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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 
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Anfangsteilstrich des Ringes sitzt, so wird der Meilenzeiger nach Ablauf der 
gewünschten Strecke den Knopf berühren. Hierdurch wird ein Stromkreis ge- 
schlossen und eine elektrische Klingel in Tätigkeit gesetzt. 
Da der ganze Apparat nur dann richtig funktionieren kann, wenn sich 
der Propeller des Patentloggs der Fahrt des Schiffes entsprechend dreht, so ist 
derselbe noch mit einer Einrichtung versehen, die Alarm gibt, sobald die Um- 
drehungszahl des Propellers aus irgend einer Ursache verringert wird, sei es 
durch im Wasser schwimmende Gegenstände, die sich an den Flügeln des Pro- 
pellers festsetzen, sei es durch plötzliche Verzögerung der Fahrt des Schiffes durch 
heftigen Gegenwind oder Stoppen der Maschine. Zu dem Zwecke ist an dem 
Jie Friktionsrollen P und P, in Bewegung setzenden Uhrwerk ein Zahnrad an- 
gebracht, das eine Zahnstange mit einer durch einen Stellzeiger einzustellenden, 
der gewöhnlichen Fahrt des Schiffes entsprechenden Geschwindigkeit gegen eine 
Kontaktfläche hinbewegt. Diese Kontaktfläche wird jedoch nur dann berührt und 
dadurch das Alarmsignal gegeben, wenn die Umdrehungszahl des Propellers des 
Patentloggs der eingestellten Schiffsgeschwindigkeit nicht entspricht. Andern- 
falls wird durch eine Vorrichtung jedesmal kurz vor dem Kontakt die Zahn- 
stange frei von dem Zahnrade gehoben und durch eine Feder in die Anfangs- 
lage zurückgeschnellt, worauf das Spiel von neuem beginnt. Es lassen sich 
oatürlich mehrere Alarmklingeln zugleich mit dem Registrierapparat in Ver- 
bindung bringen, die entweder alle zusammen in den Stromkreis eingeschlossen 
oder von denen einzelne beliebig ausgeschaltet werden können. 
Bei den vielseitigen Vorteilen, die der automatische Loggregistrier- 
Apparat besitzt, wird sich derselbe auf den größeren Dampfern wohl rasch 
sinbürgern. Dr. Caspar. 
3. Taifun vom 9. August 1902 im Ostehinesischen Meer. In dieser Zeit- 
schrift 1903, S. 316 und 408, wurden Auszüge aus den Berichten S. M. ®, 
„Seeadler“ und „Hertha“ über den Taifun vom 9. August mitgeteilt: diese 
Schiffe standen zur Zeit in 323° N-Br., 129,2° O-Lg. und in 282° N-Br., 
126,6° O-Lg. Zwischen diesen beiden Schiffen, in 29,8° N-Br., 128,3° O-Lg., geriet 
auch das deutsche Segelschiff „Nereus“, Kapt. Baake, in den Taifun. Der 
jetzige Führer der „Nereus“, Kapt. W. F. Meisterfeld, seinerzeit Obersteuermann 
des Schiffes, übersandte der Deutschen Seewarte einen Bericht, dem wir zur 
Ergänzung der früheren Berichte einige Angaben entnehmen. Das Schiff verließ 
Nagasaki mit der Bestimmung nach Portland, Or., in Ballast, am 7. August 1902 
und traf in See nordöstliche, dann südöstliche, mäßige Winde. Am 8. mittags 
in 31,4° N-Br., 128,9° O-Lg. bei Ostsüdostwind Stärke 4 wird zuerst eine süd- 
östliche Dünung bemerkt, 22 Stunden vor Ausbruch des Sturmes. Am 9. August 
von 0* bis 2* V, 10 bis 8 Stunden vor dem Ausbruch, wird „eigentümlich grelles 
and so schnell aufeinanderfolgendes Blitzen in ONO wahrgenommen, daß die 
Augen davon schmerzten“. Der Sturm begann mit O8 um 10h V, erreichte 
nachmittags O0 12 und ONO12 und endete am 10. 8* V mit NW 8. Seine Dauer 
betrug 22 Stunden. Der tiefste Barometerstand trat am 9. 10"N ein. Der 
Gesamtfall von der 24 Stunden vor Beginn des Taifuns auftretenden Barometer- 
schwelle betrug 27 mm. Über die höchste Windstärke sagt der Bericht: „Die 
Bootskleider der hinteren Boote und die Laufplanken längsseit derselben, die 
auf den Galgen festgeschraubt sind, fliegen stückweise über Bord“. (Gischt 
and Regen erlaubten nur ein Erkennen der nächsten Gegenstände. D. Red.) 
Der Mittagsort war am 9. 29,8° N-Br., 128,2° O-Lg., am 10. 30,0° N-Br., 
128,6° O-Lg. Als der „Nereus“ an den Wind gelegt wurde, mußte dies der 
Nähe der Inseln wegen über den falschen, schralenden Hals geschehen, nach NO. 
Der vorsorglich abgeflurte und mit Vertäuketten gesurrte Lehmballast, der in 
Portland mit Picken herausgehauen werden mußte, war derartig übergesackt, 
daß das Schiff eine Schlagseite von 15° nach Backbord erhalten hatte. 
4. Kugelblitz auf See. In der Nacht vom 8. auf den 9. April d. J., in 
4° N-Br., 30'2° W-Lg., wurde auf der von Antofagasta nach Ostende bestimmten 
Bark „Cap Horn“, Kapt. C. Tramborg, ein außerordentlich schweres Gewitter 
beobachtet. Dem Kapitän verdankt die Deutsche Seewarte folgenden Be- 
richt darüber:
	        
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