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Annalen der Hydrographie und Maritimen Metearologie, Jannar 1904
Kompaßnadeln (etwa 0,405 ihrer Länge), 6, == dem seitlichen Abstand der
Kompaßnadeln von der N—S-Linie der Rose, dann kann nach der im Titel
genannten Abhandlung die Deviation dargestellt werden durch die Formel:
(1) sind = A-+(B-H1? «b) sin + (E41? «C) cos -+(D-HI* +d) sin (2 +0) + (E10) cos(2Z' 40)
+ (1 — 3 6,2) [Fsin(2&'—d)-+Gcos(2&—0)+Hsin3& + Zeos3T +Rein(4+N-+L00s (42 +0}
worin die Buchstaben X, B, b etc. konstante, nur von der Lage, den Entfernungen
und den magnetischen Momenten der ablenkenden Massen abhängige Größen
sind, für welche die Ausdrücke in der Abhandlung nachgesehen werden können.
Wird in diesem Ausdruck gesetzt: 1=1, cos y und b, == 1, sin y, wo also
(, den Abstand des Mittelpunkts der Rose von dem Pol einer der Nadeln und
y den Winkel bedeutet, den dieser Abstand mit der N-—S-Linie der Rose bildet,
so wird:
I, — 356,7 =1[,* (cos y* — 3 sin y?) — 1,? (4 cos y* — 3) = 1,7 mr
Werden nun die semzirkularen und quadrantalen Glieder (von X bis €) in der
Bezeichnung A, die anderen Glieder in B zusammengefaßt, so wird
(2) sind — A HB oder sin dcos y = Acos;-+Bcos38 7x.
Hieraus folgt, daß die sextantalen etc. Glieder verschwinden, wenn das
Verhältnis zwischen | und b, so gewählt wird, daß
nach (1): *—36,°=0, oder nach (2): cos3y=0
oder y= 30° ist. Zwei gleiche Nadeln auf jeder Seite der N—S-Linie, in
solchem Abstande von dieser angebracht, daß die Verbindungslinie ihrer Pole
mit dem Mittelpunkt der Rose mit der genannten Linie einen Winkel von 30°
bildet, sollen also keine sextantalen etc. Glieder geben. Dies wird auch durch
den Versuch bestätigt.
Bei dieser Ableitung ist vorausgesetzt worden, daß die beiden Nadeln
gleiches magnetisches Moment besitzen. Ist dies nicht der Fall, so bleibt
dennoch wegen der Gleichheit der Dimensionen der Nadeln der Ausdruck (1)
angeändert, soweit er von den geraden Potenzen von [und 6, abhängt, es fallen
also auch dann die darin auftretenden sextantalen etc. Glieder fort. Es treten
aber neue Glieder auf, welche mit ungeraden Potenzen von 5, multipliziert
zind, sich Glied für Glied mit den entsprechenden der Formel (1) vereinigen
and diese umsomehr beeinflussen, je größer der Unterschied der Momente ist,
da sie das Verhältnis des Unterschiedes des Moments zu ihrer Summe als Faktor
enthalten. Aus diesem Grunde ist es möglich, daß in der Deviationsformel auch
bei zwei Nadeln von gleichen Dimensionen, aber ungleichen magnetischen
Momenten, sextantale etc. Glieder auftreten können, jedenfalls aber werden die-
selben klein sein, solange der Unterschied der Momente nicht sehr groß ist.
Um von einer Rose mit zwei Nadeln auf eine solche mit vieren, deren
Pole auf einem Kreise mit dem Radius [, liegen, überzugehen, wird in der Ab-
handlung folgendermaßen verfahren.!)
Wir fanden oben unter (2) für eine Rose, deren Nadeln die Poldistanz {
und den Abstand von der N--S-Linie b, haben, daß:
cos sind — Acosy-+Bcos3y
ist. Für eine an demselben Platz befindliche Rose, deren Nadeln eine Pol-
distanz == 1‘ nnd einen Abstand von der N-— S-Linie =- 64’ haben, ist analog:
(2a) cos)‘ sind’ = A cos y'-+ Bcos3 y'.
Die Größen A und B sind für beide Rosen dieselben, dagegen sind die
Deviationen etwas verschieden, der Unterschied ist aber so gering, daß man
ohne wesentlichen Fehler d = d‘ setzen kann, und man erhält daher für eine
Rose mit vier Nadeln den Ausdruck:
(3) (cos ; + cos 7”) sin d = A (cos y + cos y‘) + B (cos 3 7 + cos 3 y')
und die Bedingung für das Verschwinden der sextantalen ete. Glieder würde sein:
3) Dasselbe Verfahren ist auch in der eingangs erwähnten englischen Abhandlung von
Smith und Evans angewendet worden.