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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Kleinere Mitteilungen, 
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eine mit abnehmender Breite sich. sehr stark vertiefende Einsattelung fast‘ .genau 
um Mittag in zwei Hälften teilt... Ein sekundäres, vielfach sehr schwach aus- 
geprägtes Maximum weist die Kurve etwa um Mittag nach der‘ Zeit des 
magnetischen .Pols im Norden auf. Entsprechendes zeigen die beiden Stationen 
des Süd-Antipolarsektors. Die Kurven des Nordpolarsektors weisen sehr große 
Unregelmäßigkeiten auf, die Steen aber.der Nähe .der Stationen am Magnet- 
pol zuschreibt.‘ Point Barrow, Jan Mayen und Godthaab, zeigen . sehr deutlich 
das Hauptmaximum der. Horizontalkomponente der ablenkenden Kraft am Mittag 
des magnetischen Poles. 
Durch Auswahl der Beobachtungen des Nord-Antipolarsektors zu den 
Zeiten, wo über dem Magnetpol Nacht herrscht, sucht Steen ‚den indirekten 
Einfluß der Sonne, nämlich den durch Bestrahlung des Magnetpols, zu 
eliminieren und zeichnet danach‘. elektrische Stromkurven in der Atmosphäre 
für die Nord-Halbkugel. Das interessante Resultat der Darstellung ist das Bild 
einer Zyklone, deren Zentrum ein paar Grad westlich von dem Meridian, in dem 
die Sonne steht, etwa in den Roßbreiten liegt. In Zikawei (gg = 31° 12‘ N) 
verschwinden beide‘ horizontalen Kraftkomponenten 4x und 4y um 11,8 V, 
so daß das Zentrum der Zyklone in diese Breite verlegt werden darf. Die 
Untersuchung des Nordpolarsektors, aus dem die Störung des eben geschilderten, 
der direkten Einwirkung der Sonne entsprechenden Stromsystems ‚durch die 
Wirkung auf den Magnetpol sich ergeben sollte, hat Steen unterlassen, da er 
das Material für eine erschöpfende Behandlung dieser Frage für kaum geeignet 
hält. Auch. das Material von den zwei‘ nahe beieinander gelegenen Stationen 
des Süd-Antipolarsektors reicht wohl kaum dazu hin, den durch die Forschungen 
von Schuster und Bezold nahe gelegten Schluß auf ein dem nördlichen ent- 
sprechendes zyklonisches System mit Zentrum in einer Südbreite von weniger 
als 50° zu rechtfertigen. - . 
” Der letzte Abschnitt ist der Untersuchung der Vertikalkomponente ‘der 
ablenkenden Kraft gewidmet, wozu die Stationen Pawlowsk, Wien, Tiflis und 
Zikawei herangezogen werden. Die Komponente /z zeigt ein deutliches, mit 
abnehmender geographischer Breite stark anwachsendes Minimum um Mittag; 
eine Einwirkung der Mittagbestrahlung des magnetischen Poles ist‘ kaum fest- 
zustellen. ‘Da in Zikawei um 11,82 V {x und Ay verschwinden, muß Zikawei 
um- diese Zeit der Mittelpunkt einer in seinem Horizont kreisenden Strombahn 
sein.‘ 4z = 0 ergibt sich im Mittel der Stationen etwa um 9,1" V und 3,6" N, 
so daß also eine Strombahn anzunehmen ist, die in der Breite von Zikawer um 
11,8" V Zikawei-Zeit nordwärts geht auf dem Meridian 3,8 Stunden — 57° öst- 
lich von Zikawei, und die südwärts. geht auf dem Meridian 2,7 Stunden == 40,5° 
westlich von Zikawei; der Strom geht um 11,8" V. Zikawei-Zeit durch das 
Zenit der vier Punkte: 
Geogr. Breite, *  Längendifferenz gegen Zikawel; 
A 31° 12 (Zikawei)’ 57° Ost 
B 41° 43‘ (Tiflis) 40,5° West 
C 48° 15‘ (Wien) 40,5° West 
D 59° 41‘ (Pawlowsk) 40,5° West. 
Aus der Tatsache, daß um diese Zeit in Zikawei Ax und /y = 0 ist, 
glaubt der Verfasser sogar die Höhe dieser Strombahn über der Erdoberfläche 
berechnen zu können, weil die Strombahn in der Ebene, die die Erde in Zikawei 
berührt, liegen müsse, und findet so Höhen zwischen 700 und 1900 km. . Diese 
Schlüsse sind aber nicht zwingend, da ein horizontaler Kreisstrom auf eine um 
die Achse dieses Kreises drehbare Magnetnadel keine ablenkende Kraft ausübt, 
auch wenn die Nadel nicht in der Kreisebene selbst gelegen ist. Überhaupt 
scheint es dem Referenten, daß wir doch nicht genötigt sind, so lokalisierte 
dünne Ströme anzunehmen, denen wir dazu eine enorme Stärke zuschreiben 
müssen, um in Tausenden von Kilometern Entfernung‘ die ablenkenden Kräfte 
zu erklären. Durch ähnliche Betrachtungen wie die vorgenannten stellt Steen 
aus der Tatsache, daß dann, wenn 4/y = 0 ist, der ablenkende Strom genau 
ost— westlich gerichtet sein muß, fest, auf welcher geographischen Breite w und 
wie hoch über der Erde ein- solcher Strom angenommen werden. müsse, um 
gleichzeitig Komponenten Ax und. 4z von demselben Verhältnis hervorzurufen, 
LE
	        
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