accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

376 Annalen, der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1904. 
Werte für die Winkel APV und BPV. Nimmt man für die Breite (go, oder @,) 
alle Werte von 1° bis einschließlich 89° an, so erhält man die von Towson ent- 
worfene Tabelle, welche in erster Linie dem Zwecke der Distanzbestimmung dient. 
Handelt es sich z. B. um die Entfernung von A nach B im größten 
Kreise, so entnimmt man vorerst mit den Koordinaten dieser Punkte dem 
Diagramm die Position des Scheitels. Für die Scheitelbreite und @, findet man 
in der Tafel nicht den Winkel APV, sondern den damit — durch die Gleichung 
tang AV = cos go, tang APV 
— im engsten Zusammenhange stehenden Bogen AV.') Ebenso erhält man 
hierauf mit gg und d, den Bogen BV. Die gesuchte orthodromische Distanz 
ist dann je nach der Lage von V die Summe oder der Unterschied der 
beiden Bogen. 
0b Towson für die Auffindung der Kurse eine besondere Instruktion 
gegeben hat, ist mir nicht bekannt. Ohne Zweifel können sie aber aus seiner 
Distanztafel gefunden werden. Geht man nämlich an Stelle der Breite (9,) mit 
dem Komplement der Scheitelbreite und an Stelle der Scheitelbreite mit dem 
Komplement von @#, ein, so findet man in der Tafel das Komplement des 
Kurses. — Bei nach dem andern Muster*) eingerichteten Tafeln findet man mit 
der Breite und 90° — AV den Kurs selbst. 
Einige Jahre später ließ Deichman Tafeln erscheinen, die man fast 
als mit jenen seines Vorgängers identisch bezeichnen kann. Er zählt bloß 
Distanzen und Längen vom Übergangspunkte statt vom Scheitel. Sein Diagramm 
ist nichts anderes als ein Gradnetz in Merkators Projektion, welches ein Viertel 
der Erdoberfläche in passendem Maßstabe zur Darstellung bringt und in welches 
mehrere Orthodromen-Quadranten eingezeichnet sind. Kin trapezförmig zu- 
geschnittenes Stück Papier, dessen Ecken sich ungefähr in der gegenseitigen 
Lage der beiden fraglichen Punkte befinden, wird so lange über dem Diagramm 
hin und her geschoben, bis diese Ecken auf die betreffende größte Kreislinie 
fallen, deren Scheitel nun abgelesen wird. 
Als eine Verbesserung der Methode Deichman kann das im Jahr 1887 
von Brevoort angegebene Verfahren angesehen werden. Die Tafeln geben 
den Kurs auf Achtelstriche, und das — gleichfalls in Merkators Projektion 
entworfene — Diagramm enthält auf durchscheinendem Material ein ortho- 
dromisches System, welches auf einer wachsenden Karte gleichen Maßstabes so 
lange verschoben wird, bis die beiden fraglichen Punkte dieser Karte durch 
den betreffenden Hauptbogen gedeckt werden. Wie man sieht, umgekehrt wie 
bei Deichman. ' 
Das bekannteste unter den hierher gehörigen Diagrammen ist das von 
Bergen, für dessen nicht allzu einfache Handhabung im Nachstehenden eine 
Anleitung gegeben wird. 
Auch das Bergensche Diagramm ist für die orthodromische Schiffahrt 
ohne die zugehörigen Tabellen nicht zu gebrauchen. Es stellt einen Kugel- 
oktanten der Erdoberfläche in stereographischer Aquatorial-Projektion dar und 
enthält die Meridiane und Breitenparallele von Grad zu Grad. Jeder fünfte 
Fig. 2. Meridian und jeder fünfte Parallelkreis sind stärker 
ausgezogen als die anderen. Über dieses Gradnetz 
ist ein orthodromisches System gezeichnet. 
Die Teilpunkte des Aquators sind dreifach 
beschrieben: Länge vom Scheitel, doppelte Länge 
vom Scheitel und Supplement der letzteren. 
In Fig. 2 sei C (der Mittelpunkt des durch die 
Übergangspunkte gehenden Meridians PELR) die 
Projektion eines Punktes im Erdäquator, PL jene 
eines durch den Punkt C gehenden Meridians und 
ER die des Aquators. P und L seien die Pole, 
and Pmlı und Pal mögen Meridiane darstellen, welche 
1) Die ersterschienenen Tafeln hatten die zur Auffindung des Kurses bequemere Einrichtung, 
daß sie den Winkel am Pol ergaben, mit welchem an der Stelle von @, neuerdings eingegangen 
werden mußte. Als zweites Argument diente &, im Innern der Tafel, wofür sich die Distanz an 
der für die Breite bestimmten Stelle vorfand.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.