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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1904. 
der sogenannten „Measuring line“ angewiesen, bei welcher der Hauptbogen 
durch Drebung um den Projektionsmittelpunkt nicht in den Meridian, sondern 
auf einen Parallelkreis gebracht wurde und auf welche hier nicht näher ein- 
gegangen werden soll. 
Das Problem, auf der gnomonischen Karte für irgend einen Punkt des 
Schiffsweges den Kurs zu finden, welcher auf dem kürzesten Wege zum Be- 
stimmungsorte leiten würde, reduziert sich auf die Aufgabe, die Beziehungen 
zwischen dem sphärischen Winkel PAB =K (Fig. 10) und seiner gnomonischen 
Horizontal-Projektion pab = «a zu finden. 
Fig. 10. 
P‘ bezeichne den Projektionsmittelpunkt; der Halbmesser zu diesem 
Punkte schließe mit OA den Winkel w ein, wobei eben A der Punkt sein 
möge, für welchen der Kurs ermittelt werden soll. 
Man denke sich uaun den darzustellenden Globus bei feststehenden 
Mittelpunkt und unbeweglicher Bildebene so gedreht, daß das Bild des Pols P 
nach a und die Projektion des Meridians PP’ auf die Gerade aP‘ fällt. In 
dieser neuen Lage wird die Breite des Berührungspunktes das Komplement der 
Winkeldistanz von P’ bis a sein; d. h. P‘ wird, weil aP’ = rtangw, in die 
Breite 90° — ww fallen. 
Werden nun von a als Pol aus, nach L,, L, und L, je 90° aufgetragen, 
so sind L,, L, und_L, die Schnittpunkte der Meridiane aP‘, ab und pa mit 
der Projektion des Aquators in der neuen Position der Kugel; al, wird der 
Mittelmeridian sein, und L,a und L,a werden die Meridiane in der neuen Lage 
darstellen. Deren Längenunterschied wird dem gesuchten Kurse K gleich sein. 
Mit einem entsprechenden Netz von Meridiankreisen mit a als Pol hätte man 
bloß den von den Linien pa und ab eingeschlossenen Winkel zu messen. Weil 
aber aP‘ alle Werte von 0 bis 90° annehmen kann, müßte man — sollte für 
alle möglichen Fälle vorgesorgt werden — eine große Zahl solcher Netze 
zeichnen. Es wurde deshalb vorgeschlagen, diese Netze zu kombinieren; ‚das 
Ergebnis der diesbezüglichen Vorschläge sind die auf den „Great circle sailing 
charts“ vorfindlichen Kursdiagramme („Great circle compasses“, „course 
diagramms“, „course indicators“). Das auf der vorstehenden Betrachtung 
beruhende ältere dieser Diagramme besteht aus mehreren Kreisen mit dem 
Point of tangency als gemeinschaftlichem Mittelpunkt. Jeder Kreisumfang ist 
in 360° geteilt, und zwar so, daß man, wenn jeder Teilungspunkt irgend eines 
Kreises, z. B. der mit 35 bezeichnete, mit dem Zentrum verbunden würde, das 
Bild einer gnomonischen Karte mit in der Breite 90 — 35 = 55° gelegenem 
Berührungspunkt erhalten würde. — Eine Detailbeschreibung und Gebrauchs-
	        
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