorgebracht durch Schwankungen der Temperaturverhältnisse 
der Luft und des Meeres. Letztere, welche in Beziehungen zu den Dichtigkeits- 
verhältnissen stehen und entweder auf vermehrte (verminderte) Einstrahlung 
während des Sommers oder vergrößerte bezw. verringerte seitliche Zuführung 
atlantischen Wassers zurückzuführen sind, sollen hier außer acht gelassen 
werden. . Berücksichtigt werden nur kurz die Temperaturverhältnisse des ver- 
gangenen Winters 1903/04. . 
I. Nordsee. 
Die Eisverhältnisse des vergangenen Winters dürfen durchweg als günstig 
bezeichnet werden. Wenn auch zeitweise eine Behinderung der Schiffahrt eintrat, 
so ist sie überall doch nur von kurzer Dauer, und soweit ein Vergleich mit 
früheren Jahren zulässig ist, !) dürften sich die Eisverhältnisse des Winters 1903/04 
an der Nordsee etwas günstiger gestaltef haben als in normalen Jahren. 
Um einen Überblick über die Temperaturverhältnisse dieses Winters zu 
gewinnen, wurde der Temperaturgang der einzelnen Monate durch Pentadenmittel 
veranschaulicht, und zwar für die Nordsee durch die beiden Stationen Westerland 
und Emden (siehe Figur). Die mittlere Temperatur des Winters war im Mittel 
Dezember 1903, Januar 1904, Februar 1904, März 1904 
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Temperaturverlauf im Winter 1903/04 ausgedrückt durch Pentadenmittel. 
der Monate November bis März völlig normal; der Dezember war einige Zehntel 
Grade. kälter, die übrigen Monate einige Zehntel Grade wärmer als der lang- 
Jährige Durchschnitt. Im großen und ganzen lassen sich im Nordseegebiet drei 
rostperioden unterscheiden. Die erste und bedeutendste Kälteperiode dauerte 
etwa vom 20. Dezember 1903 bis zum 10. Januar 1904; die zweite umfaßt die 
Tage vom 18. bis 27. Januar 1904, die dritte die Tage vom 23. Februar bis 
9. März 1904, Betrachten wir hiermit vergleichend die Eisverhältnisse. 8 
. Die meisten der insular gelegenen Eisbeobachtungsstellen: Ellenbogen auf 
Sylt, Amrum, Rote Sand an der Wesermündung, Helgoland und Wangeroog sind 
% Vol. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1882, S. 451—465.
	        
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