Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1904.
wie es die tatsächlichen Beobachtungen von Pawlowsk, Tiflis und Zikawei
ergeben, Er findet ww etwa 62° N und als Höhe über dem Erdboden etwa
8353 km. Diese Breite w liegt derjenigen von 60° sehr nahe, die nach den
Stationsbeobachtungen ım Nord-Antipolarsektor die Grenze ist zwischen den
nördlicheren Stationen mit deutlichem Mittagsmagzimum der Horizontal-
komponente der störenden Kraft und den südlicheren Stationen mit ein-
geschaltetem Minimum um Mittag. Faßt man die Strombahn als kreisförmig
auf, so berührt dieser Kreis im Süden den Aquator, im Norden den 62. Parallel,
and sein Radius ist 3825 km lang.
Seine Ergebnisse faßt Steen in folgenden fünf Sätzen zusammen:
l. Der normale tägliche Gang des Krdmagnetismus an einem Ort der
nördlichen Halbkugel hängt nicht nur von der Stellung der Sonne zum Horizont
des Ortes ab, sondern auch von der Lage des Ortes in bezug auf den magne-
tischen Pol im Norden. Entsprechende Verhältnisse bestehen vermutlich auch
bezüglich der südlichen Halbkugel,
2. Es darf angenommen werden, daß die Sonne in einer magnetisch
ruhigen Periode zur Zeit der Nachtgleichen in dem Teil des Tages, wo sie
anter dem Horizont des magnetischen Pols im Norden steht, ein festes unver-
änderliches System von elektrischen Strömen in dem Raum außerhalb der
Erde erhält.
3. Diese Stromintensität besteht aus mehreren Teilen, von denen der
hervorragendste, ein nahezu kreisförmiger Strom, in einer Ebene verläuft, die
die Erdoberfläche in etwa 31° N-Br. berührt, derart, daß der Berührungspunkt
der Mittelpunkt der Strombahn ist. Die vorliegenden Beobachtungen erlauben
nur die Konstruktion der Nordhälfte des Stromes; wenn wir aber annehmen,
daß die Bahn des Stromes ein vollkommener Kreis sei, so muß ihr südlichster
Teil nahezu die Verbindungslinie von Erde und Sonne schneiden. Die Strom-
bahn hat etwa 3800 km Halbmesser, und der Strom fließt in einer Höhe von
rund 1000 km über der Erdoberfläche,
4. Auf jeder Seite des Kreisstromes, der zyklonischen Charakter hat,
zeigen die Beobachtungen die Bahn eines antizyklonischen Stromes an.
5. Auf der Süd-Halbkugel lassen die sehr spärlichen Beobachtungen einen
entsprechenden zyklonischen Hauptstrom mit einem antizyklonischen Strom auf
jeder Seite erwarten.
Daß die zahlenmäßigen Angaben über die Höhe dieser Ströme in Satz 3
einer zutreffenden Begründung entbehren, wurde bereits angegeben. Sehr ver-
dienstlich aber bleibt die Arbeit wegen des energischen Versuchs, den täglichen
Gang der erdmagnetischen Elemente durch Ströme darzustellen. Die Art der
Resultate würde sich in den großen Zügen nicht wesentlich ändern, wenn diese
Ströme in andere Höhen verlegt würden. Mit der Meteorologie der Atmosphäre
werden die Verhältnisse in diesen ungeheuren Höhen kaum mehr viel Beziehung
haben. Es mag sehr wohl sein, daß wir unter dem Bild der elektrischen Ströme
ans eine klarere Vorstellung von den verwickelten erdmagnetischen Erscheinungen
machen können als bisher. Und das wäre für sich schon ein großer Fortschritt,
wenn auch das von dem Verfasser angedeutete Ziel, so die Wetterprognosen
zu verbessern, in unabsehbarer Ferne bleiben sollte; denn es darf billig daran
gezweifelt werden, ob, auch wenn wir den Zusammenhang zwischen Meteorologie
und Erdmagnetismus besser kennen gelernt haben werden, dadurch die Wetter-
prognose bedeutend gefördert sein würde. Das Aufkommen eines magnetischen
Sturmes und sein Verlauf wird wohl nicht so bald leichter vorauszusagen sein,
als das Analoge für einen meteorologischen Sturm. Dr. H. Maurer
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2. Der automatische Loggregistrier-Apparat von Hjalmar v. Köhler.
Nach einem Vortrage von J. Drakenberg. (Jahrbuch der Schiff bautechnischen
Gesellschaft, Band V, 1904.)
Der Loggregistrier-Apparat von Hjalmar v. Köhler soll dazu dienen,
an irgend einer Stelle des Schiffes die vom Patentlogg angegebene Meilenzahl
anzuzeigen und gleichzeitig zu registrieren. Der Apparat kann außerdem darauf
aufmerksam machen, wenn eine bestimmte Strecke zurückgelegt ist, und wenn